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Burnout im Schulzimmer Lehrer fordern besseren Schutz ihrer Gesundheit

Vielen Lehrerinnen und Lehrer machen die hohen Anforderungen an ihren Beruf gesundheitlich zu schaffen, ein Drittel ist Burnout-gefährdet. Am Schweizer Bildungstag stellen die Lehrerverbände Forderungen zum Gesundheitsschutz.

Legende: Video Lehrpersonen erkranken immer öfter an Burnout abspielen. Laufzeit 1:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.08.2017.

So steht es um die Gesundheit der Lehrpersonen: Mehr als sechs von zehn Lehrpersonen sind der Ansicht, dass sich ihr Gesundheitszustand in den letzten fünf Jahren aufgrund der Arbeit verschlechtert habe. Das stellt eine kürzlich vom Syndicat des enseignants romands (SER) in Auftrag gegebene Studie fest. Gemäss einer 2014 publizierten Nationalfondsstudie der Fachhochschule Nordwestschweiz fühlte sich jede fünfte Lehrperson «ständig überfordert». Jeder dritte Pädagoge leide mindestens einmal pro Monat unter depressiven Beschwerden, ebenso viele seien Burnout-gefährdet.

Diese Forderungen stellen die Lehrverbände: Lehrpersonen sollen arbeiten, ohne dass die Gesundheit schaden nehme. Es seien Verbesserungen auf der Ebene der Gemeinden, Kantone und des Bundes notwendig. So sollen Unterstützungssangebote geschaffen werden, die den von betroffenen Lehrpersonen zur Verfügung stehen würden. An vielen Schulhäusern fehle ein Konzept zum Schutz der Gesundheit. Auch die Schulbauten sollen den Gesundheitsnormen entsprechen. Es brauche Räume, in denen es nicht zu dunkel, nicht zu laut und nicht zu stickig sei.

Das Thema der Gesundheit der Lehrpersonen ist tabuisiert wie in vielen Berufen. Man muss es jetzt aus dem Schatten holen uns ins Licht stellen. Denn die Gesundheit der Lehrperson ist direkt verknüpft mit den Leistungen der Schülerinnen und Schüler.
Autor: Beat W. ZempZentralpräsident Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz
Ich glaube, dass viele Instrumente schon vorhanden sind, dass sie einfach etwas zu wenig genutzt werden. Hier müssen wir ansetzen: Bei der Sensibilisierung. Wir müssen die Schulleitungen stärken, damit sie wissen, welche Instrumente sie nutzen können.
Autor: Silvia SteinerPräsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK
In der Arbeitswelt gibt es immer mehr Druck, das gilt auch für die Lehrer. Die rasche Entwicklung, die wir in der Gesellschaft haben, führt zu Unsicherheit. Was können wir tun? Wir müssen den Menschen Sicherheit geben, Sicherheit am Arbeitsplatz, auch soziale Sicherheit.
Autor: Alain BersetBundesrat

So werden Lehrer krank: Lehrerinnen und Lehrer würden dazu neigen, sich selber im Beruf zu überfordern, stellt der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer (LCH) fest. Oftmals würden dann Körper und Psyche die Lehrpersonen zu einer Notbremsung zwingen. Der LCH stellt den Fall von Lucio vor, einem Sportlehrer Mitte 40. Dieser erzählt von seinem Burnout: «Ich war so überfordert, dass ich nicht nach Hause fuhr, sondern die Nacht durcharbeitete. Das hatte ich früher oft getan, doch diesmal war alles anders. Als es Morgen wurde, rief ich den Rektor an und sagte, wie es mir ging und dass ich Angst davor hatte, in der Schule zu sein.»

23 Kommentare

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  • Kommentar von Giovanni Maletta (GiovanniM)
    Die Annahme, Lehrpersonen hätten 13 Wochen Ferien, ist in ihrer Naivität etwa gleichzusetzen mit der mittelalterlichen Annahme die Sonne dreht sich um die Erde. Zur gesellschaftlichen Aufklärung ein Zitat aus der Arbeitszeitenregelung des Volksschulamtes: "Eine 100%-Anstellung basiert auf einer 42-Stunden-Woche. Über das Jahr ergibt das eine Bruttoarbeitszeit von 2184 Stunden. Der Ferienanspruch beträgt bis zum 50. Altersjahr 4 Wochen, [...]."
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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Es vergeht keine Monat, in dem nicht Lehrer irgend was fordern, kürzere Arbeitszeiten, mehr Lohn, Hilfe im Unterricht usw.
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Bei soviel Ferientage hätte ich auch Burnout, denn für ein Burnout fehlt mir einfach die Zeit.
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