Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Militärvertreter: Bund soll private Waffen einsammeln

Der Nationalrat diskutiert heute über den Missbrauch von Schusswaffen. Gleichzeitig kommt eine Idee von ungewohnter Seite: Der Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft fordert nationale Sammelstellen. Besitzer sollen zur Rückgabe ihrer Waffen bewegt werden.

Viele Schweizer lagern Waffen in ihrem Haushalt. Auf über zweieinhalb Millionen schätzen Experten deren Anzahl. Und das sorgt für Diskussionsstoff im Nationalrat – aber auch innerhalb des Militärs.

Denis Froidevaux ist Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft. Er sagt: «Es ist unbestritten, dass die Existenz dieser Waffen die öffentliche Sicherheit schwerwiegend gefährden kann.»

Ungewohnte Töne

Das sind ungewohnte Töne eines ranghohen Vertreters des Militärs. Und der Vorsteher des Waadtländer Amtes für zivile und militärische Sicherheit geht noch weiter: Die Glaubwürdigkeit der Armee werde belastet, wenn – wie beim Amoklauf in Daillon – der Täter mit einer ausgemusterten Armeewaffe schiesst.

Froidevaux fordert: Der Bund soll mit einem nationalen Programm die Besitzer von Waffen oder ihre Erben dazu bewegen, die Waffen freiwillig zurückzugeben, wenn sie nicht gebraucht werden.

Wie soll die Rückgabe ablaufen? Froidevaux erklärt: In jedem Kanton könnten Sammelstellen eröffnet werden. Und die Logistikbasis der Armee würde diese steuern.

Froidevaux hat die Idee dem Verteidigungsdepartement (VBS) kürzlich in einem informellen Gespräch vorgestellt. Dort habe man betont: Es handele sich dabei nicht nur um ein Problem des VBS. Froidevaux findet: «Nun ist der Moment für alle involvierten Departemente gekommen, sich an einen Tisch zu setzen.»

SP begeistert, CVP nicht

Chantal Galladé (SP) ist die Präsidentin der nationalrätlichen Sicherheitskommission. Sie zeigt sich erfreut über die Idee: «Wenn diese Einsammelaktionen nun von Seiten der Schweizerischen Offiziersgesellschaft angestossen wird, dann begrüsse ich das sehr.» Die Chance seien nun grösser, in der Politik eine Mehrheit zu finden.

CVP-Sicherheitspolitiker und Nationalrat Jakob Büchler lehnt eine nationale Rückgabeaktion hingegen vehement ab. Die Vermischung von Armee- und Sportwaffen sei problematisch. Zudem habe die Armee schon genügend unternommen. «Ich sehe keinen Handlungsbedarf für noch weitere Bestimmungen.»

Einig sind sich Galladé und Büchler jedoch in einem Punkt: Die Offensive des Präsidenten der Offiziersgesellschaft ist eine Überraschung.

prus

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

27 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern Hausdurchsuchungsbefehl
    Um die alle einzusammeln, müsste eine ganze Armee mit Hausdurchsuchungsbefehl für Keller bis Estriche, Zwischenböden, Stallungen, Scheunen, Waldhütten usf aufgeboten werden. Und wenn dann vielleicht 1/2 Waffen gefunden wurde, wird sich eine wohl schwarze Anzahl eben problemlos illegal neue beschaffen. Habe meine letzten Sommer freiwillig abgegeben. Bin aber überzeugt, es hätte sie niemand gefunden, wer sucht schon auf dem Grund eines Futterfasses unter 40 kg Hafer nach! Ein Leerlauf!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von J. Nehru, Solothurn
    Ich kann mit sicheheit sagen, das ich aktuell wesentlich mehr Angst vor der Amtierenden Zürcher SVP-Sptize habe, als vor einem bewaffneten Imigranten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M.Thürer, Thalwil
      Bitte überdenken Sie solche "Hasstiraden"bevor Sie sie zum Besten geben.Wir leben in einer Demokratie in welcher die verschiedensten Meinungen zugelassen sind.Auch Ihre.Die SVP gehört zu unserem Land.Ob Ihnen das nun passt oder nicht.Wenn Sie beanspruchen,dass Ihre Meinung respektiert wird so gehört es zum Anstand von Ihrer Seite,auch andere Meinungen anzuerkennen.Übrigens,gegen starke Ängste gibt es Therapien.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans König, Internet
      Blöder Kommentar!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Koenig, Dublin Irland
    Bestes Beispiel eines unbewaffneten Volkes ist Irland: Alle Waffen verboten, vom der Pistole bis zum Luftgewehr. Und doch gibt es hier taeglich mehr Waffengewalt als in der Schweiz. Alles mit illegalen Waffen. Das unbwaffnete Volk kann sich nicht wehren und auch die unbewaffnete Polizei ist nutzlos gegen die neue Waffengewalt. Lange war Irland stolz auf Ihre unbewaffnete Polizeitruppe weil Verbrechen dadurch auch weniger mit Schusswaffen veruebt wurden. Dem ist aber schon lange nicht mehr so.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen