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Hofläden im Aufwind Vom Bauernhof direkt auf den Teller

Immer mehr Bauern verkaufen ihre Produkte selber an die Endkunden. Das gibt zwar mehr Arbeit, ist aber auch lukrativer.

Legende: Audio Gemüseladen im Gewölbekeller abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
02:41 min, aus HeuteMorgen vom 22.01.2018.

Von aussen unterscheidet sich der Bio-Hof Bantigen kaum von vielen andern Bauernhöfen; Wohnhaus, Stall und Scheune präsentieren sich vereint unter einem riesigen Walmdach. Doch innen, im alten Gewölbekeller, versteckt sich ein eigentlicher Gemüse-Spezialitätenladen.

Gemüse à gogo

Hier liegen blaue, rote, gelbe Karotten und Kartoffeln, runde, lange, ovale Knollengemüse, Kräuter und Salate, Neuzüchtungen und uralte Sorten zum Verkauf, wie Bäuerin Kathrin Wullschleger Reinhardt aufzählt.

Alles sei auf den eigenen Feldern gewachsen, oder auf einem Nachbarhof. Insgesamt würden übers Jahr gesehen rund 80 verschiedene Sorten Gemüse angeboten, fährt sie fort. Die ganze Ware wird direkt auf dem Hof verkauft oder auf dem Markt. Dorthin fährt Wullschleger einmal pro Woche, um das Gemüse an einem stand zu verkaufen. «Das ist zwar arbeitsintensiv – aber auch schön», sagt sie.

Marktstand mit Gemüseauslage.
Legende: Einmal pro Woche fahren Wullschlegers auf den Markt, um ihre Produkte zu verkaufen. zvg

Zwischenhandel ausgeschaltet

Für die Bauern ist die Direktvermarktung lukrativer. Deshalb setzen immer mehr Bauernfamilien auf dieses Modell. Laut dem Schweizer Bauernverband (SBV) verkaufen inzwischen weit mehr als 11'000 Bauern zumindest einen Teil ihrer Produkte im eigenen Hofladen oder auf dem Markt.

Insgesamt erzielten deutlich über 40 Prozent aller Bauernbetriebe in der Schweiz durch eine «verwandte Aktivität» wie Forstarbeit oder eben Direktvermarktung der eigenen Ware ein «relevantes Einkommen», sagt Daniel Erdin, Leiter Statistik beim SBV.

Zum einen könnten Bauern durch den Direktverkauf ein zusätzliches Einkommen erzielen, ohne den Hof vergrössern zu müssen, erklärt Erdin. Ausserdem sichere sich der Bauer durch die Direktvermarktung einen schönen Teil der nachgelagerten Margen aus dem Zwischen- und Detailhandel für sich selber.

Hofladen als Standbein

Viele Bauern haben bloss einen kleinen Stand auf dem Hof oder verkaufen nur ab und zu eigene Produkte. So hat auch Kathrin Wullschlegers Mutter vor 40 Jahren begonnen. Inzwischen ist der Hofladen mit dem vielfältigen Gemüseangebot aber das wichtigste Standbein des Betriebes – mit einem grossen und treuen Kundenstamm.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Immerhin gibt es auch bei Coop «ünique», also Gemüse und Früchte jenseits jeder Normformen, Rüebli krumm und dünn und dick und gewunden. Und für fast kein Geld. So wird gegessen, was wächst ohne Abfälle.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    So können sich ganze Familien finanziell erhalten und das beste daran ist: wir Konsumenten können selbständig gute Lebensmittel wählen. Es gibt keine bessere Lösung!
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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Sehr gut für die Umwelt. Sehr gut für die Bauern. Sehr gut für den Konsumenten. Also Win-Win-Win. Aber ziemlich sicher wird irgendeinem Super-Lobbyisten in Bern wohl bald die Idee kommen, diesen Bauern eine vernichtende Steuer aufzuerlegen, um dem Zwischenhandel die davonschwimmenden Felle zu ersetzen.
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