«Ich hoffe, dass uns jemand zuhört»

Sina und Qëndresa verfolgen in den Medien die Berichterstattung über den Islam genau. Dabei fühlen sich die beiden Musliminnen häufig unverstanden. Obwohl sie selber kein Kopftuch tragen, können sie nicht verstehen, dass die Frage der Kopfbedeckung eine derart wichtige Rolle zu spielen scheint.


«Ich hoffe, dass uns jemand zuhört»

5:41 min, aus Echo der Zeit vom 25.03.2015

Als Tochter eines Schweizers und einer Syrerin kennt Sina beide Religionen und Kulturen. Die junge Muslimin spricht Arabisch und hat Syrien vor dem Bürgerkrieg oft besucht.

Sie bezeichnet sich selber als nicht streng gläubig: «Hier in der Schweiz ist halt alles etwas lockerer als in der Heimat meiner Mutter.»

Sina Frey

- 15 Jahre alt
- 9. Klasse Sekundarschule Niederhasli ZH
- In der Schweiz aufgewachsen
- Vater ist Schweizer. Mutter ist aus Syrien
- Muslima
- Hobbys: Lesen, Kochen, Musik
- Berufswunsch: Kauffrau/Detailhandel

«Stolze Muslimin»

Auch Qëndresa unterscheidet sich äusserlich nicht von ihren Schweizer Mitschülerinnen. Sie bezeichnet sich selber aber als «stolze Muslimin» und verbringt in der Freizeit mit Koranstudium.

Aufmerksam verfolgt sie die politische Debatte über Ängste vor einer Islamisierung der Schweiz. «Einige Politiker wollen den Islam in der Schweiz schlicht nicht akzeptieren», ist Qëndresa überzeugt.

Beide stören sich an oft geäusserten Vorurteilen: «Wir Muslime sind nicht alle Terroristen!» Gemeinsam interviewten sie auch Mitschüler, die sich abschätzig über Muslime geäussert hatten.

Dabei stellten sie wiederholt fest, dass sich deren Ablehnung auf radikal Muslime beschränkt und dass sich viele Schweizer nicht bewusst sind, wie negative Äusserungen zum Islam auf Muslime wirken.

Qëndresa Zymer

- 15 Jahre alt
- 9. Klasse Sekundarschule Niederhasli ZH
- In der Schweiz aufgewachsen
- Vater und Mutter aus Kosovo
- Muslima
- Hobbys: Reisen, Familie, Koran lesen
- Berufswunsch: Ärztin

(Echo der Zeit, 30.03.15, 18 Uhr)