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Schweiz Muslime können im Jelmoli beten

Muslimische Kunden, die während der Shoppingtour beten wollen, können sich im Jelmoli in Zürich seit neuestem in einen dafür eingerichteten Raum zurückziehen. Das Angebot gilt vorderhand bis Ende August. Wie es nachher weitergeht, ist noch nicht entschieden.

Kunden vor Warenhaus Jelmoli
Legende: Shoppen und Beten: Jelmoli bietet seiner muslimischen Kundschaft einen Gebetsraum an. Keystone

Im Warenhaus Jelmoli an der Zürcher Bahnhofstrasse steht der muslimischen Kundschaft künftig ein Gebetsraum zur Verfügung. Jelmoli-Sprecherin Barbara Kallenberg bestätigte eine entsprechende Meldung der Zürcher Landzeitungen. Die Idee sei sehr spontan entstanden.

Man habe darauf reagiert, dass immer wieder Kundinnen und Kunden aus arabischen Ländern beim Beten im Warenhaus beobachtet wurden. Das Angebot besteht zunächst einmal für die Ferienzeit bis Ende August.

Dass man das Angebot längerfristig aufrechterhalte, schliesse man nicht zum Vornherein aus, sagte Kallenberg. Ende August «schauen wir, wie es angekommen ist» und wie es weitergehe.

«Zeichen der Gastfreundlichkeit»

Wie Daniela Bär von Schweiz Tourismus sagte, sind Gäste aus den Golfstaaten ein deutlich wachsendes Kundensegment in der Schweiz. Für Bär ist zwar ein Gebetsraum in einem Warenhaus etwas Neues, sie weiss aber von vielen anderen speziellen Angeboten.

Sie seien als «Zeichen der Gastfreundlichkeit» zu verstehen. Schweiz Tourismus habe zudem mit Hotellerie Suisse Broschüren erarbeitet, welche die Gepflogenheiten von Besuchern aus fernen Ländern wie etwa Indien oder den Golfstaaten erläutern. Diese werden der Branche zur Verfügung gestellt.

Besonders kaufkräftig

«Chapeau, gute Idee» - dies die Reaktion von Stefan Otz auf das neue Angebot des Zürcher Warenhauses. Der Direktor von Interlaken Tourismus weiss, wovon er spricht. In den letzten Jahren kamen immer mehr Gäste aus dem arabischen Raum. Zurzeit platze Interlaken aus allen Nähten, sagt Otz.

Hotels und Restaurants halten die verschiedensten Spezialangebote bereit – vom Gebetsteppich mit eingebautem Kompass, um die Richtung gegen Mekka genau orten zu können, über Halal-Menus bis hin zur «Halal-Barbecue-Cruise» auf dem Brienzersee.

Von einem Gebetsraum in einem Warenhaus habe er bisher noch nie gehört, sagte auch Otz. Dies sei eine sehr innovative Idee. Verwunderlich sei sie allerdings nicht: Immerhin seien die Gäste aus den Golfstaaten besonders kaufkräftig – jene, die am meisten Geld ausgäben und am längsten blieben.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Th. Widmer, Basel
    Das geht zuweit. Dass ist nicht mehr akzeptabel. Die Muslime werden immer mehr bevorzugt und immer mehr Rechte eingeräumt und der Schweizer hat das nachsehen. Es reicht.
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    1. Antwort von Loris Brühl, Nyon
      Bezüglich der (meiner Meinung nach zurecht) angenommenen Minarett-Initiative stimmt Ihre Argumentation beispielsweise nicht. Nur weil Muslimen mehr "Rechte" zugesprochen werden, heisst dies doch nicht, dass die Schweizer das Nachsehen haben. Solange ein staatlich oder wie hier privat organisiertes Vorhaben der sozialen Integrität bzw. Kundenfreundlichkeit dient, profitieren (bei erfolgreicher Kommunikationen) beide Seiten.
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  • Kommentar von Frederic Weil, Adliswil
    Na dann freuen wir uns ja andererseits auf Gebetslokale für Christen und Juden im arabischen Raum...
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    1. Antwort von P.Bürger, schaffhausen
      F.Weil:Sicherlich waren sie noch nie in islamischen Ländern unterwegs,denn sonst wüssten sie es besser! Muslime,& ich spreche vom ganz normalen Volk &NICHT von Extremisten(welche es übrigens auch unter Christen &Juden gibt) heissen Menschen anderen Glaubens herzlich willkommen.Atheismus versteht man jedoch nicht! Sie empfinden es als eine Ehre,wenn ein Gast aus einer anderen Kultur sie besucht.Wir würden gut daran tun,endlich respektvoller zu werden.Ihr Kommentar trägt definitiv nicht dazu bei!
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    2. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      @P.Bürger, im Prinzip einig mit Ihnen. Es gibt aber arabische und arabische Länder. Dazu noch Perser und Osmanen (Türken). Tolerantere und weniger. Ich erlebte über 10 Jahre zwischen 1977-94 ein paar von diesen. Auch in denselben immer davon abhängig, wem man über den Weg läuft. Meistens mit guten Erfahrungen, ab und zu auch mit dem Prädikat "ungläubiger Hund" geehrt. Weltweit ist eine zunehmende Polarisierung zu beobachten. Aktuell auch Geopolitisch. Nur Zurückhaltung wirkt de-eskalierend.
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    3. Antwort von P.Bürger, Schaffhausen
      T.K.:Ich teile ihre Einschätzung.So wie es viele ethnische&religiöse Ausrichtungen gibt,so unterschiedlich sind dann auch Menschen.Ihr letzter Satz überzeugt!Wer andere,z.B. Religionen bekämpft,muss damit rechnen,dass diese Menschen beginnen sich zu wehren.Dies führt anfangs zu gegenseitigem Unverständnis,letztlich jedoch zu Gewalt.Wir tun gut daran endlich wieder auf den Pfad des Verständnisses zurück zu kehren &uns eben de-eskalierend zu verhalten.Christen sollten beginnen,Muslime zu achten!
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    4. Antwort von Frederic Weil, Adliswil
      @P.Bürger: In der Tat kenne ich diesen Raum nicht schlecht. Es ist teilweise richtig, was sie sagen. Aber meist hört die Kultur bei der Religion auf. Viele islamische Staaten erlauben nicht einmal ein Kultgegenstände privat einzuführen (selbst erlebt). Wo steht in Saudi-Arabien, Kuwait, Jemen oder VAE eine Kirche? Aber ja, es gibt auch andere (Tunesien, Marokko).
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    5. Antwort von P.Bürger, schaffhausen
      In vielen Ländern bin ich bei den Menschen freundlich & herzlich aufgenommen worden.Es finden/fanden sich an erstaunlichen Orten christliche und/oder jüdische Gotteshäuser, wie z.B.Oman, Iran,Tunesien, Marokko, Syrien, Jordanien,auch in den VAE.Wir müssen uns dafür einsetzen,dass der interreligiöse Dialog gefördert wird.Man kann nicht immer nur auf andere zeigen,was sie falsch machen oder Extremisten das Feld überlassen.Extremismus ist überall schädlich.Es ist auch an uns die Hand zu reichen!
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  • Kommentar von Reto Munteler, Zürich
    Wie wäre es mit einem Gebetsraum für alle Religionen, wie man diese an Bahnhöfen und Flughäfen antreffen kann?
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