Zum Inhalt springen

Jetzt reden wir! «Ich hoffe, dass uns jemand zuhört»

Sina und Qëndresa verfolgen in den Medien die Berichterstattung über den Islam genau. Dabei fühlen sich die beiden Musliminnen häufig unverstanden. Obwohl sie selber kein Kopftuch tragen, können sie nicht verstehen, dass die Frage der Kopfbedeckung eine derart wichtige Rolle zu spielen scheint.

Als Tochter eines Schweizers und einer Syrerin kennt Sina beide Religionen und Kulturen. Die junge Muslimin spricht Arabisch und hat Syrien vor dem Bürgerkrieg oft besucht.

Sie bezeichnet sich selber als nicht streng gläubig: «Hier in der Schweiz ist halt alles etwas lockerer als in der Heimat meiner Mutter.»

Sina Frey

- 15 Jahre alt
- 9. Klasse Sekundarschule Niederhasli ZH
- In der Schweiz aufgewachsen
- Vater ist Schweizer. Mutter ist aus Syrien
- Muslima
- Hobbys: Lesen, Kochen, Musik
- Berufswunsch: Kauffrau/Detailhandel

«Stolze Muslimin»

Auch Qëndresa unterscheidet sich äusserlich nicht von ihren Schweizer Mitschülerinnen. Sie bezeichnet sich selber aber als «stolze Muslimin» und verbringt in der Freizeit mit Koranstudium.

Aufmerksam verfolgt sie die politische Debatte über Ängste vor einer Islamisierung der Schweiz. «Einige Politiker wollen den Islam in der Schweiz schlicht nicht akzeptieren», ist Qëndresa überzeugt.

Beide stören sich an oft geäusserten Vorurteilen: «Wir Muslime sind nicht alle Terroristen!» Gemeinsam interviewten sie auch Mitschüler, die sich abschätzig über Muslime geäussert hatten.

Dabei stellten sie wiederholt fest, dass sich deren Ablehnung auf radikal Muslime beschränkt und dass sich viele Schweizer nicht bewusst sind, wie negative Äusserungen zum Islam auf Muslime wirken.

Qëndresa Zymer

- 15 Jahre alt
- 9. Klasse Sekundarschule Niederhasli ZH
- In der Schweiz aufgewachsen
- Vater und Mutter aus Kosovo
- Muslima
- Hobbys: Reisen, Familie, Koran lesen
- Berufswunsch: Ärztin

(Echo der Zeit, 30.03.15, 18 Uhr)

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jürg-Peter Huber, Romanshorn
    Danke, Qendresa und Sina, für eure Zivilcourage! Menschen wie euch braucht dieses Land. Auch bin ich dafür, dass ein friedlicher Islam in der Schweiz unbehindert gelebt werden kann.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Susanne Heid-Roth, Rheinfelden
    ich habe Euch zugehört - DANKE! redet weiter, lasst Euch bloss nicht entmutigen! Euch zu hören gibt mir Hoffnnung und Zuversicht und ich freue mich, dass so kluge, wache, junge Menschen wie Ihr hier leben und sich äussern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Die Kopftuch Debatte ist auch eine Stellvertretter Diskussion über die Stellung der Frau. In der Schweiz gibt es Eltern, welche ihre Töchter gezielt unterdrücke (z.b. keine oder nur schlechte Ausbildung zu lassen), um ihre Töchter - teilweise gegen ihren Willen - mit einem Mann aus der Heimat zu verheiraten. Ausserdem ist das Kopftuch ein klares Statement, es sagt aus: Seht her, ich bin anders und gehöre nicht zu eurer Kultur.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jim Brunner, Bern
      Es macht diese Frauen nicht freier, wenn Ihnen Verboten wird, ein Kopftuch zu tragen. Falls eine Frau zuhause derart unterdrückt wird, dass sie sich nicht selbst zum Tragen oder Nichtragen eines Kopftuch entscheiden kann, dann wird ein Verbot diese Frau wohl noch unfreier machen, da sie ab dann wohl zuhause bleiben muss...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen