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Kriminalstatistik 2017 Zahl der Straftaten weiter rückläufig

Legende: Audio Die Schweiz ist sicherer geworden abspielen.
2:34 min, aus Rendez-vous vom 26.03.2018.
  • Die Zahl der Straftaten in der Schweiz ist 2017 gemäss der polizeilichen Kriminalstatistik erneut zurückgegangen.
  • Die Zahl der beschuldigten Minderjährigen stieg jedoch zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder an.
  • Auch die Drohungen gegen Beamte nahmen im vergangenen Jahr zu.
Ein Polizei-Absperrband vor einem Uhren-Geschäft.
Legende: Rückläufig: Seit 2012 geht die Zahl der Straftaten in der Schweiz zurück. Keystone

Schweizer Polizisten registrieren insgesamt immer weniger Straftaten. Im vergangenen Jahr ist die Zahl um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Damit wurde erneut der tiefste Wert seit der Revision der Statistik im Jahr 2009 erreicht.

Auch beim Betäubungsmittelgesetz und beim Ausländergesetz wurde ein Rückgang von 3,8 Prozent beziehungsweise 9,1 Prozent verzeichnet, wie der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) zu entnehmen ist. Insgesamt nimmt die Zahl der Straftaten seit 2012 kontinuierlich ab.

Legende:
Kriminalstatistik Straftaten nach Gesetzen Kriminalstatistik 2017 (BFS)

Minderjährige häufiger straffällig

Zum ersten Mal seit sieben Jahren wurden dagegen mehr Minderjährige wegen Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch beschuldigt. Die Zahl nahm um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Bei den jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) ist diese Tendenz nicht auszumachen. Bei ihnen ging die Zahl der Beschuldigten um 3,4 Prozent zurück.

Die Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) zieht ein positives Fazit. «Angesichts der anspruchsvollen Sicherheitslage, der zunehmenden Komplexität der Fälle und der Bevölkerungszunahme ist dieses Ergebnis als äusserst positiv zu bezeichnen», schreibt sie in einer Mitteilung.

Weniger Einbrüche

Die Abnahme der Straftaten sei insbesondere im Rückgang der Vermögensdelikte zu finden, welche mehr als zwei Drittel aller Straftaten gegen das Strafgesetzbuches darstellen.

Gegenüber dem Vorjahr nahmen diese erneut um 6 Prozent ab, was einer Reduktion von über 19'200 Straftaten entspricht. So wurden im vergangenen Jahr 12 Prozent weniger Einbruchdiebstähle registriert. Taschendiebstähle und Fahrzeugeinbruchdiebstähle nahmen um 15 beziehungsweise 10 Prozent ab. Die Betrugsfälle waren um 16 Prozent und die Raubfälle um 7 Prozent rückläufig.

Mehr Drohungen gegen Beamte

Trotz allgemeinem Rückgang gab es auch Delikte, die gegen den Trend verliefen. So wurden im vergangenen Jahr beispielsweise erstmals über 3000 Straftaten von Gewalt und Drohung gegen Beamte polizeilich registriert. Dies entspricht mehr als acht Straftaten pro Tag. Laut der KKPKS kann die Zunahme mit einer restriktiveren kantonalen Politik zusammenhängen.

Auch im Bereich der Cyberkriminalität gab es mehr Verstösse gegen das Strafgesetzbuch. Taten wie unbefugte Datenbeschaffung (+9 Prozent), unbefugtes Eindringen in Datensysteme (+5 Prozent) und betrügerischer Missbrauch einer EDV-Anlage (+4 Prozent) nahmen zu.

Betrachtet man den Aufenthaltsstatus der Beschuldigten so gehörten 79 Prozent zur ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz (schweizerische oder ausländische Staatsangehörige). Der Anteil der ausländischen Beschuldigten ohne Schweizer Wohnsitz ging um knapp 5 Prozent zurück.

51 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Endlich kann auch im Strafvollzug gespart werden! Oder Mittel für die überbelegten Genfer Gefängnisse bereit gestellt werden. Immerhin weniger Straftaten in der CH, das ist wenigstens etwas. von wem auch immer. Weniger ist weniger, und so gesehen ist dies wenigsten eine good news.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Also, wenn nur ein Bruchteil der Vorfälle gemeldet werden, kann man nicht behaupten, dass die Schweiz sicherer geworden ist. Das lässt sich etwa vergleichen mit dem Resultat einer Abstimmung, die nur von 30 % getätigt wurden. Das Stimmergebnis bei mind. 80 % wüde wohl anders lauten, als das effektive Resultat. Genau so ist es mit der Statistik in Sachen Sicherheit, oder eben Unsicherheit in der Schweiz.
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    1. Antwort von kurt trionfini (kt)
      Frau Zelger: "Wenn nur ein Bruchteil der Vorfälle gemeldet werden...". Nur ein Bruchteil- Wie kommen Sie denn darauf? Wie hoch würden Sie denn diesen Bruchteil gerne schätzen? Falls Sie von "nur ein Bruchteil" ausgehen wollen: Würde diese Behauptung auch für die Vorjahre gelten?
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Und wie kommen Sie darauf, dass nur ein Bruchteil der Vorfälle gemeldet werden und dass das anders ist als in anderen Jahren?
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    3. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Mueller - Das habe ich - zu diesem Thema! - ausfuehrlich ohne Unterstellungen gegen oder Angriffe auf Mitkommentatoren ausfuehrlich begruendet. Es wurde aber trotz netiquettenkonformitaet nicht freigeschaltet. Offensichtlich politische statt nur netiquettenkonforme Zensur....
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  • Kommentar von Michel Koller (Mica)
    @Wolf: Ihre Aussagen: "Herr Räumelt sagt es von A bis Z korrekt." "Nun dies steht ja eben nicht, weil die Vermutung zu dieser Statistik von A.Keller stimmt." Können Sie diese Aussagen belegen oder mit Indizien untermauern? Wo bleiben die Beweise für diese Aussagen?
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