Lehrplan 21 wird abgespeckt

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz bewertet den Lehrplan 21 positiv. Trotzdem soll das Papier verschlankt und in einigen Punkten überarbeitet werden.

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Lehrplan 21 wird abgespeckt

2:34 min, aus Tagesschau vom 11.4.2014

Nach der Auswertung der Rückmeldungen in der Konsultation hat die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) entschieden, den Lehrplan 21 noch einmal überarbeiten zu lassen. Der Entwurf sei zwar positiv aufgenommen worden, es habe aber auch Kritik gegeben.

Diese betrifft vor allem den Umfang, den Detaillierungsgrad sowie die teilweise zu hohen Anforderungen an die Schüler. Deshalb will die D-EDK den Lehrplan 21 – er umfasst in der ersten Version 550 Seiten – um 20 Prozent kürzen. Weiter soll in einigen Fachbereichen der Aufbau der Kompetenzen weniger kleinschrittig beschrieben werden.

Sprachenstrategie auf gesamtschweizerischer Ebene

An den Lehrplänen für die Fremdsprachen werden bei der Überarbeitung nur einzelne Korrekturen vorgenommen. Fragen im Zusammenhang mit der Sprachenstrategie der EDK müssten gegebenenfalls unter Einbezug aller Sprachregionen auf gesamtschweizerischer Ebene diskutiert werden, hiess es.

Die überarbeitete Version soll im Herbst 2014 vorliegen und Ende 2014 von den Erziehungsdirektoren der Deutschschweiz zur Einführung in den Kantonen freigegeben werden. Die meisten Kantone planen die Einführung für das Schuljahr
2017/18, einzelne Kantone früher.


Reaktion von Beat Zemp, Präsident des Lehrerverbands

2:26 min, aus SRF 4 News aktuell vom 11.04.2014

Vorwiegend positive Reaktionen

Der Schweizerische Lehrerverband reagierte positiv auf die Ankündigung der D-EDK . Die nun kommunizierten Änderungen des Lehrplans 21 gingen in die richtige Richtung, sagte Verbandspräsident Beat Zemp im Gespräch mit SRF. «Die Hauptforderung, der Lehrplan müsse abspecken, ist erfüllt worden.»

Auch ist es der D-EDK gelungen, den Kanton Basellandschaft wieder an Bord zu holen. Doch eine Gruppe von kritischen Lehrern ist noch nicht zufrieden. Sie befürchten, dass der Lehrplan 21 zu einem Ranking der Schüler und Schulen führen könnte. Die D-EDK will nun das Gespräch mit diesen Lehrern suchen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Die kritischen LehrerInnen stört vor allem, dass der Lehrplan Fertigkeiten vorgibt, die die Schüler beherrschen müssen, und nicht mehr Lerninhalte definiert.

    Neues Motto zum Lehrplan 21: Weniger ist mehr

    Aus Echo der Zeit vom 11.4.2014

    Das Harmonisierungsprojekt für die Schulen der 21 Deutschschweizer Kantone ist auf Kurs. Aber es wird abgespeckt: Von 550 auf 440 Seiten soll der Lehrplan 21 schrumpfen. Der Dachverband Lehrer und Lehrerinnen Schweiz begrüsst diese Änderung.

    Eine Gruppe von kritischen LehrerInnen möchte aber noch weiter abspecken.

    Rafael von Matt

  • Lehrplan 21 muss abspecken

    Aus Tagesschau vom 11.4.2014

    Der Lehrplan 21 definiert, welches Wissen und Können den Schülerinnen und Schülern der Volksschule während ihrer Schulzeit vermittelt wird. Nun hat die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz entschieden, der Lehrplan sei viel zu umfangreich und die Anforderungen an die Schüler zu hoch. Nun müssen die Erziehungsdirektoren nochmals über die Bücher.

  • Grundsätzlich stehen die Kantone und die Lehrerverbände hinter dem Lehrplan 21, einige Änderungen seien aber nötig.

    Der Lehrplan 21 soll schlanker werden

    Aus Rendez-vous vom 11.4.2014

    Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren haben nach der Vernehmlassung entschieden, den Lehrplan 21 zu verschlanken. Fast 1000 Rückmeldungen hat es gegeben - viele positive, aber auch kritische. Deshalb wird der Lehrplan nun überarbeitet. Was wird geändert?

    Rafael von Matt

  • Wirtschaft kritisiert Lehrplan 21

    Aus ECO vom 20.1.2014

    Was Kinder an Deutschschweizer Schulen künftig lernen, steht im neuen Lehrplan 21. Das über 500-seitige Werk, das bis Ende 2013 in der Vernehmlassung war, beschreibt detailliert, welches Wissen wie vermittelt werden soll. Von allen Seiten hagelt es aber Kritik – auch von der Wirtschaft: Diese ist mit dem Lehrplan 21 überhaupt nicht einverstanden, und das, obwohl es in der Grundschule erstmals ein eigenes Wirtschafts-Fach geben soll.

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