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Schweiz Kampf um Bezahlung bei seltenen Krankheiten

Krankenkassen sind auf die Masse ausgerichtet, nicht auf spezifische Leiden von wenigen. Zum Problem wird das bei seltenen Krankheiten. Vor vier Jahren hat das Parlament deswegen eine nationale Strategie gefordert. Nun liegen die Vorschläge des Bundesrats vor. Konkret sind sie noch nicht.

Legende: Video Seltene Krankheiten – Kampf um Bezahlung abspielen. Laufzeit 03:31 Minuten.
Aus 10vor10 vom 15.10.2014.

Nein, eine Strategie habe der Bundesrat nicht vorgelegt, findet CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Aber es sei ein Anfang. Der Weg zur korrekten Diagnose und Therapie soll mit Fachzentren, wo sich Ärzte austauschen können, verkürzt werden.

Denn mit speziellen Leiden wie etwa der Glasknochenkrankheit oder Chorea Huntington, bei der die Muskeln und das Hirn angegriffen werden, sind auch sie selten konfrontiert, so Humbel. «Wenn man sieht, welche Odyssee gewisse Patienten durchlaufen müssen, dann ist das von grossem Nutzen. Je schneller sie zu einer richtigen Diagnose kommen, desto schneller kann auch eine Therapie einsetzen.»

Anstrengend ist für Betroffene oft auch der Kampf mit den Krankenkassen und der Invalidenversicherung um die Bezahlung von Behandlungen und speziellen Medikamenten. Hier will der Bundesrat ebenso ansetzen und lässt standardisierte Verfahren prüfen. Auch das sei erst ein Anfang, sagt Humbel. «Es muss hier eine Lösung gefunden werden, damit der rechtsgleiche Zugang gewährleistet ist, wenn es um seltene Krankheiten und Off-Label-Use von Medikamenten geht.»

Der Bund müsse mehr Verantwortung übernehmen. Welche Rechnungen übernommen würden, dürften nicht die Kassen allein entscheiden, ist die Nationalrätin überzeugt.

Eine Hand öffnet die Tür eines Spitalzimmers, darin ein leeres Spitalbett und diverse Geräte.
Legende: Wer auf eine sehr spezielle Behandlung angewiesen ist, hat je nach Krankenkasse das Einsehen. Keystone

Lösungen jetzt oder Antworten in der Zukunft?

Genau das fürchtet Paul Rhyn vom Krankenkassenverband Santésuisse: Dass die Kassen am Schluss weniger Kompetenzen, aber mehr Kosten haben. Er sagt: «Es besteht die Gefahr, dass mit dem Konzept über das Ziel hinausgeschossen wird.»

Das Konzept brauche es so nicht. Wenn schon, dann müsse der Blick in die Zukunft gerichtet werden. Da gebe es immer mehr personifizierte – und damit auch sehr teure – Behandlungen und Medikamente. Doch, so Rhyn: «Wie wir mit dieser Herausforderung umgehen wollen, darauf gibt dieses Papier keine Antwort.»

Ein grosser Wurf würde nur noch mehr Zeit kosten, entgegnet Humbel. Wichtig sei für die Betroffenen, dass endlich etwas gehe. Darauf hätten sie Jahre gewartet.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von m.fischbacher, nidau
    Wenn es nur spezifische Leiden von wenigen sind, sollte das für die KK kein Problem sein. Es ist nicht der Patient der die Medikamente teuer macht sondern die Pharmaindustrie die die Preise nicht senken. Ich finde nach Ablauf eines Patentes, sollte ein Medikament nur noch unter Berücksichtigung der Rohstoffpreise berechnet werden mit einem kleinen Plus für die Pharma. Diese soziale Art der Werbung würde aber leider auf kein Fussballtrikot passen...
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Genau die zukünftige personalisierte Behandlung wird im Einzelfall teurer werden aber viel weniger oft benötigt. D.h. dass Menschen seltener krank werden, weil jeweils gezielt nur das korrigiert wird, was aus dem Ruder gelaufen ist. D.h. auch, dass es bedeutend weniger Medizinpersonal braucht und die Gesundheitskosten wieder sinken. Wenn da nicht noch was wäre ... all die Krankheiten, vor denen wir heute machtlos stehen wie Bluthochdruck, Grippe(n), Krebs, Rheumatismus, Psychopathie u.v.a.m.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Jeder von uns kann heute, morgen oder übermorgen krank werden. Niemand will daran denken und gerne darüber sprechen. Dass aber einfach immer mehr (ALLES) durch die Krankenkassen übernommen werden sollte, über das kann man aber schon sprechen und sich Gedanken machen! Durch die vollständig mobil gewordene (bald 8 Milliarden) Weltbevölkerung, können fremde Krankheiten oder sogar Seuchen, überall Einzug halten! Müssen wir nun als "Einwanderungsland" wirklich ALLES durch die K-Kassen zahlen lassen?
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