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Schweiz Neue Gondelbahn ins Jungfraugebiet

Die Jungfraubahn-Gruppe will das Skigebiet Kleine Scheidegg-Männlichen im Berner Oberland besser erschliessen. Dazu soll bis 2016 für rund 200 Mio. Franken eine neue Verbindungsbahn auf den Männlichen und zum Eigergletscher gebaut werden.

Grafik
Legende: Grafik der geplanten neuen Gondelbahn (Gelb). pd/jungfrau.ch

Die bestehende Zahnradbahn von Grindelwald und Lauterbrunnen auf die Kleine Scheidegg bleibt bestehen, wird aber in ihrer Kapazität etwas reduziert. Ergänzt werden soll die bestehende Zahnradbahn nun durch die neue, V-förmige Verbindungsbahn.

Von der Talstation in Grindelwald Grund soll ein Ast mit einer 27plätzigen Gondelbahn Richtung Eigergletscher gehen. Der andere Ast zum Männlichen wird mit einer Gondelbahn mit 8plätzigen Gondeln erschlossen. Er ersetzt die bestehende Männlichen-Bahn, deren Konzession 2016 ausläuft.

Die Jungfraubahnen und die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen (GGM) finanzieren die Talstation gemeinsam, den Ast zum Eigergletscher finanzieren die Jungfraubahnen, den Ast zum Männlichen bezahlt die GGM.

Die Jungfraubahnen werden ihren Teil der Investitionen von rund 160 Millionen Franken vorwiegend aus eigenen Mitteln finanzieren. Während zwei Jahren müssten sie sich «ein wenig verschulden», wie Jungfraubahn-Chef Urs Kessler ausführte. Das sei aber verkraftbar. Für die GGM belaufen sich die Kosten auf geschätzte 35 Millionen Franken.

Um die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr zu erleichtern, soll in Grindelwald in der Region Rothenegg eine zusätzliche Station der Berner Oberland-Bahnen gebaut werden. Sie hat direkten Zugang zur neuen Talstation der V-Bahn. Dadurch erübrigt sich für Zugreisende der bisherige Umweg über Grindelwald Dorf. Die neue Station wird durch den Kanton finanziert.

Mit dem vorliegenden Gesamtprojekt können die Reisezeiten verkürzt werden – ein wichtiger Faktor, wie Kessler betonte. Künftig erreiche man den Eigergletscher und den Männlichen in weniger als zwei Stunden. Von Bern aufs Jungfraujoch dauert es rund zweieinhalb Stunden, 50 Minuten weniger als bisher.

Totale auf Bergpanorama Eiger, Mönch und Jungfrau
Legende: Auch auf den Männlichen soll eine neue Gondelbahn führen. pd/jungfrau.ch

Verzicht auf Y-Projekt

Auf das ursprüngliche Projekt einer Y-förmigen Bahn verzichten die Jungfraubahnen. Dieses war auf heftigen Widerstand von Seiten der Landeigentümer und der Bergschaften gestossen. Auch aus ökologischer Sicht habe sich das Vorhaben als problematisch erwiesen, räumte Kessler vor den Medien ein.

Zum Projekt einer V-Bahn habe er positive Rückmeldungen erhalten. Die Bergschaften seien in einer Arbeitsgruppe zur Erarbeitung der Strategie mitvertreten gewesen. Er habe auch Kontakt mit den Gemeinden und Umweltorganisationen gehabt, die alle grundsätzlich positiv reagiert hätten. «Uns ist bewusst, dass wir die Landeigentümer und Bergschaften brauchen», sagte Kessler.

Als nächstes stehen weitere Gespräche mit Landeigentürmern und Behörden an. Die Baueingabe ist für 2013 geplant.

Auswirkungen aufs Personal

Die neue Verbindungsbahn hat weitreichende Auswirkungen auf den bisherigen Bahnbetrieb. Ein Teil der Passagiere wird künftig mit der V-Bahn statt mit der Zahnradbahn befördert. Deswegen wird die Kapazität der Zahnradbahn verringert. Dafür werden sechs zusätzliche Panoramazüge beschafft.

Erhöht wird hingegen die Kapazität der Bahn vom Eigergletscher hoch zum Jungfraujoch und zwar um rund zwanzig Prozent. Gleichzeitig werden die Fahrzeiten verkürzt. Dafür sollen neue Niederflur-Gelenktriebwagen gekauft werden.

Die Jungfraubahnen werden insgesamt 42 Stellen streichen. Der Abbau soll durch natürliche Fluktuationen aufgefangen werden.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Stellt doch noch ein paar Disney-Erlebnisstationen auf, und auf keder Umsteigestation einen Schnellimbiss und ein Apple Store. Vielleicht noch Hello Kitty auf dem Gipfel. Hauptsache, ihr verschandelt mit immer noch mehr Touris unsere Alpenwelt komplett. Genau wie in der Gastrononomie haben die verantwortlichen Manager nichts verstanden. Die Österreicher machen auch das besser und diskreter und sorgen so für eine nachhaltig intakte Bergwelt.
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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Absolut sinnloses Vorhaben, nur damit die Skifahrer ein paar Minuten schneller in den Bergen sind. Wer zahlt denn die Verluste der Zahnradbahn, welche parallel weiter betrieben wird, wenn diese immer weniger Passagiere hat? Warum nicht die Zahnradbahn modernisieren als mögliche Alternative?
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Unsere Berge,ein einziges Reissverschlusssystem! Gondelbahnen, Bergbahnen, Skilifte, präparierte Abfahrtspisten... Der Fuss der Berge verschandelt mit Betonwüsten, rücksichtlos mitten in die Wildnis gepflanzt. Das Mittelland schon fast zugepflastert. Tendenz zunehmend wie die Bevölkerung auch, ebenso die Rote Liste Jahr für Jahr,wen kümmerts! Ehrlicherweise könnte man das ganze BV-Archiv öffentlich auf dem Bundesplatz verbrennen,wenigstens noch ein paar Stunden Wärme für unsre Obdachlo...
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