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Schweiz Immer weniger straffällige Junge in Heimen

Immer weniger Jugendliche im Strafvollzug landen in erzieherischen Einrichtungen. Egal ob Untersuchungshaft, Freiheitsentzug oder offene Unterbringungen: Seit 2010 ist die Zahl um fast die Hälfte gesunken.

Im Falle einer strafrechtlichen Untersuchung oder einer Verurteilung werden immer weniger Jugendliche aus ihren Familien genommen und in erzieherischen Einrichtungen platziert. Dies zeigen neue Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS). Die Zahlen basieren auf einer Erhebung bei den Jugendanwaltschaften der Kantone, die seit 2010 durchgeführt wird.

So wurden in den letzten Jahren markant weniger Minderjährige fremdplatziert. Seit 2010 sind es 44 Prozent weniger, von 861 auf 480 im Jahr 2014. Fast alle Betroffenen waren männlichen Geschlechts und über 15 Jahre alt. Die eine Hälfte wurde platziert, bevor ein Urteil gefällt war, die andere Hälfte nach dem Urteil. Bei den meisten Platzierungen handelt es sich um offene Unterbringungen wie Heime oder andere Institutionen. Nur sehr wenige Jugendliche landeten überhaupt in Untersuchungshaft oder im Freiheitsentzug.

Auslastung der Gefängnisse bleibt hoch

Die Zahl der erwachsenen Inhaftierten in den Gefängnissen bleibt hingegen stabil hoch bei 6923 am Stichtag. Das sind rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Die Belegung der Gefängnisse hat, verglichen zum Vorjahr, zwar leicht abgenommen, bleiben aber weiterhin sehr ausgelastet.

Die Gründe für den leichten Rückgang sind gemäss BFS die Schaffung neuer Haftplätze und ein leichter Rückgang der Zahl der Insassen. In der Nordwestschweiz und in der Innerschweiz ist die Belegungsrate deutlich gesunken: 2014 waren dort die Gefängnisse um 14 Prozent weniger belegt als 2013. In den anderen Regionen bleibt die Rate unverändert hoch.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont, Küsnacht
    .... aber wahrscheinlich haben sich die Kosten insgesamt in die andere Richtung entwickelt, da ja immer mehr Luxus finanziert wird. Diese sind ja bekanntlich "nicht vermittelbar" und werden deshalb intransparent gehalten. Auch hier wird mit keiner Silbe darauf eingegangen, ebensowenig wie wer diese Jugendliche sind. Dies wäre informativer als die Aufteilung nach Kantonen und dies erst noch ohne Bezug zur Einwohnerzahl.
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  • Kommentar von Michel Debrotti, Basel
    Fuer den Kanton BL: Hängt es nicht damit zusammen, dass an Sich Straftaten nicht mehr als solche geahndet werden da die Polizei ja in den Agglomerationen von 09:00 bis 18:00 Arbeitet und nach Ladenschluss rechtsfreier Raum ist? Sie haben mit regulären echten Straftaten schon volles Programm (Einbrüche, Überfälle). Früher führte eine Kumulierung (Wiederholung) der kleineren Sachen dann mal zu einer Untersuchung?
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Vielleicht sollte man sich dieses Beispiel an konsequenter Abschiebung zum Vorbild nehmen, um ein klares Signal an die betreffenden Gruppen zu senden, die nach wie vor um die 73% der Gefängnisinsassen stellen. "wurde er von der Polizei in der Strafanstalt Bostadel abgeholt, zum Flughafen Zürich gebracht und in ein zuvor von den Behörden gebuchtes Flugzeug mit Destination Instanbul gesetzt" http://bazonline.ch/basel/stadt/Basler-Bahnhofschlaeger-ausgeschafft/story/24118929
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