Zum Inhalt springen
Inhalt

Nach gebodigter Rentenreform Nun lohnt sich ein Blick auf die 3. Säule

Gut die Hälfte der Schweizer hat keine 3. Säule, um privat vorzusorgen. Vielen fehlt offenbar das Geld für Einzahlungen.

Legende: Video 3. Säule für viele Schweizer nicht finanzierbar abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.09.2017.

Die Säule 3a – das ist angespartes Geld, das man nur in Ausnahmefällen vorzeitig beziehen kann, zum Beispiel zur Finanzierung von Wohneigentum. Fast 6800 Franken kann man maximal pro Jahr dafür einzahlen – und von den Steuern abziehen.

FDP-Nationalrat Bruno Pezzatti denkt über einen neuen Vorstoss zur Erhöhung dieser Maximalbeträge nach. «Das wäre vor allem für die Mittelstandsfamilien, die heute im Bereich der Steuern sehr viel leisten, indirekt auch zugunsten der unteren Einkommensklassen. Diese Mittelstandsfamilien kann man mit der Massnahme gezielt unterstützen.»

Laut Zahlen der Eidgenössischen Steuerverwaltung hatten 2014 allerdings nur knapp über 30 Prozent eine Säule 3a. Und nicht einmal 13 Prozent der Steuerpflichtigen zogen den maximalen Beitrag ab. Insgesamt sagen laut Vergleichsdienst Comparis 55 Prozent der Schweizer, dass sie sich Einzahlungen in die 3. Säule schlicht und einfach nicht leisten können.

Grafik der 3. Säule
Legende: Nur wenige zahlen in der dritten Säule den Maximalbetrag ein. ESTV / SRF

In den anderen bürgerlichen Parteien hat die 3. Säule auch nach dem Scheitern der Altersvorsorge 2020 keine Priorität: «Es ist sicher kein Gegenkonzept zum Scheitern der Vorlage vom Sonntag. Es wäre ein neues Modell zur Steueroptimierung für Bessersituierte», sagt etwa CVP-Nationalrätin Ruth Humbel.

Oder SVP-Ständerat Alex Kuprecht meint: «Das würde diejenigen privilegieren, die ein sehr hohes Einkommen haben. Jene also, die die Möglichkeit haben, zusätzlich Sparbeiträge beiseite zu legen. Aber es wäre keine Möglichkeit für diejenigen, die ein tiefes Einkommen haben.»

Von der dritten Säule kann niemand leben. Hingegen sind die AHV und die Pensionskasse entscheidend für die Menschen.
Autor: Paul RechsteinerSP-Ständerat

Bei der 3. Säule anzusetzen, würde vor allem Vermögensverwaltern und Banken helfen. «Von der 3. Säule kann niemand leben. Hingegen sind die AHV und die Pensionskasse entscheidend für die Menschen. Und weil bei den Pensionskassen wegen der tiefen Zinsen auf den Kapitalmärkten die Renten immer schlechter werden, ist es wichtig, dass die AHV wieder verbessert wird», sagt SP-Ständerat Paul Rechsteiner.

Und so dreht sich das politische Karussell auch weiterhin um AHV und BVG.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Es ist eine Tendenz, wie sie in vielen Teilen der westlichen Welt beobachtet werden kann, aber in der CH ganz besonders ausgeprägt vorkommt: die fleissigen und ehrlichen Sparer werden an allen Ecken und Enden gemolken, beschnitten, besteuert und ausgenommen, während die Assos, Faulpelze und Geldverschwender so lange um Hilfe krakeelen (aus Neid), bis der Staat einlenkt und sie hofiert. Es bestätigt sich leider immer wieder: Der Ehrliche ist der Dumme.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      A. Frill Sie sprechen mir aus dem Herzen, genau diese Erfahrung machten wir. Wer ehrlich ist wird nicht unbedingt Reich, sondern sorgt vor für das Alter vor. Nur wer gespart hat und Geld den Banken zur Verfügung stellte, bekommt heute keinen Zins mehr, nein man muss heute noch hohe Gebühren zahlen. Trotzdem jammere ich nicht, denn es bringt auch nichts, denn das Leben bringt uns doch auch andere Freuden, aus der Natur und mit lieben Menschen zusammen sein, als das liebe Geld.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Warum stellt man sich nicht und versucht die 2. Säule mit der 1. Säule auf eine Art und Weise zu kombinieren. Braucht es so viele Versicherungen? Der finanzielle Aufwand an Gebäude und Verwaltung ist doch sehr hoch, wo unser einbezahltes Geld dann an diese Organisationen versickert. Der Einzahler sieht bei Gewinne höchstens, dass die Manager ihre Boni einkassieren, ist dies wirklich soziales denken? Eine Überprüfung dieser 2 Säulen wäre dringend nötig, um so die AHV zu stärken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Macht die erste Kasse Pleite, so haben wir noch die zweite. Ein Umststellung würde ein grosses Chaos verursachen. Ein Milliardenbürokratismus mit geringen Nutzen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      D. Meier warum sollte die 1.Säule bleite machen? Vielleicht sollte die 1. Kasse keine Risiken eingehen.Bei der 2. Säule auch dort nicht alles an Börsen verspekulieren. Immobilien aus der 2. Säule glaube ich gibt es schon, wenn möglich könnten diese zu annehmbaren Mietzinsen für ärmere Menschen frei gegeben werden, weiss nicht. Bürokratismus gibt es doch jetzt schon, nur wird dies verteilt auf verschiedene Versicherungsinstitute. Klar es könnten vielleicht einige Arbeitsplätze darunter leiden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Hier wird wohl wieder die Neidkultur bedient. Ich glaube, ein nicht kleiner Teil könnte in die 3. Säule einzahlen, will aber nicht, weil Ferien, Handys, teure Abos und weiterer Schnickschnack halt wichtiger sind. Die heutige Mentalität ist, gibt aus was du hast. Wir sind ein Einverdienerhaushalt mit vier Personen, Lohn 6500 pro Monat. Wir haben ein Haus, ein Auto, machen Ferien....und können trotzdem nicht wenig in die 3. Säule einzahlen. Was soll diese Diskussion also? Hände weg von der 3a!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen