Zum Inhalt springen
Inhalt

Selbstverteidigung im Trend Immer mehr Leute kaufen Pfeffersprays

In der Schweiz steigt die Zahl der Gesuche für einen Waffenschein. Wie sieht das bei den frei erwerblichen Waffen aus?

Legende: Video Die Schweizer rüsten auf abspielen. Laufzeit 11:05 Minuten.
Aus Rundschau vom 04.01.2017.
  • In den Kantonen werden mehr Gesuche für einen Waffenschein gestellt.
  • Bei den Pfeffersprays wird auch eine Zunahme der Verkäufe registriert
  • Schreckschusspistolen werden nicht so oft gekauft, denn sie gelten als Waffen.
  • Aber: Das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit ist in allen Fällen für Privatpersonen praktisch ausgeschlossen.

In mehreren Kantonen stellen die Behörden einen Anstieg von Gesuchen für einen Waffenschein fest. Dies berichtet die «Rundschau». Grund dafür seien die steigende Angst vor Terroranschlägen und Einbrüchen. Offenbar besteht in der Bevölkerung ein Bedürfnis, sich zu bewaffnen.

Doch wie ist es bei den Waffen, für die kein Waffenerwerbsschein benötigt wird? Steigen die Verkaufszahlen auch bei den Schreckschusswaffen und bei den Pfeffersprays? SRF News hat nachgefragt.

Pfeffersprays werden von Frauen gekauft

Der Geschäftsinhaber von Swiss Firearms in Zürich, Hans Hofmann, stellt eine Zunahme beim Pfefferspray-Verkauf fest. Dies sei auch verständlich: «Die Pfeffersprays sind nicht tödlich und eine effektive und humane Art einen Aggressor zu stoppen.» Zudem würde man dem Angreifer einen Denkzettel verpassen, den er nicht so schnell vergisst.

Vermehrte Pfefferspray-Verkäufe stellt auch der Präsident des Schweizerischen Büchsenmacher- und Waffenhändlerverbandes SBV, Daniel Wyss, fest, auch wenn es bei ihm persönlich im Geschäft eher ein «Auf und Ab» der Verkäufe sei. Dies sei daran geschuldet, dass sein Geschäft eher auf die ländliche Kundschaft ausgerichtet ist.

Die Zunahme ist auch damit verbunden, dass Pfeffersprays im Gegensatz zu vielen EU-Ländern innerhalb der Schweizer Gesetzgebung keine Waffe sind. Vor allem Frauen sind Käufer solcher Sprays, aber Wyss stellt auch fest, dass Behörden und Gemeinden Pfeffersprays für ihre Angestellten erwerben.

Beide Büchsenmacher betonen aber: Die Pfeffersprays sind kein Spielzeug und das Tragen sowie der Erwerb dieser Sprays ist erst ab 18 Jahren erlaubt.

Schreckschusspistole mit Patrone.
Legende: Schreckschusswaffen gelten in jedem Fall als Waffe und sind daher nicht so beliebt bei Käufern. Keystone / Archiv

Bürokratie bei Schreckschusswaffen

Weniger verkauft werden laut Hofmann Schreckschusswaffen, weil sie entweder als Waffe oder sogar als Feuerwaffe gelten. Sofern die Waffen eine Abschussvorrichtung für Leucht- oder Knallmunition besitzen, sind sie Feuerwaffen und deren Besitz muss somit dem Waffenbüro gemeldet werden. Daher sei die Hürde zum Kauf zumindest gleich hoch wie bei den waffenscheinpflichtigen Waffen.

Hofmann macht bei seinen Kundengesprächen darauf aufmerksam, dass Schreckschusspistolen gefährliche Waffen seien. Dies weil der Besitzer solcher Waffen in falscher Sicherheit gewiegt wird, ergänzt Wyss. Ein Angreifer erkennt nicht auf Anhieb, dass sein Gegenüber eine Schreckschusspistole auf ihn richtet und so ist die Hemmschwelle zum Abdrücken bedeutend tiefer.

Zudem: Wie jede Waffe dürfen auch Schreckschusswaffen in der Öffentlichkeit nicht getragen werden. Dafür braucht es einen Waffentragschein, der bedeutend schwieriger zu bekommen ist, als ein Waffenerwerbsschein. «Als Privatperson ist es praktisch ausgeschlossen, einen solchen Schein zu Selbstverteidigungszwecken zu bekommen», betont der SBV-Präsident.

Heikle Sache Notwehr

Hände an einer Waffe.
Legende: reuters

Der Zürcher Strafverteidiger Valentin Landmann erklärt die Konsequenzen der Notwehr

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

29 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    hmm, wäre es nicht sinnvoller einen Selbstverteidigungs Kurs zu absolvieren? das wäre Waffenscheinfrei und man tut erst noch was für`s Fitness und innere Wohlbefinden. Ok, braucht was Zeit, bis Frau jemanden im wörtlichen Sinne flachlegen kann, aber jetzt mal im ernst, wer von denen, die sich da mal so über den Ladentisch einen Revolver erstanden haben, wäre auch in der Lage, abzudrücken, geht man so nicht ein grösseres Risiko ein?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rainer Fauser (Rainer Fauser)
    Selbstverteidigung ist kein Trend, sondern leider dank unsrer sorglosen, interessensgebundenen Volkszertreter und dank ebensolcher Gutmenschen zur Notwendigkeit geworden. Immer mehr Menschen kaufen Küchenmesser - wann werden diese verboten? Nein - es wird Zeit, endlich wieder "pfefferscharfe" Volksvertreter in die Regierungen zu bestellen, von Schwätzern und Lügnern reicht's. Grenzen her und raus mit Kriminellen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Es ist unglaublich, wie auch hier wieder völlig faktenfrei Angst und Hass gegen Zugewanderte geschürt wird. Erstens, die Verbrechenszahlen sinken. Zweitens, die meisten Verbrechen gegen Leib und Leben inkl. Vergewaltigungen geschehen im Verwandten- und Bekanntenkreis. Drittens, die Schweiz ist eines der sichersten Länder und das nicht erst seit die Waffenscheine zunehmen. Viertens auslänische Frauen sind immer noch viel viel weniger kriminell im Schnitt als Schweizer Männer.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      HP.Müller auch wenn Sie sich 100 mal Statistiken berufen die sowieso selten zuverlässig sind können Sie den Menschen die Angst und das ungute Gefühl nicht nehmen,vorbei sind die Zeiten als man bei Schlaflosigkeit in der Nacht furchtlos allein um die Häuser ziehen konnte,ob nun berechtigt oder nicht ich würde es nicht mehr riskieren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ mathis: vielleicht kann ich das tatsächlich nicht. Aber Sie mit Ihren dauernden Alarmmeldugen wie unsicher es in der Schweiz sei garantiert noch viel weniger. Ich habe wenigstens die Fakten auf meiner Seite.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen