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Markt erstmals durchleuchtet Junge greifen kaum noch zu Heroin

25 Jahre nach dem Platzspitz ist die Drogenszene kaum mehr sichtbar. Eine Studie hat hingeschaut auf den Heroinmarkt.

Legende: Video Situation auf Schweizer Heroinmarkt hat sich deutlich verbessert abspielen. Laufzeit 01:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.06.2017.
  • Die Situation auf dem Schweizer Heroinmarkt hat sich seit den 1990er-Jahren stark verbessert, wie eine neuartige Studie der Forschungsstelle Sucht Schweiz zeigt.
  • Der Markt ist kleiner, weniger gewalttätig und kaum mehr sichtbar, so die Studie.
  • Zudem koste das Heroin heute wesentlich weniger als noch vor 25 Jahren, was Studienleiter Franz Zobel auf die gesunkene Nachfrage zurückführt.
  • Bei den Jungen ist Heroin nicht mehr gefragt, wie er weiter sagt.

Die Lage auf dem Heroinmarkt in der Schweiz hat sich seit den 1990er-Jahren stark verbessert, wie Franz Zobel von der Forschungsstelle Sucht Schweiz in Lausanne sagt. «Wir haben einen kleinen, kaum sichtbaren Markt, auf dem wenig Gewalt herrscht.»

Sinkende Nachfrage drückt die Preise

Für die Studie befragten Zobel und sein Team im Kanton Waadt Drogensüchtige, Polizisten und Sozialarbeiter. Zudem untersuchten sie das Abwasser der Kläranlagen. Daneben sprachen sie auch mit Polizisten aus den Kantonen Bern, Genf und Zürich und mit Fachleuten des Bundes. Ihre Resultate gälten also für die ganze Schweiz, betont Zobel.

In der Waadt gibt es laut der Studie aktuell rund 1500 Heroinsüchtige – viel weniger als noch vor 25 Jahren. Auch der Preis für ein Gramm Heroin sei heute viel tiefer als damals. Zobel vermutet, dass die Nachfrage heute tiefer ist als das Angebot.

Albaner kontrollieren den Markt

Der zweite wichtige Nachweis der Studie: Der Heroinhandel in der Schweiz wird seit den 1990er Jahren von albanischen Kriminellen kontrolliert.

In den USA nimmt die Zahl der Heroinsüchtigen jüngst wieder zu. Hierzulande droht laut Zobel hingegen keine neue Heroinwelle. Den Stoff konsumierten vor allem jene, die vor 20 bis 30 Jahren damit angefangen hätten und nicht davon wegkämen. «Wir haben relativ wenig junge Leute, die sich für die Substanz interessieren.»

Zahlen zum Heroinmarkt in der Schweiz

Preis für ein Gramm Heroin
24–40 Franken
Preis für ein Gramm Heroin in den 80er-Jahren
500 Franken
Geschätzter Jahreskonsum in der Schweiz
1,8–2,5 Tonnen (gestrecktes Heroin)
Jährliche Ausgaben eines regelmässig Konsumierenden
5'000–20'000 Franken

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Heute stelle ich fest,dass dafür (Schischa) Wasserpfeife Rauchen,bei jugendlichen cool ist.Dies wird mit verschiedenen Substanzen und Düfte geraucht.Es gibt einige Eltern,die sehr besorgt sind,weil man nicht weiss,welche Auswirkungen dieses Rauchen auf Zeit hat.Eltern können bei jungen Erwachsenen nicht immer hinterher sein,da zur Selbstständigkeit auch Erfahrung gehört.Egal welche Art Droge dies auch ist,all zu viel ist ungesund, vor allem wenn man sich nicht selber im Griff hat, leider.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Die übelste aller neuen Drogen wird nicht oral konsumiert,sondern via Augen und Ohren und zwar bis zur vollständigen Verblödung.Kaufen kann man sie in jedem Applestore, völlig legal.Zuerst verliert man die Sprache an Neusprech,dann gehen zwischenmenschliche Fähigkeiten verloren,dann wird alles Private auf Facebook ausgebreitet,am Schluss ist man Opfer der IT-Industrie und gehört nicht mehr sich selbst.
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Habe Versuch gemacht mit facebook... habe es wieder aus meiner elektronik entfernt.. Etwas das man nicht braucht und keinen Nutzen bringt!
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Die neuen Drogen werden bestimmt viel mehr genommen. Man merkt es heute nicht mehr auf den ersten Blick, da diese "Drögeler" in der linken Gesellschaft etabliert sind. Jeder junge Mensch (man sieht es ihnen an) der mir sagt, dass er nicht rauche, nimmt irgend eine Droge und ich würde sagen, jeder dritte Kifft oder nimmt Drogen. Man versucht heute die "Drögeler" in Schutz zu nehmen und zu entkriminalisieren, da der Drogenkonsum bis tief in die Gesellschaft (auch Lehrer, Politiker usw.) besteht.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Aber die grösste und schlimmste Droge der Alkohol wird verharmlost, unter dem Motto wen viele etwas schlechtes tun ist es nicht schlimm. Neustes Beispiel der Ausschank von Alkohol an Raststätten, wie Süchtig ist man schon wenn man auf Alkohol nicht verzichten kann, gerade in dieser Diskussion wurde der Alkohol verharmlost, gerade von den Exponenten die hier am lautesten schreien. Ich nenne sowas "Heuchler"!
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    2. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Es gibt moderne Designerdrogen die an Partis genommen werden.. und natuerlich den Alkohol... aber wichtiger ist, dass mehr und mehr ihr Marihuana selber anbauen und das ist garantiert weniger gefaehrlich als die anderen oben genannten Drogen.. Ausserdem, die Jungen sind heute wohl etwas besser informiert und wirken intelligenter...
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    3. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      D. Röthenmund weiss nicht welche Droge schlimmer ist Alkohol oder Heroin. Weiss auch nicht welche mehr schädliche Auswirkung hat auf Körper,Seele und Geist. Ja es stimmt, dass rechte diesen Alkoholkonsum auf Raststätten frei geben wollen. Jedoch will man Kiffen (Hanf) legalisieren. So währen wir wieder ziemlich am gleichen Ort, ob rechts oder links. Beides Befürworte ich nicht.
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    4. Antwort von B. Schlegel (coolio)
      Roe, erstens ist es eine gemeine Unterstellung wenn Sie sagen, dass die "linke Gesellschaft" (was auch immer das ist) voller Drögeler ist. Vielleicht sollten Sie es den heutigen Jungen einfach glauben, wenn diese sagen sie würden nicht rauchen. Zweitens würde die Legalisierung von Drogen wie Cannabis und Psilocybin viele Vorteile bringen (viele Steuereinnahmen, bessere Qualitätskontrolle, weniger unnötige Gerichtsverfahren). Eine Entkriminalisierung / Legalisierung ist definitiv zu befürworten.
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    5. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Frau Roe nicht schon wieder die linke Schiene. Ausserdem gibt es viele dabei,die sich damit gar nicht befassen ob links oder rechts. Und mit dem Elternhaus hat das selten etwas zu tun. Nur damit Sie jetzt nicht meinen, es sind Jugentliche aus diesen Kreisen.
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    6. Antwort von Markus Berner (Markus Berner)
      Herr Roe, wieso kommen Sie darauf, dass die Drögeler in der linken Gesellschaft sind? Wenn man jeweils hört, was die Vertreter der rechten Gesellschaft so alles von sich geben, müssen die davor jeweils allerhand geraucht haben...
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