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Schweiz Meierhans: «Abzocke» bei Pharmapreisen

Preisüberwacher Stefan Meierhans sieht bei den Medikamentenpreisen noch Spielraum - nach unten. Die Pharmabranche müsse akzeptieren, «dass es kein nachhaltiges Geschäftsmodell ist, Schweizer abzuzocken». Er schliesst auch Bundesrat Alain Berset in seine Kritik ein.

Meierhans
Legende: Ein Führerschein auf Probe für Medikamente fordert Preisüberwacher Meierhans. Keystone

Der Gesundheitsminister gehe «längst nicht energisch genug» gegen die hohen Preise vor, sagte Meierhans der «SonntagsZeitung»: «Es gibt keinen Grund, weshalb wir bei den umsatzstärksten Generika bis zu fünfmal mehr zahlen als die Holländer.»

Er zieht dabei eine Parallele zum Schweizer Finanzplatz: Genauso wie dieser müsse sich auch die Pharmabranche neuen Gegebenheiten anpassen. Er fordert daher, dass «sämtliche Geschenke» an die Firmen gestrichen werden, «damit die Krankenkassen nicht weiterhin jedes Jahr Millionen zu viel vergüten müssen». Der Innovationszuschlag etwa gehöre gestrichen - dafür gäbe es schliesslich die Patentierung.

Führerschein für Medikamente

Weiter will Meierhans bei der Toleranzmarge ansetzen, vergleichbare Staaten in den Länderkorb aufnehmen und die Spezialitätenliste besser bewirtschaften. Auf dieser wird festgelegt, welche Medikamente vergütet werden. «Ich fordere hier quasi den Führerschein auf Probe für Medikamente.» Neue Präparate sollen demnach nur provisorisch für drei Jahre auf die Liste. In dieser Zeit müssten sie sich bezüglich Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit bewähren.

Den Pharmafirmen würde es nicht das Genick brechen, «wenn die Preise aufs europäische Niveau sinken», ist Meierhans überzeugt. Schliesslich würden sie nur wenig Prozente ihres Weltumsatzes in der Schweiz generieren.

37 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Fuhrmann, Schindellegi
    Beispiel: Paracetamol 500-Generika, das billigste Angebot in der Schweiz: 20-er Pack für 2.40. Wenn ich nach England gehe, kaufe ich ab und zu für andere Leute ein. 16-er Pack für 20 Pence (ca. 30 Rappen) Keine dubiosen Läden, sondern in der Drogerie. Eine ziemliche Sauerei, die Medi-Preise hier. So gross ist die Herstellungs- und Lohnkostendifferenz mit Garantie nie und nimmer.
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  • Kommentar von fritz meier, zürich
    nochmals,zum mitschreiben wer als preisüberwacher nach EU preisen schreit muss auch für die sehr viel tieferen EU löhne einstehen, richtig?
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    1. Antwort von W: Pip, Züri
      nicht zwingend. untschiede in der preisgestaltung bis 20 oder 25% je nach dienstleistung oder warenart sind in der schweiz akzeptabel. alles, was darüber ist, ist abriss. bei den medikamentenpreisen dürfte also ein grossteil abriss sein.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Eigentlich können wir noch glücklich sein, von der Pharma als lebende Brieftasche betrachtet zu werden. Die Amis hingegen werden als lebende Blutkonserven betrachtet, deren Blut man gewinnbringend ausquetschen kann. Auspacken -> ausquetschen -> wegwerfen -> Gewinn.
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