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Schweiz Joachim Gauck: «Die Schweiz ist ein kleines Europa»

Joachim Gauck wird nächste Woche zu einem Besuch in der Schweiz erwartet. Im Vorfeld äussert sich der deutsche Bundespräsident in der Sendung «Sternstunde Philosophie» zum Nachbarland. Er wünsche sich, dass die Schweiz eine Stimme in einem vereinten Europa werde.

Legende: Video Interview mit Bundespräsident Gauck abspielen. Laufzeit 0:54 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 29.03.2014.

Es ist der erste Besuch eines deutschen Staatsoberhauptes seit 2010. Damals weilte der 2012 zurückgetretene Christian Wulff in Bern. Nun besucht Joachim Gauck die Schweiz. Er wird am kommenden Dienstag in Bern empfangen.

Nach Angaben des Präsidialamtes in Berlin stehen unter anderem ein Gespräch mit Experten zum Thema direkte Demokratie, Treffen mit Vertretern der

Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur sowie Medien im Mittelpunkt. Der SRF-Sendung «Sternstunde Philosophie» hat der einstige Pastor und Wegbereiter des Mauerfalls bereits ein ausführliches Interview gegeben.

Vorbild Schweiz

Darin kommentiert Joachim Gauck unter anderem das Resultat zur Masseneinwanderungsinitiative vom 9. Februar. «Persönlich war ich traurig. Meine Freunde in der Schweiz gehörten nicht zu den Befürwortern», sagte er. Man lasse sich ja leicht von den Menschen, die einem ans Herz gewachsen sind, in seiner eigenen Meinung beeinflussen. Aber auch als politisch «einigermassen wachem Europäer» habe ihm das Resultat nicht gefallen.

Die Schweiz sei für ihn ein demokratisches Vorbild, wie ein kleines und frühes Europa. «Ich wünschte mir sehr, dass die Schweiz als eine Stimme in Europa dabei ist. Ich sehe dies im Moment natürlich nicht. Aber ich wünsche es mir», erklärte Gauck.

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64 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Guggisberg, Busswil
    Ja, Herr Gauck es gibt noch Grenzen in Europa und wir lassen uns nicht jeden Bären aufbinden. Diese Grenzen haben Sie gemacht, weil bei Ihnen nicht das Volk König ist. Euer Problem. Schaut zu dass Ihr da rauskommt !!!
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Herr Gauck dürfte ruhig etwas mehr Empathie entgegengebracht werden. Er ist ein wirklich vertrauenswürdiger Mensch und hat ein gutes Bild des Menschen - vielleicht manchmal nur zu gut. Er hat auch völlig Recht, wenn er sagt, dass die Schweiz zu Europa gehört, denn schliesslich ist Europa nicht gleich EU. Sollte die EU griffige Reformen ergreifen und sich hin zu mehr Föderalismus entwickeln, könnte es für die Schweiz durchaus eine Option werden, sich an einem neuen Projekt "Europa" zu beteiligen
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      In der Tat, so könnte Europa aussehen. Leider haben wir eine EU, die sich nur als eine Wirtschaftsmacht in imperialer Art und Weise ausbreitet.
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    2. Antwort von m.mitulla, wil
      Ich haben verschiedene Absichtserklärungen in Bezug auf mehr föderale Strukturen innerhalb der EU gehört. Schauen wir, ob den Erklärungen Taten folgen...
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    3. Antwort von Rudi Rappoldswiller, Zürich
      Herr Mitulla, wieso meint Herr Gauck, die Schweiz belehren zu müssen? Was will er eigentlich hier? Wir haben 700 Jahre lang gewusst, was zu tun war, es auch praktiziert und das mit Erfolg. - Was man vom übrigen Europa nicht grad behaupten kann, bei endlosen Kriegen und Millionen von Toten. Ab 1415 (verlorene Schlacht bei Marignano) war die Schweiz bewaffnet neutral und wurde bis heute in Ruhe gelassen. Eine rechte Leistung, meine ich. Während Deutschland immerhin 2 Weltkriege inszeniert hat.
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    4. Antwort von Sascha Stalder, Oberdiessbach
      @Rappoldswiler: Das war nicht die Schweiz die in Marignano verloren hat, das waren Innerschweizer Eidgenossen. Der Bundesstaat Schweiz wurde später von Napoleon aus verschiedenen Kantonen (Staaten) gegründet. Ich bin mir sicher Herr Gauck weiss das ;-)
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Die Schweiz ist tatsächlich ein kleines Europa. Aber klein, fein & überschaubar lebt es sich halt einfach besser.:-) Und vermutlich beneiden uns die übrigen Europäer einfach nur um unsere direkte Demokratie. Wenigstens das Volk, das in der EU zunehmend entmündigt wird.
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