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Schweiz Kampf gegen Fachkräftemangel: vorerst mit freiwilligen Massnahmen

Der Schweizer Wirtschaft fehlen insgesamt 10'000 gut ausgebildete Berufsleute. In gewissen Branchen meldet jede dritte Firma grosse Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachleuten. Der Mangel könnte die wirtschaftliche Entwicklung abwürgen, warnen Experten.

Insbesondere Ingenieure und Informatiker gibt es in der Schweiz zu wenige. Aber auch medizinisches Personal oder Bauführer fehlen. Um den Mangel an Fachkräften in technischen Berufen oder in der Pflege zu lindern, wollen Bund, Kantone und Sozialpartner an einem Strick ziehen. Sie verständigten sich im Rahmen der Fachkräfteinitiative auf eine Stossrichtung. Massnahmen soll jeder selbst ergreifen.

Zum zweiten Mal nach 2011 versammelte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann Vertreter der Kantone sowie der Arbeitgeber und -nehmer zu Gesprächen zum Fachkräftemangel. Die Schweiz benötige Fachkräfte, um international konkurrenzfähig zu bleiben, sagte Schneider-Ammann. «Es wäre zu riskant, sich auf die Zuwanderung zu verlassen.»

Arbeiten nach 65

Resultat der Runde war die Verständigung auf vier Ziele, die zur Problemlösung beitragen sollen: Die höhere Qualifikation der Berufsleute soll angestrebt werden. Technische Innovationen sollen den Bedarf an qualifizierten Fachleuten senken. Beruf und Familie sollen besser vereinbar werden. Und ältere Angestellte sollen länger im Beruf bleiben – auch über das Pensionsalter hinaus.

Bund, Kantone und Sozialpartner sollen nun nach ihren Kompetenzen und Möglichkeiten Massnahmen in diese Richtungen ergreifen. Die Kantone wollten beispielsweise ausländische Konzerne vermehrt dazu motivieren, Lehrlinge auszubilden, sagte Jean-Michel Cina, Walliser Staatsrat und Präsident der Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz (VDK).

Gewerkschaftsbundspräsident Paul Rechsteiner und Arbeitgeber-Direktor Thomas Daum betonten unter anderem die Wichtigkeit der Grundausbildung und der höheren Berufsbildung. Das Ziel sei, dass 95 Prozent der Menschen eine nachobligatorische Ausbildung absolvieren, sagte Rechsteiner. Speziell gefördert werden sollen nach dem Konzept die technisch-naturwissenschaftlichen Berufe.

Freiwilliges Handeln fördern

Dass sich das Konzept im Wesentlichen auf Appelle beschränke, stellte Bundesrat Schneider-Ammann auf entsprechende Fragen in Abrede. Er betonte, dass die wichtigsten Partner sich auf ein gemeinsames Handeln geeinigt hätten – und die Fortschritte nun in einem Monitoring beobachten wollten. Es sei aber wichtig, dass die Unternehmen freiwillig handelten.

Kritische Fragen müsse man sich stellen, wenn in ein bis zwei Jahren keine Fortschritte festzustellen seien, sagte Daum. Allenfalls müssten dann auch andere Massnahmen diskutiert werden.

19 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Klein, Urdorf
    Wieso gehen dann die Einstiegslöhne immer weiter runter bzw. stagnieren? Statistik dazu: http://www.staufenbiel.ch/bewerbung-karriere/gehalt/salaere-im-ueberblick.html Ich als Ingenieur (mit sehr guten Arbeitszeugnissen) kann das auf jeden Fall nicht bestätigen. Der Bewerbungsprozess ist sehr hart und mit sehr vielen Mitstreiter (>30). Die Anforderungen sprangen in den letzten Jahre weit nach oben. Die Unternehmen haben nun die „Créme de la Créme“-Fachleute aus der EU gerochen.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Tornby
    In der CH gibt es zu wenig Ingenieure und Informatiker? Das ist ein guter Lacher! Ich arbeite täglich mit Ingenieuren zusammen und kenne auch Informatiker. In einem Fall arbeitet ein CH-Informatiker im Ausland weil er in der CH keine Stelle findet. In anderen Fällen haben CH-Ingenieure den Beruf an den Nagel gehängt bzw. den Beruf gewechselt auch wenn damit finanzielle Einbussen verbunden waren. Wir haben m.E. in der CH eher ein kulturelles Problem.
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Ist doch nichts neues, das CH-"Fachkräfte" im Ausland suchen und arbeiten, weil sie in der CH nichts mehr finden... Wäre schön, wenn das SRF hier mal etwas kritischen Journalismus beweisen würde, und mal nachforschen, ob a) die AN-Jammerer nicht einfach "nur" Ausländer wollen b) die RAV in BL/BS, ZH und AG immernoch dem arbeitslosen CH-Pflegepersonal das Auswandern schmackhaft macht c) was AN, SECO und RAV als "Gegenmassnahmen" umgesetzt haben... Mal zeigen WAS alles "Fachkräftemangel" ist
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  • Kommentar von Sylvia Pittet, Region Zürich
    Die vorgeschlagenen Massnahmen werden bereits seit Jahren von verschiedenen Seiten angepriesen. Es wäre an der Zeit, dass dem Gerede Taten folgen.
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