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Leidende Männer: Die Opfer der Frauenbewegung
Aus Rundschau vom 22.09.2021.
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Leidende Männer «Alles Männliche wird heute verteufelt»

Es ist ein Tabu-Thema: Männer, die sich aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt fühlen.  

Kaum einer traut sich, darüber zu sprechen. Zu gross ist die Angst, falsch verstanden zu werden. In der Sendung «Rundschau» wagen mehrere Männer den Schritt. Zwar teilen sie die Anliegen der Frauenbewegung im Grundsatz. Doch es sei an der Zeit, über die Schattenseiten zu reden – das Leiden der Männer.  

Bevorzugte Frauen 

So stellt beispielsweise der ehemalige Militärpolizist Matthias Bieri eine Über-Bevorzugung der Frau im Berufsleben fest. Er selbst war fünf Jahre Hausmann und sorgte für die Kinder. Als er zurück in den Beruf wollte, habe er Diskriminierung erfahren: «Es hiess, du warst jetzt fünf Jahre weg, man kann dich nicht reintegrieren». Bieri glaubt, eine Frau hätte in dieser Situation mehr Support erhalten. 

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Matthias Bieri, Mentaltrainer: «Der Arbeitgeber hat mir mitgeteilt, er habe die Weisung bekommen, eine Frau zu nehmen.»
Aus News-Clip vom 22.09.2021.
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Erst kürzlich habe er bei einer Bewerbung eine Absage bekommen, die klar auf sein Geschlecht zurückzuführen war. Der Arbeitgeber habe ihm mitgeteilt, «er habe die Weisung bekommen, eine Frau zu nehmen». Dies, obwohl Bieri seine erste Wahl gewesen sei. 

«Verteufelung» des Männlichen 

Auch der Werbetexter Sämi Weber bedauert, der Mann habe heute das Nachsehen: «Wir leben in einer Frauenwelt, Männer haben nicht mehr viel zu sagen». Bemerkenswert: Weber ist Experte für gendergerechte Sprache. Als Vater habe er stets Teilzeit gearbeitet und er sei ein flammender Befürworter von Gleichstellung. 

Dennoch kritisiert er heute die Frauenbewegung: «Die Bewegung ist übergekippt, es wird völlig übertrieben.» So hätten etwa «alte weisse Männer» bei manchen Themen quasi Sprechverbot. Beispielsweise bei seinem Lieblingsthema, der gendergerechten Sprache.  

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Sämi Weber, Werbetexter: «Muss der Mann von heute für das bezahlen, was sein Grossvater verbrochen hat?»
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Weber stört am aktuellen Diskurs, dass viele Frauen alles Männliche per se verteufeln würden. «Muss der Mann von heute für das bezahlen, was sein Grossvater verbrochen hat?» Er warnt, man dürfe jetzt nicht eine Ungerechtigkeit mit einer anderen beseitigen. 

Männlichkeits-Kurse im Trend 

Regen Zulauf haben derweil Männer-Gruppen und Seminare, in denen Männlichkeit wiederentdeckt und gelebt werden kann. 

Laut Männer-Coach Hannes Hochuli hat Männlichkeit in der Gesellschaft heute kaum mehr Platz. Hochuli bietet unter anderem sogenannte Manngeburten an – eine Zeremonie zur Mannwerdung. Für viele Männer sei es eine wichtige Erfahrung, gerade jetzt.  

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Hannes Hochuli, Lifecoach: «Die Frauenbewegung hat ein bisschen zu fest ausgeschlagen.»
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«Die Frauenbewegung hat nach meinem subjektiven Empfinden ein wenig zu fest ausgeschlagen.» Hochuli sieht das nicht als Problem, sondern als Weckruf für den Mann. 

Männer-Netzwerk Schweiz 

Hochuli und eine Gruppe Männer aus verschiedenen Teilen der Deutschschweiz sind aktuell dabei, eine Männerbewegung aufzubauen. Analog zur Frauenbewegung sollen sich Männer aus der ganzen Schweiz unter maenner-netzwerk-schweiz.ch vernetzen. Geplant ist unter anderem ein mehrtägiges Festival ausschliesslich für Männer. 

Hochuli hofft, dass das «Pendel der Gesellschaft» nach und nach zurückschwingt und Frau und Mann sich wiederfinden.

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Männer-Ritual im Wald
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Rundschau, 22.09.2021, 20:05 Uhr

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259 Kommentare

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  • Kommentar von Sam Brenner  (Sam Brenner)
    Sind diese Leute nun Maskulisten, so als Gegenstück zu Feministen. Dazu gibt es doch bestimmt auch eine differenzierte Bezeichnung.
    1. Antwort von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
      Dieselbe Frage stelle ich mir auch. Aber ich glaube nicht dass man Maskulisten mit Feministinnen vergleichen kann. Denn wenn Feministinnen dasselbe Anliegen hätten dann würden Sie auch im Wald rumschreien. Denn die Frauen waren auch Jäger und Kämpfer bevor sie aus mir unverständlichen Gründen von den Männern in die untergeordnete Rolle gezwängt wurden.
  • Kommentar von Patrick Meier  (Pat69)
    Hab ich ein Glück, bin ich primär ein Mensch! :-)
    1. Antwort von Heinz Krummenacher  (H.K.)
      Das sind wir alle. Nur leider merken es die wenigsten...
  • Kommentar von Luca Vontobel  (LNV)
    Ich, Mann, 34, habe folgende Meinung zu diesem Thema : Wir Männer sollten sofort ganz still sein. Während Jahrhunderten wurden Frauen wie Dreck behandelt und jetzt, wenn wir "möglicherweise ein wenig abbekommen" schreien wir rum. Erst wenn keine einzige Frau mehr vergewaltigt wird, kein Mädchen mehr ungewollt ist, keine abwertenden Bemerkungen über Frauen mehr gemacht werden, erst dann geht's langsam in die Richtung, welche ich mir wünsche.
    1. Antwort von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
      Merci Luca, das ist ein sehr schöner Beitrag. Wenn alle jungen Männer so reif wie Sie wären, dann wäre in dieser Welt sehr sehr vieles sehr viel besser.
    2. Antwort von Vinzenz Böttcher  (AfroKaiser)
      Hä? Und weil früher irgendwer Scheiße gebaut hat soll ich jetzt Konsequenzen tragen? Ich glaub es geht los.
      Glaubst du ernsthaft eine gewaltfreie Gesellschaft bekommst du hin, indem du Ungleichbehandlung förderst?
    3. Antwort von Oliver Oettli  (Taino)
      Werden denn keine Männer (und Buben) vergewaltigt? Werden keine abwertenden Bemerkungen über Jungs und Männer gemacht?
      Wie im Beitrag oft bemerkt braucht es die Emanzipation und die Gleichberechtigung! Wir sind noch weit davon entfernt! Aber ihr Kommentar spricht nicht für Gleichberechtigung, sondern ignoriert genau die Sorgen, Herausforderungen und Probleme, die Jungen und Männer eben AUCH haben.