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Schweiz Kampf gegen Krebs – ein lukratives Geschäft

Mit dem Kauf der Krebssparte von GlaxoSmithKline verspricht sich Novartis deutlich bessere Margen. Der Markt mit Krebsmedikamenten ist sehr rentabel: Jeder dritte erkrankt an Krebs, und die Medikamente sind teuer. «Zu teuer!», sagen Kritiker.

Aufnahme von Kapseln in den Handflächen eines Mannes.
Legende: Firmen wollen ihre Präparate nicht immer kritisch hinterfragen, sagen Kritiker. Keystone/Symbolbild

Die Krebsmedizin hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die herkömmliche Chemotherapie wird immer öfters abgelöst von neuen Medikamenten, die den Krebs zielgerichtet angreifen können.

Novartis habe diesbezüglich eine vielversprechende Forschungspipeline, sagt der Onkologe Thomas Cerny. Er ist Präsident der Stiftung «Krebsforschung Schweiz». Novartis sei «eine sehr gut aufgestellte Firma in diesem Bereich».

Doch die neuen, zielgerichtet wirkenden Krebsmittel sind sehr teuer. Mehr als das Doppelte als noch vor wenigen Jahren geben die Krankenkassen heute für Krebsmedikamente aus. Das zeigt ein aktueller Bericht der Helsana. Um die 80'000 Franken pro Patient und Jahr kann eine moderne Krebstherapie kosten.

Kontroverse Diskussion über Preise

Auch weil der Nutzen vieler Mittel umstritten ist, wird seit langem kontrovers diskutiert, ob diese Preise gerechtfertigt sind. Einige bewirken nur gerade eine Lebensverlängerung von wenigen Wochen oder Monaten.

Onkologe Cerny hält die Preise auch für zu hoch. Zwar sei die Entwicklung von Krebsmitteln teuer und für die Firmen riskant, weil viele Medikamente noch während der Entwicklung scheitern würden. Doch sei es falsch, diese Kosten einfach auf die Patienten abzuwälzen.

«Das ist eine Milchmädchen-Rechnung, die eigentlich auf einem kompetitiven Weltmarkt nicht existieren sollte», findet Cerny. Vielmehr sollten Firmen, die sich keine Fehlleistungen in der Entwicklung erlauben, belohnt werden.

Das ist eine Milchmädchen-Rechnung, die auf einem kompetitiven Weltmarkt nicht existieren sollte.
Autor: Thomas CernyPräsident der Stiftung «Krebsforschung Schweiz»

Der Bedarf an neuen Krebsmitteln sei hoch, sagt der Mediziner. Zwar habe es grosse Fortschritte gegeben und mehr als 50 Prozent der Krebspatienten seien heute fünf oder zehn Jahre nach der Diagnose noch am Leben.

Doch Krebs ist in vielen Fällen noch immer eine nur schwer behandelbare Krankheit. Und den Krebs, den man mit einem Wundermittel bekämpfen kann, gibt es nicht. Vielmehr kennt die Medizin heute hunderte von unterschiedlichen Krebsarten. So gesehen sei weltweit «ein enorm grosser Bedarf an sehr verschiedenen Therapieansätzen gegeben», erklärt Cerny.

Firmen haben auch andere Interessen

Zusammen mit der Alterung der westlichen Gesellschaften ergibt sich also ein sehr grosses Gewinnpotential. Die Forschung sollte aber nicht alleine Firmensache sein. Denn um Kosten und Nutzen kritisch zu hinterfragen, brauche es vermehrt auch unabhängige Forschung, fordert Cerny.

Die Firmen seien nicht immer daran interessiert, dass man mit ihren Präparaten kritische Forschung betreibe, sagt der Onkologe. Sie wollten nicht unbedingt, dass erforscht werde, wie sich ihre Medikamente wirklich in der Bevölkerung bewähren. «Es ist sehr wichtig, dass hier die Politik die Türe aufmacht, um kritische Fragen zum Nutzen zu beantworten.»

Übernimmt Schweiz führende Rolle?

Wie gross ist der tatsächliche Nutzen der neuen Krebsmittel und was ist die Gesellschaft zu zahlen bereit? Diese Frage wird in der künftigen Diskussion eine wichtige Rolle spielen. Die Krankenkasse Helsana prophezeit in ihrem Bericht: «Krebstherapien werden hinsichtlich Belastung für die Gesellschaft und Kosten in Kürze Sorge Nummer eins.»

Mit der Neuausrichtung von Novartis wird die Schweiz eines der weltweiten Zentren der Krebsforschung. Sie könnte in dieser Diskussion eine führende Rolle übernehmen.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Jens Brügger, Schaffhausen
    Wie naiv zu glauben, Medikamente hätten den Sinn so schnell wie möglich zu heilen!!!
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Soso, "kritische Stimmen" hinterfragen die Krebstherapie für alle. Kaum verschleiert wird, dass es sich dabei um Faschisten handelt, die ganz im Sinne von Huxley die "Euthanasie" der Senioren fordern, damit "die Gesellschaft" ja nicht über Gebühr mit denen belastet wird, die diese Gesellschaft in ihrer letzten Form überhaupt geschaffen hatten.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Es braucht eine starke, von den Produzenten der Medikamenten unabhängige Forschung. Z.B. finanziert durch die Allgemeinheit und eine Abgabe auf die verkauften Medikamenten. Die Forscher müssten mit den Ärzten, mit Patientenorganisation, mit den Medikamentenproduzenten, den Behörden u.a. zusammenarbeiten (gemeinsame Entscheidungen über Forschungsprojekte usw.).
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    1. Antwort von christoph Lorenz Aeberhard, CH - 6062 Wilen
      Forschung, Forschung, Forschung was bleibt brauchbares am ende dieser Zyklen zurück, grundsätzlich garnichts ausser die Schwächung der monitären Geldströme, die in privaten Bunker parkiert werden ( Gewinne ) und wann auch immer in Investorengruppen für noch lukrativere Bereiche wieder an der Oberfläche erscheinen. Es wird von allen Seiten gejubelt bis die Nachkommen auf dem Opfertisch erscheinen, haben sie dann keine guten möglichkeiten für ihre Einkünfte zu erzielen, dann kommt dIE KREBS ANGST
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