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Immense Schäden Ein Bauer kämpft gegen die Wildschweinplage

Weil Wildschweine im Wald kaum Nahrung finden, holen sie auf Feldern ihr Fressen – und richten dabei grosse Schäden an.

Legende: Audio Wildschweinplage im Baselbiet abspielen. Laufzeit 03:06 Minuten.
03:06 min, aus HeuteMorgen vom 19.01.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf der Suche nach Fressbarem pflügen Wildschweine Wiesen und Felder um.
  • Bauer Dominic Sprunger aus Bubendorf/BL sagt, die aktuellen Wildschweinschäden seien die grössten, die er je gesehen habe.
  • Nichts hält die Wildschweine von den Feldern fern – Abhilfe schaffen sollen die Jäger.

Die Wolken hängen tief über dem Schloss Wildenstein und dem angrenzenden Bauernhof im Baselbieter Fünflibertal. Es regnet. Bauer Dominic Sprunger geht zur Wiese neben dem Kuhstall und zeigt auf seine Weide. «Das Braun-Gelbe hier, das sind alles Schäden. Die sind ganz frisch. Sie kommen bis zum Stall heran.»

Mit «sie» meint Sprunger Wildschweine. Es treibt sie aus den Wäldern, weil es dort derzeit zu wenig Nahrung gibt. So suchen sie ihr Fressen auf den Wiesen und Feldern des Bauern. Riechen die Tiere etwas im Boden, dann pflügen sie die Wiese regelrecht um. Denn in der Erde gibt es für die Wildschweine viel zu fressen: Engerlinge, Würmer, Mäuse, Knollen und selbst Wurzeln.

Wiesen sehen aus wie Äcker

«Einen solchen Schaden wie jetzt hatten wir noch nie – auch mein Vater kann sich nicht an einen grösseren erinnern», sagt Sprunger. Er führt den Betrieb bereits in dritter Generation. Nicht nur die Wiesen direkt bei seinem Hof sähen aus wie Äcker, auch seine anderen Felder seien von den Tieren verwüstet worden.

«Angefangen hat es im Herbst, dann war eine Weile ruhig, und jetzt waren sie vorletzte Nacht wieder hier.» Gleich die Wildschweinlöcher wieder aufzufüllen, bringe nichts: «In der gleichen Nacht kommen sie vielleicht wieder, dann war die Arbeit für nichts.»

Wächst wieder Gras?

Ohnehin macht nicht das Auffüllen der Löcher Sprunger die grössten Sorgen, sondern die Frage, ob nachher auch wieder genügend Gras nachwächst, damit er genug Futter für seine Kühe hat.

Wildschweine sind schlau. Baustellenblinklichter, glitzernde CDs oder Musikbeschallung halten die Tiere nicht von den Feldern fern. Es bleibe nur der Jäger, sagt Sprunger.

Das Jägerhäuschen wäre da

Inzwischen hat es aufgehört zu regnen im Fünflibertal. Dominik Sprunger streift seine Mütze ab und zeigt auf ein kleines Häuschen, mitten auf seinem Feld – ein mobiles Jägerhäuschen. Dort habe zwar schon manch ein Jäger mehrere Stunden verbracht, «aber scheinbar sind die Schweine schlauer. Die Jäger erwischen sie einfach nicht.»

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Frage: wer hat wohl zuerst in dieser Gegend gewohnt: Wildschweine oder Menschen? Menschen beanspruchen immer mehr Raum und die Tiere bezahlen die Zeche. Umgekehrt würde den Weiterbestehen der Welt zuträglicher sein.
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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Die Bauern jammern immer, obwohl genug Subventionen. Lasst doch endlich wenigstens die wunderbaren Wildschweine in Ruhe und am Leben. Danke M. Möckli - Sie sehen es auch so.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Ist es nicht mehr so, dass die Bauern im Kanton Basel-Landschaft für Wildschäden entschädigt werden ? Bei Maisfeldern hält ein geeigneter Elektrozaun die Wildschweine übrigens fern. Der Schaden werde nach Anmeldung innert drei Arbeitstagen nach dem Tag der Anmeldung geschätzt: https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/direktionen/volkswirtschafts-und-gesundheitsdirektion/jagd-und-fischerei/jagdwesen/wildschaden
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