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Schweiz Missbrauchsverdacht: Asylheimmitarbeiter dürfen bleiben

Drei Mitarbeiter des Asylzentrum Perreux sollen in einen Missbrauchs-Skandal verwickelt sein. Obwohl die Neuenburger Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen Ausnützung einer Notlage eröffnet hat, werden sie nicht entlassen – vorläufig.

Das Neuenburger Zentrum Perreux (Aussenansicht)
Legende: Die Mitarbeiter des Asylzentrums Perreux stehen im Verdacht, sexuelle Handlungen mit Asylbewerbenden gehabt zu haben. Keystone/archiv

Die Anschuldigungen wegen sexuellen Handlungen mit Asylbewerbern im Neuenburger Zentrum Perreux haben vorerst keine personellen Konsequenzen. Drei Kantonsangestellte, darunter die Direktorin des Asylzentrums, dürfen ihre Posten behalten.

«Ich habe entschieden, die drei Personen auf ihren Posten zu bestätigen», sagte der zuständige Neuenburger Staatsrat Thierry Grosjean (FDP). Die gegen zwei der Betroffenen ausgesprochene Suspendierung wird aufgehoben.

Strafverfahren noch hängig

Die vom nebenamtlichen Bundesrichter Christian Geiser durchgeführte Administrativuntersuchung brachte einen Mangel an Strenge bei der Umsetzung der internen Verfahren zu Tage. Für die drei Kantonsangestellten ist der Fall damit noch nicht abgeschlossen.

Neben der Administrativuntersuchung ist auch ein Strafverfahren hängig. Dieses richtet sich zusätzlich gegen fünf Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma. Die Sicherheitsleute vor Ort wurden nach Bekanntwerden des Falls sofort ersetzt.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
    Man könnte die Sache mal drehen. Wäre es auch möglich, dass sich ein paar Asylbewerber zu einem Komplott zusammen taten um die Mitarbeiter (angeblich sind es mehrere) anzuschwärzen und sich dadurch einen Vorteil zu erhaschen? Diese Leute sind zum Teil durchtrieben und "helfen" einander gerne. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mehrere Mitarbeiter gleichzeitig solche Übergriffe tätigen.
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  • Kommentar von Hugo Köppel, Bern
    Es scheint hier der Fall zu sein, dass den Asylsuchenden auch bei sexuellem Missbrauch aus Prinzip ein viel kleinerer Anspruch auf Schutz gewährt wird als bei anderen Personengruppen, wo beim Vorliegen eines Missbrauchverdachts die mutmassliche Täterschaft solange keinen Kontakt mehr zur potenziellen Opfergruppe haben darf, bis der Verdacht ausgeräumt ist. Nur so ist es erklärbar, dass die drei Kantonsangestellten ihre Posten behalten dürfen... Oder habe ich da was falsch verstanden?
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    1. Antwort von David Rothen, Bern
      Ich glaube Sie haben schon richtig verstanden. Asylbewerbende sind offenbar Menschen 2. Klasse.
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    2. Antwort von Marlene Zelger, 6370 stans
      Hier vielleicht schon, David Rotten, nicht aber bei der EJPD Chefetage. Aber unberechtigte Vergehen jeder Art sollen auf jeden Fall - ob an Asylanten oder Einheimischen verübt - bestraft werden.
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