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Schweiz In diesen Gemeinden lohnt sich eine Eigentumswohnung

Kaufen oder mieten? Diese Frage will in der Schweiz reiflich überlegt sein. Denn trotz kräftigem Anstieg der Immobilienpreise ist Wohneigentum noch immer günstig, dank rekordtiefen Hypothekarzinsen. Eine Auswertung zeigt, in welchen Gemeinden sich eine Investition lohnt.

Für die meisten handelt es sich um eine lebensprägende Entscheidung: Wohnfläche mieten oder doch kaufen? Kein einfacher Prozess, oft geprägt durch ein langwieriges Abwägen und Zahlenjonglieren. Vor allem die tiefen Hypothekarzinsen verleiteten in den vergangenen Monaten viele Personen dazu, den Traum von den eigenen vier Wände zu verwirklichen.

Doch nicht in jeder Gemeinde sind die Voraussetzungen gleich. Wer beim Abwägen der Vor- und Nachteile einer Investition nur die Mietkosten mit den Eigentumskosten vergleicht, trifft schnell eine wirtschaftlich unrentable Wahl.

«Es ist wichtig, dass bei einem Entscheid für Wohneigentum oder für eine Mietwohnung die Vollkostenrechnung gemacht wird», sagt Immobilienberater Patrick Schnorf von Wüest & Partner. Bei Vergleichen inklusive versteckter Kosten würden sinnvollere Ergebnisse erzielt.

In 500 Gemeinden lohnt sich Eigentum nicht

Das Immobilienbüro hat dazu verschiedene Faktoren analysiert: Neben den Zinskosten wurden auch steuerliche Effekte, Immobilienmarktrisiken, Unterhaltskosten und Opportunitätskosten des zum Kauf notwendigen Eigenkapitals eingerechnet.

Als Grundlage dient eine Eigentumswohnung Baujahr 2008 mit einer Nettowohnfläche von 120 Quadratmetern. Als Renditeannahme wurde eine Konstante von 1,25 Prozent angenommen.

In ihrer Modellrechnung kommen die Analysten von Wüest und Partner zum Schluss, dass sich eine Eigentumswohnung in knapp 500 von 2400 Gemeinden nicht mehr lohnt. «Vor allem die Ballungszentren um Zürich und am Genfersee haben eine sehr hohe Preissteigerung mitgemacht in den letzten Jahren», erklärt Patrick Schnorf.

Deshalb sei es attraktiver, in diesen Gebieten eine Wohnung zu mieten, als sie zu kaufen. Einen Grund für diese Übertreibungen auf dem Immobilienmarkt sieht Schnorf in den rekordtiefen Hypotheken.

Nachfrage nach langfristigen Hypotheken sinkt

Doch seit Anfang 2013 scheinen die goldenen Zeiten vorüber zu sein. Die Festhypotheken steigen wieder, wie das Hypotheken-Barometer des Internet-Vergleichsdienstes Comparis zeigt. So erhöhten sich etwa zehnjährige Festhypotheken im Durchschnitt des dritten Quartals dieses Jahres von 2,3 auf 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Richtzinsen für Festhypotheken mit zehnjähriger Laufzeit

Bei den angegebenen Richtzinsen handelt es sich um einen Durchschnitt von rund 65 Kreditinstituten. Quelle: comparis.ch

Dies wirkt sich nicht nur auf die Nachfrage nach Eigentumswohnungen, sondern auch auf die Arten der Hypotheken aus: Eigenheimbesitzer sind eher bereit, auf risikoreichere Hypotheken mit einer kürzeren Laufzeit umzusteigen.

Bei den Hypotheken mit sieben bis zehn Jahren Laufzeit hat die Nachfrage am meisten abgenommen; der Anteil sank von 81 auf 70 Prozent. Dafür stieg der Anteil an mittelfristigen Hypotheken (vier bis sechs Jahre) von 16 auf 25 Prozent.

Mietwohnungen wieder beliebter

Patrick Schnorf von Wüest & Partner sieht denn auch eine Abkühlung auf dem Immobilienmarkt: «Die Hypozinsen haben einen unteren Wendepunkt erreicht. Aus dieser Optik ist durchaus mittel- bis längerfristig mit rückläufigen Preisen im Wohneigentum zu rechnen.»

Sinken die Preise für Eigentumswohnungen, wird es auch weniger attraktiv, in diese zu investieren. Das hiesse demnach – so die Meinung der Analysten – dass die Nachfrage nach Mietwohnungen wieder zunehmen wird.

(schl)

Miete oder Eigentum?

Miete oder Eigentum?

Lohnt es sich, in Ihrer Gemeinde eine Wohnung zu kaufen oder diese nur zu mieten? Nicht in allen Teilen der Schweiz sind die Voraussetzungen ähnlich, deshalb sollten die Vollkosten verglichen werden. Entdecken Sie in der interaktiven Grafik, was dies für Ihre Gemeinde bedeutet.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd B., Basel
    Bevor ich mir ein Haus kaufe, schaue ich zuerst was für Bewohner in einer Gemeinde wohnen. Was nützt ein günstiges Haus, wenn man sich unter den Menschen unwohl fühlt?
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  • Kommentar von E. Wagner, Zug
    Die grösste Ungerechtigkeit ist die Eigenmietwertsteuer, nur die Schweiz kennt diese unschöne Steuer. Hat man sich ein Eigentum /Haus erwirtschafte mit Sparen muss man jahrelang dafür bezahlen und das nicht zu knapp.
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  • Kommentar von CR Berger, Mosen
    Ich habe am Hallwilersee ein Einfamilienhaus gekauft. Gründe waren, viel Platz zu haben, selber ein bisschen Werken können, seine Ruhe zu haben, KInder zu kriegen. Natürlich ist das sehr günstig im Moment, aber man darf nicht naiv sein und muss halt für sich selber mal rechnen, ob man 5% Hypozinsen tragen könnte. Hingegen eine Renditeberechnung? Welche Privatperson entscheidet sich wegen der Rendite für oder gegen Wohneigentum? Das war bei mir nicht ansatzweise Thema.
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