Zahnärzte aus der EU Mehr Konkurrenz für Schweizer Zahnärzte

Immer mehr ausländische Zahnärzte arbeiten in der Schweiz. Die Schweizer Zahnärzte sorgen sich um die Qualität.

Das Wichtigste in Kürze

  • 2015 wurden fast 450 Zahnarztdiplome aus der EU in der Schweiz anerkannt – deutlich mehr als noch 2002.
  • Die ausländischen Zahnärzte sorgen für Konkurrenz, besonders in den Städten.
  • Laut der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft haben Beschwerden über ausländische, in der Schweiz praktizierende Zahnärzte zugenommen.

Im Jahr 2002, als die Bilateralen Verträge in Kraft traten, wurden rund 270 Zahnarztdiplome aus dem EU-Raum in der Schweiz anerkannt. 2015 waren es fast 450.

«  Bei den Beschwerden sind die Zahnärzte, die aus dem Ausland zugezogen sind, überproportional häufig vertreten. »

Christoph Senn
Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft

Durch die Zuwanderung sei der Konkurrenzkampf unter den Zahnärztinnen und Zahnärzten in den Städten härter geworden, sagt Christoph Senn, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft. «Es gibt einige Kollegen, die gerne mehr arbeiten würden, als sie tatsächlich können.»

Mehr Beschwerden

Auch punkto Qualität hat die Zahnärzte-Gesellschaft Bedenken. In letzter Zeit hätten die Beschwerden zugenommen, sagt Senn. «Bei diesen Beschwerden sind die Zahnärzte, die aus dem Ausland zugezogen sind, überproportional häufig vertreten.»

Senn ist es jedoch wichtig zu betonen: Die meisten in der der Schweiz tätigen Zahnärzte aus der EU würden sehr gute Arbeit leisten, insbesondere jene aus Westeuropa.

Anderes Ausbildungsniveau

Eine neue französische Studie habe aber aufgezeigt, dass in Osteuropa Zahnmediziner ausgebildet würden, deren Ausbildungsniveau man zum Teil «absolut nicht» mit dem schweizerischen vergleichen könne.

Die Zahnärzte-Gesellschaft fordert deshalb eine konsequentere, qualitative Prüfung der Zulassungsdossiers von ausländischen Zahnärzten. Heute werde dies in den Kantonen unterschiedlich gehandhabt: in einigen etwas strenger, in anderen etwas lascher.

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