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Schweiz Heikle Medikamentenabgabe bei Ausschaffungsflügen

Die Kommission zur Verhütung von Folter hat mehrere Ausschaffungsflüge untersucht. Bei vier Rückführungen haben Häftlinge Beruhigungsmittel erhalten – gegen ihren Willen. Das kritisiert Jean-Pierre Restellini, Präsident der Kommission.

31 Sonderflüge hat die Anti-Folterkommission zwischen Juli 2012 und April 2013 untersucht. Deren Präsident Jean-Pierre Restellini übt nun Kritik an vier dieser Ausschaffungen. «Es gibt einige Verbesserungen vorzunehmen.»

Zum Beispiel sollten die begleitenden Ärzte im Flugzeug die richtigen Medikamente verwenden. «Und sie müssen das Recht der Patienten unbedingt respektieren», sagte er gegenüber SRF.

In vier Fällen seien Beruhigungsmittel zwangsweise verabreicht worden. Dabei sei nicht klar gewesen, ob dies medizinisch notwendig war. «Es ist verständlich, dass Medikamente nützlich sind, um die Leute zu beruhigen.» Allerdings werde es problematisch, wenn Ketamin oder andere Anästhetika zum Einsatz kämen.

Ketamin ist kein Beruhigungsmittel

Was spricht gegen die Verwendung von Ketamin? «Wenn man ein solches Mittel verabreicht, ist der Effekt sehr stark. Die Leute werden auf jeden Fall sehr ruhig», so Restellini. Doch: Ketamin ist kein Beruhigungs-, sondern ein Betäubungsmittel. Ein wenig zu viel davon kann gefährlich sein, wie Experten in dem Bericht festhalten.

Die Anti-Folter-Komission hat die zuständige Behörde davon in Kenntnis gesetzt. «Wir haben mit dem Bundesamt für Migration und den Ärzten, die an Bord dieser Sonderflüge sind, über dieses Ketamin gesprochen», sagte Restellini. «Und wir haben einen Konsens gefunden: Ketamin darf nicht mehr gebraucht werden.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Leider ist die Schweiz vom Bevormunden und sich über die Menschenrechte stellen noch immer nicht abgekommen. Ich kenne IV Fälle, die -entgegen ihrem freien Willen- vor der Wahl stehen: IV Rente und Medikamente (harte Psychopharmaka) schlucken, oder keine Rente! Und das in einem Staat, der sich human schimpft! Nein liebe Leute, hier hat man aus dem Beamtenschlamassel, dass bis in die 70er Personen ohne Gerichtsurteil zwangsdeportiere und sterilisierte, schlicht nichts gelernt! Eine Schande!
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    1. Antwort von W. Helfer, Zürich
      T. Duran. Abgewiesene agressive Asylbewerber haben rein gar nichts mit IV-Fällen zu tun. Das sollte man nicht immer wieder vermischen. Es ist KEIN Menschenrecht, Begleiter von abgewiesenen Asylbewerben zu gefährden. Leider vermischt die Sozialindustrie allzugerne die verschiedenen Sachlagen.
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    2. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Herr Helfer, Bergriffe wie "Sozialindustrie" evozieren mehr als nur Brechreiz! Insbesondere wenn sich Ihre "Sozialindustrie" aus vornehmlich 2 oder 3 Abzockerfirmen aus dem SVP-Umfeld sich zusammen setzt.
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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Zwangsweise ausgeschaft wird man nur, wenn man nicht freiwillig gehen will. Da kann es schon mal etwas härter zugehen. Das ist in Ordnung für mich. Dahinter stehe ich!
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  • Kommentar von Daniel Lambert, Goldach
    Ein Beruhigungsmittel ist keine Folter, diese kriminellen Leute werden aus einem anderen Grund ausgeschafft. Was auch richtig ist. Wenn sich sich wehren und die Polizei geht dazwischen, sind dann die Polizisten die Bösen. Kriminelle gehöhren in ihr Heimatland.
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