Leichter Anstieg der Asylgesuche

Die Zahl der Asylgesuche hat im Vergleich zum Vormonat leicht zugenommen. Grund dafür ist der grosse Ansturm auf Süditalien. Allein am vergangenen Wochenende wurden 1500 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet.

Gerettete Flüchtlinge auf einem Schiff

Bildlegende: Jede Woche werden mehrere Tausend Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Reuters

In der Schweiz macht sich der grosse Ansturm von Bootsflüchtlingen auf Süditalien bemerkbar. Im Mai wurden rund 14 Prozent mehr Asylgesuche als im Vormonat eingereicht. Das sind insgesamt 1680 Gesuche.

Asylgesuche Vergleich der Anzahl von Januar bis Juni 2014 Bundesamt für Migration

Besonders aus Eritrea ersuchten viele Personen um Asyl. Im Mai stellten 392 Eritreer einen Antrag, 50 Prozent mehr als im April. Daneben zählt auch Syrien weiterhin zu den Hauptherkunftsländern. Aus dem Bürgerkriegs-Land kamen 364 Antragssteller, die Zahl ging aber im Vergleich zum Vormonat um 12 Prozent zurück.

Schweiz «nicht Hauptzielland»

Von Tunesiern (+59 Prozent), Afghanen (+52 Prozent) und Somaliern (+34 Prozent) gingen ebenfalls deutlich mehr Asylgesuche ein als im April. Die Gesuche aus Nigeria (58, -2 Prozent) und Sri Lanka (52, -30 Prozent) gingen zurück.

Asylgesuche nach Nationen Vergleich der Monate April und Mai Bundesamt für Migration

Schweiz nicht Hauptzielland

Italien erlebt seit Monaten einen Rekordansturm von Flüchtlingen. Allein am letzten Wochenende hat die italienische Marine mehr als 1500 Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Seit Anfang Jahr sind bereits 54'000 Personen in Süditalien gelandet, mehr als im ganzen Jahr 2013.

Dies habe zu einer erheblichen Weiterwanderung in mehrere andere europäische Staaten geführt, schreibt das Bundesamt für Migration (BFM) in einer Mitteilung. Die Schweiz sei aber nicht Hauptzielland, sagte Sybille Siegwart, Sprecherin des BFM. Der Anstieg der Gesuche sei mit 14 Prozent nicht übermässig.