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Schweiz Kinder und Cybermobbing – Eltern oft unwissend

Mama und Papa sind meist ahnungslos, wenn es um die Gefahren für ihre Kinder im Internet geht. Dass ihre Kleinen bereits Sexbilder gesehen oder Bekanntschaften mit Fremden geschlossen haben, erfahren sie entweder später oder gar nicht.

Legende: Video Gefahr für Kinder aus dem Netz abspielen. Laufzeit 0:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.03.2013.

Eine Studie der Universität Zürich zeigt, dass jedes zweite Kind im Alter von 9 bis 16 Jahren schon einmal ein Risiko im Internet erlebt hat. Zu diesen Risiken gehören etwa der Konsum von Sexbildern und Gewaltdarstellungen, reale Bekanntschaften mit Internet-Bekanntschaften und Cybermobbing.

Gemäss der «EU Kids Online Studie», für die 1000 Kinder aus der Schweiz befragt wurden, haben 38 Prozent der Kinder innerhalb des letzten Jahres sexuelle Darstellungen gesehen. Oft wurden die Bilder aber nicht aktiv gesucht, sondern sie erschienen über Pop-ups, die sich ohne Zutun der Kinder öffneten.

Unabhängig von Alter und Geschlecht ihres Kindes nehmen etwa 40 Prozent der Eltern fälschlicherweise an, dass ihr Kind noch nie Pornobilder oder -filme gesehen hat. Besonders Eltern junger Kinder liegen mit ihrer Einschätzung aber oft falsch.

Fast jeder 15. trifft sich mit Fremden

Falsch liegen viele Eltern auch, was Kontakte zu Unbekannten angeht. Gemäss der Studie haben bereits 25 Prozent der Kinder über das Internet Bekanntschaften geschlossen. Mehr als jeder Dritte davon hat sich schon einmal mit einer vorher unbekannten Person getroffen.

Hier zeigt sich allerdings ein deutlicher Geschlechterunterschied: Knaben treffen doppelt so häufig Unbekannte wie Mädchen. Obwohl gerade diese Treffen das grösste Gefahrenpotential darstellen, wissen Eltern meist nichts davon.

68 Prozent der Eltern gehen davon aus, dass sich ihr Kind sicher nicht mit Fremden trifft. Nur gerade 16 Prozent sind über die Treffen informiert.

Jungs reden selten über Probleme

Auch in Sachen Cybermobbing sind die Eltern oft ahnungslos. Nur 45 Prozent der Eltern von gemobbten Kindern wissen, dass ihr Kind zum Opfer einer Schmäh-Kampagne im Internet wurde.

Am auffälligsten ist die Diskrepanz bei männlichen Cybermobbing-Opfern: 81 Prozent ihrer Eltern wissen nicht, was ihrem Sohn widerfahren ist.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von C.E.C.Yeager, Schweiz
    Erbarmen mit den Eltern habe ich nicht, mir tun nur die Kinder leid. Als erwachsener hätte man viele möglichkeiten seine Zöglinge wie auch sich selbst zu schützen. Wer nicht weiss wie sollte es villeicht erst lernen. Kurse und Medienhinweise gibt es ja genug. Aber auch wen jemand mein seinen Bildungsausfall durch Technick-Inkompatibelität erklähren können, dem Kind gegenüber empathie zu zeigen wäre ebenso wichtig.
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  • Kommentar von Bernd B., Basel
    Das Internet wurde nie speziell für Kinder entwickelt und diese haben dort nichts zu suchen. Dumme Eltern die ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigen was Internet angeht, lassen ihre Kinder wohl auch noch nach 23 Uhr auf der Strasse spielen.
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  • Kommentar von EVA Einstein-Pestalozzi, Zürich
    Im Fegefeuer des Medien-Infotainments verloren. wer weiss da noch was er wann zufäälig oder bewusst anklickt.. und schwupps ist er gefangen und die Stunden sind dahin gegangen.. gefangen im Netz.. Auch Eltern sind nur Menschen und haben kaum noch Zeit Internetwächter zu spielen.. Tagesschulen wären in dieser Hinsicht ein Segen endlich Zeit und Raum den ganzen Tag für ganzheitliche MenschenBildung unserer zukünftigen mündige eigenverantwortlichen Generation einer hoffnungsvolle Schwe...
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