Heikler Zeitpunkt: ETH will weniger ausländische Studierende

Die Eidgenössisch-Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne möchten die Zulassung ausländischer Studenten beschränken. Die Hörsäle sind voll, der Zustrom reisst nicht ab. Angesichts der gegenwärtigen Einwanderungsdebatte ist das Anliegen allerdings heikel.

Das Hauptgebäude der ETH Zürich

Bildlegende: Opfer des eigenen Erfolgs - die ETH Zürich zieht die Studierenden in Massen an. Keystone

Die Eidgenössisch-Technischen Hochschulen platzen aus allen Nähten. Die Kapazitätsgrenze von 20'000 Studierenden in Zürich sowie 10'000 in Lausanne dürfte bald erreicht sein. Die beiden renommierten Universitäten fürchten um ihre Qualität.

Sie beantragen deshalb, den Zulassungsartikel im ETH-Gesetz zu ergänzen. Damit wolle man den Handlungsspielraum vergrössern, um in Zukunft die Zulassung ausländischer Studierender eingrenzen zu können, erklärt ETH-Sprecher Roman Klingler. Schweizer Studierenden kann der Zugang nicht verwehrt werden, das wäre ein Tabubruch.

Antrag mitten im Abstimmungskampf zu Ecopop

Der Vorstoss der Hochschulen kommt in einem Moment, da die Diskussion um die Masseneinwanderungs-Initiative der SVP und die Ecopop-Initiative die politische Agenda beherrscht.

Dass der Zeitpunkt des Antrags heikel ist, räumt auch Klingler ein. Dies, zumal die Uni-Rektoren sogar aktiv in den Abstimmungskampf um die Ecopop-Initiative eingegriffen und vor «verheerenden Folgen» gewarnt haben. Es sei aber wichtig, die Diskussionen um die Ecopop-Initiative und den Antrag der Hochschulen auseinanderzuhalten, so Klingler. Letzterer habe eine andere Wirkung.

Nicht zuletzt wünschen sich die ETHs, ihre Studierenden bis zu einem gewissen Grad selber auswählen zu können. «Natürlich hat man dann auch eine gewisse Selektionsmöglichkeit, wirklich die Besten auszuwählen», sagt Klingler dazu.