Langfinger wählen die Schweiz – fast im Minutentakt

Die reiche und dichtbesiedelte Schweiz ist ein Paradies für Einbrecher: Alle sieben Minuten brechen Kriminelle eine Wohnung oder ein Haus auf. Die Eidgenossenschaft liegt damit westeuropäisch an der Spitze. Besonders und zunehmend leiden die Grenzkantone und die Städte an den grossen Autobahnachsen.

Mit den kürzer werdenden Tagen mehren sich auch wieder die Einbrüche. Dabei zeigt sich ein gesamtschweizerisch gültiges Muster, wie Gian-Andrea Rezzoli von der Kantonspolizei St. Gallen gegenüber SRF erklärt. So nutzt die Täterschaft für ihre Diebeszüge die Anonymität in den Städten aus. Zugleich wird an den grossen Autobahnachsen mehr eingebrochen als anderswo, ganz nach dem Motto: Schnell vor Ort – schnell wieder weg.

Die Statistik ist eindrücklich: Alle sieben Minuten steigt in der Schweiz ein Einbrecher in eine Wohnung oder ein Haus ein. Und nur bei jedem sechsten Einbruch kann die Täterschaft ermittelt werden.

Kooperation mit Grenzwache

Als Grenzkanton ist St. Gallen zusätzlich exponiert, wie Rezzoli weiter erklärt: «Die Täterschaft kommt vielfach über diese Grenze in der Schweiz und sucht dann auf dem gleichen Weg das Weite.» Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Der Kanton verzeichnete im vergangenen Jahr ein Drittel mehr Einbrüche als im Jahr zuvor.

Die Polizei hat darauf reagiert – indem sie beispielsweise mit der Grenzwache zusammenarbeitet. Diese wird zum Beispiel bei laufenden Fahndungen einbezogen, hilft bei Kontrollen und beim Durchsuchen von Fahrzeugen mit.

Militärpolizei als zusätzliche Abschreckung?

Mit ähnlichen Problemen wie St. Gallen kämpfen alle Grenzregionen. Auch im Baselbiet hat die Zahl der Einbrüche im vergangenen Jahr um einen Drittel zugenommen. Daher schickte der Kanton zuletzt ein Bataillon der Militärpolizei eine Woche lang zusammen mit der Kantonspolizei auf Patrouille durch den Kanton.

Mediensprecher Meinrad Stöcklin von der Baselbieter Polizei zieht eine positive Bilanz: Es ging um das gegenseitige Kennenlernen der Abläufe und Organisationen. Zudem wurden mehrere gesuchte Personen angehalten.

Nur ein Sechstel der Fälle werden gelöst

Polizei und Militärpolizei konnten allerdings bei ihrem gemeinsamen Einsatz bloss einen mutmasslichen Einbrecher festnehmen. Ob die Präsenz des Militärs abschreckend auf potenzielle Kriminelle wirkte, lässt sich schwer abschätzen. Der Kampf gegen Einbrecher ist generell schwierig. Sie sind immer einen Schritt voraus.

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Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • In keinem anderen westeuropäischen Land gibt es derart viele Einbrüche pro Einwohner wie hier in der Schweiz. Symbolbild.

    Mit der Feuerwehr auf Einbrecher-Jagd

    Aus Rendez-vous vom 6.11.2013

    Alle sieben Minuten bricht in der Schweiz ein Krimineller in ein Haus oder eine Wohnung ein. Besonders betroffen waren letztes Jahr grenznahe Regionen. Die Kantone versuchen, sich gegen Einbrüche zu wappnen.

    In der Aargauer Gemeinde Hirschthal patrouilliert seit 15 Jahren die Feuerwehr durchs Dorf. Seither wird die Gemeinde von Einbrüchen praktisch verschont.

    Patrick Künzle und Alex Moser