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Schweiz Kantone sind gegen einheitliche Ladenöffnungszeiten

Werktags offene Läden von 6 bis 20 Uhr – das möchte der Bundesrat in der ganzen Schweiz erreichen. Die Vernehmlassung zu diesem neuen Bundesgesetz geht heute zu Ende. Die Meinungen sind geteilt.

Früchteauslage vor einem Lebensmittelladen
Legende: Wann sollen Läden abends schliessen? Bundesrat und Parlament werden sich bald wieder mit dieser Frage befassen. Keystone

Die Idee zu national einheitlichen Ladenöffnungszeiten hatte CVP-Ständerat Filippo Lombardi. Werktags von 6 bis 20 Uhr, an Samstagen von 6 bis 19 Uhr sollen die Menschen hierzulande einkaufen können, egal, in welchem Kanton sie sich gerade aufhalten. Lombardis Motion wird vom Bundesrat und dem Parlament unterstützt.

Keine Freude an diesen Plänen haben die Kantone. Der Präsident der Volkswirtschaftsdirektoren-Konferenz, der Berner Regierungsrat Andreas Rickenbacher, sagt, die Regionen der Schweiz seien unterschiedlich: «Wir sind der Meinung, dass die Kantone nach wie vor die lokalen Begebenheiten besser kennen, um das zu regeln.» Zudem hätten vergangene Abstimmungen zu erweiterten Ladenöffnungszeiten in diversen Kantonen klar gezeigt, dass die Konsumenten das nicht wollten.

«Bedingungen sowieso schwierig»

Gegen die Pläne des Bundesrates sind auch die Vertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Öffnungszeiten von 6 Uhr bis 20 Uhr – das sei für viele schwierig zu organisieren, vor allem für Frauen im Verkauf, sagt Gabriel Fischer von TravailSuisse: «Das ist eine Branche, in der sowieso schon schwierige und wechselnde Arbeitszeiten vorherrschen.» Eine weitere Verstärkung dieser Lage sei nicht erwünscht, so Fischer.

«Gleich lange Spiesse»

Dem widerspricht der Detailhandelsverband Swiss Retail. Geschäftsführer Adrian Wyss ist überzeugt, dass verschiedene Schichten und Stundeneinsätze zu Randzeiten sehr gefragt sind, gerade auch bei weiblichen Angestellten. Zudem sei es nicht mehr zeitgemäss, dass in einem kleinen Land wie der Schweiz jeder Kanton andere Ladenöffnungszeiten habe.

Weiter gebe es auch verschiedene Regelungen für die Geschäfte: «Läden an Bahnhöfen und Tankstellen dürfen länger offen halten als zum Beispiel Dorfläden», erinnert Wyss. Es gehe darum, gleich lange Spiesse zu schaffen. Darum unterstütze der Verband die Motion Lombardi.

Nach der Vernehmlassung, die heute zu Ende geht, befasst sich der Bundesrat wieder mit diesem Geschäft; dann geht es ins Parlament.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Mayenfisch, Winterthur
    Die Gewerkschaften und die PS kämpfen einen falschen Kampf.Viele Angestellte arbeiten gerne in Randzeiten.Der richtige Weg wäre zwingend Löhne in Randzeiten höher zu fordern und dann auch konsequent umzusetzen und zu kontrollieren.
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  • Kommentar von S.M. Hatten, Zürich
    Wer längere Öffnungszeiten befürwortet, dem wird schnell "Bequemlichkeit" oder "Zwängerei" vorgeworfen. Das ist unfair. Es gibt so viele Leute, die länger als 18:30 Uhr arbeiten müssen. Nur einige Beispiele: Busfahrer, Spitalpersonal, Köche, Servicepersonal, Polizisten und und und. Alle diese hunderttausende von Leuten sind bestimmt nicht bequem - wenn sie das wären, könnten nämlich auch die Öffnungszeiten-Prediger abends nicht mehr Zug fahren, ins Restaurant oder ins Kino gehen.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Es denken leider viel zu viele Menschen nur an die Bequemlichkeit bis 20 Uhr einkaufen zu können. Die wenigsten denken aber an die Frauen und Männer welche zu Hause Kinder haben, die sozusagen Elternlos aufwachsen weil sie Fremd-betreut werden. Der Egoismus ist schon grenzenlos geworden. Leider wird über die Kosten wird sowieso nicht nachgedacht.
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    1. Antwort von P.Bürger, Schaffhausen
      @B.Hochueli:1.Welche Bequemlichkeit?Nicht jeder hat eine Hausfrau daheim & arbeitet länger als bis 1700H!Was bitte haben Ladenöffnungszeiten mit Bequemlichkeit zu tun? 2.Nicht jeder hat Kinder zuhause!Wiedereinsteigerinnen kommt das doch zugute,oder? 3. Was für Kosten scheuen sie? Das ist doch ein unternehmerischer Entscheid. Wenn er denkt es lohnt sich hat er offen, wenn nicht, schliesst er. So einfach ist die Welt!
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