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Schweiz Kantone fordern bessere medizinische Untersuchungen an der Grenze

In einem Brief an das Bundesamt für Migration fordern die kantonalen Migrationsbehörden, dass die Gesundheits-Checks in den Empfangszentren des Bundes verbessert werden. Sie verlangen zudem, dass auf die Zuweisung von Asylsuchenden mit ansteckenden Krankheiten ab sofort verzichtet wird.

Legende: Video Kantone fordern Gesundheits-Checks bei Asylsuchenden abspielen. Laufzeit 3:45 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.10.2014.

Die kantonalen Asylzentren sahen sich in letzter Zeit vermehrt mit Asylbewerbern konfrontiert, die an Windpocken, Krätze, Bettwanzen oder Tuberkulose erkrankt sind.

In einem Brief an das Bundesamt für Migration kritisieren sie nun, dass die Massnahmen des Bundes nicht ausreichend seien, um die Verbreitung solcher Krankheiten zu verhindern.

Die Kantone fordern deshalb, dass in den Empfangszentren des Bundes alle nötigen sanitarischen und medizinischen Massnahmen ergriffen werden, um die aktuellen Probleme zu lösen. Im Brief, welcher «10vor10» vorliegt, heisst es weiter, «es sei zwingend nötig, dass der Bund auf die Zuweisung von Asylsuchenden mit ansteckenden Krankheiten auf die Kantone verzichtet».

Bedenken wegen Ebola

Unterstützung erhalten die Kantone auch von politischer Seite. In einem Vorstoss verlangt CVP-Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel, dass wegen der Ebola-Gefahr die grenzsanitarischen Untersuchungen wieder eingeführt werden. Aus Spargründen wurden diese vor acht Jahren abgeschafft.

Der Bund verweist darauf, dass im Rahmen des Asyltestbetriebs in Zürich bereits geprüft werde, wie die medizinischen Untersuchungen bei Asylbewerbern verbessert werden könnten.

Die Ebola-Massnahmen in den Empfangszentren hätten sich bisher bewährt. Das Bundesamt für Gesundheit bestätigt, dass bisher sieben Personen medizinisch auf Ebola untersucht wurden. Zwei Personen wurden danach unter Quarantäne gesetzt. In beiden Fällen hat sich der Verdacht auf Ebola jedoch nicht erhärtet.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von jc heusser, erstfeld
    Unglaublich wie viel es braucht bis unsere "Politiker sprich Volksvertreter" endlich reagieren!
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  • Kommentar von M. Tisserand, Indonesien
    Selbst ich als Laie hätte solche Untersuchungen von Anfang an gemacht - egal ob populär, oder nicht. Aber eben, unsere hochbezahlten Experten haben ja alles im Griff. Mein Vertrauen in unsere Regierung ist dahin - mehr noch, die muss ausgewechselt werden.
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  • Kommentar von Christian Schulthess, 8824 Schönenberg
    Das ist ja so was von peinlich das, dass erst jetzt kommt. In der Schweiz wurde mal die Tuberkulose ausgerottet. Aber nein dann haben wir diese von Afrika wieder regelrecht importiert mit dem Asylwesen. Dies schon vor 6 Jahren. Ich finde die Schweiz einfach nur peinlich. Bei der SP nennt man das Humane Tradition. Schwachsinniger geht es nicht mehr. Das ganze wird über die Krankenkassen abgerechnet. Es ist einfach, kranke Menschen werden an der Grenze abgewiesen.
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