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Schweiz Politiker wollen Hochschulen zu Transparenz zwingen

Nun greift die Politik ein: Hochschulen sollen offenlegen müssen, welche Sponsoren welche Lehrstühle finanzieren. Und Sponsoren sollen bei der Besetzung von Professuren nichts mehr zu sagen haben. Dies fordern gegenüber «10vor10» Politiker von links und rechts.

Legende: Video Gekaufte Unis: Jetzt verlangen Politiker Transparenz abspielen. Laufzeit 4:17 Minuten.
Aus 10vor10 vom 21.04.2016.

«Die Universitäten sind unsere Juwelen. Wenn deren Glaubwürdigkeit Kratzer bekommt, ist das negativ für die ganze Schweiz», sagt die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz. Sie reagiert damit auf die Enthüllungen von SRF, wonach Sponsoren ohne Deklaration Lehrstühle finanzieren, bei der Ernennungen von Professoren mitreden und Einfluss auf die Forschungsinhalte nehmen können.

Ruf nach gesetzlicher Regelung

Anita Fetz stellt im Interview mit «10vor10» nun ein Ultimatum: «Wenn dies bis nach den Sommerferien nicht geregelt ist, wird es gesetzliche Regelungen geben.» Konkret will die Bildungs- und Finanzpolitikerin den Antrag stellen, Bundesgelder sollten nur noch fliessen, wenn Transparenz herrsche über privat finanzierte Professuren. Zudem will sie gesetzlich verbieten lassen, dass Sponsoren Einsitz nehmen in den Berufungsgremien für Professuren.

Unterstützung bekommt Fetz dabei auch von rechts. SVP-Bildungspolitiker Felix Müri erklärte gegenüber «10vor10», er werde solche Vorschläge unterstützen. «Wenn man Geld gibt, will man auch wissen, welche Gelder sonst noch zu den Professoren und zu den Lehrstühlen fliessen.» Auch SVP-Nationalrat Pirmin Schwander will die Hochschulen gesetzlich zu Transparenz zwingen und direkten Einfluss von Sponsoren verbieten.

Studenten in einem Hörsaal.
Legende: Wer finanziert die Lehrstühle an den Schweizer Universitäten? Politiker verlangen Transparenz. SRF

Transparenz ohne Gesetze?

Dagegen wehrt sich der Präsident der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK). «Wir müssen Transparenz schaffen, aber dazu braucht es keine Gesetze», sagt Christoph Eymann, liberaler Nationalrat. «Die wirken abschreckend auf potenzielle Geldgeber, die nicht in erster Linie ihren Gewinn vor Augen haben, wenn sie Geld geben.»

Auch der Rektor der Universität Luzern warnt davor und mahnt: «Wir haben Universitätsräte, welche die Aufsicht ausüben. Es ist eine Abwertung, wenn man ihnen die Kompetenz abspricht und ihnen nicht zutraut, dass sie seriös arbeiten.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Christmann (Politik für die Schweizer)
    Fortsetzung: Wieso wird in CH keine New Economic betrieben und aus den CH-Unis die zu den besten der Welt gehören kein Business gemacht? Die Elite-Unis in GB und USA machen es uns vor. Ausländer haben happige Studiengebühren zu bezahlen. Und die Top-Shots ködert man mit Sonderkonditionen. CH-Unis beklagen sich ja, dass die Kapazitätsgrenzen der Anzahl Studienplätze erreicht ist.
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  • Kommentar von Patrik Christmann (Politik für die Schweizer)
    Schon jetzt werden CH-Unis zum Grossteil, sicher 90% vom CH-Steuerzahler finanziert. Werden Leistungen von Dritten verunmöglicht, muss CH-Steuerzahler dafür aufkommen. Die Studiengebühren betragen ca. CHF 1000.-- im Jahr. Ein marginaler Beitrag. Die Anzahl Studierender hat sich in 20 Jahren ca. verdoppelt. Der Anteil Schweizer Maturanden an den Unis liegt nach wie vor bei ca. 20% aller CH-Schulabgänger. Der grosse Zuwachs sind ausländische Schulabgänger die günstig in CH studieren können.
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler (Alapeller)
    Wes Brot ich ess - des Lied ich sing! Wie wollen verfilzte Politiker den Akademiefilz auflösen? - da lachen die Hühner...
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    1. Antwort von A Züger (zua)
      H.Dettwiler: Erinnert an aufgescheuchte Hühner, seit eh und je ist bekannt (und rechtens), dass Professoren als Berater auftreten und Institute Projektgelder bei Dritten holen. Da scheinen Politiker vielmehr Neid-getrieben zu sein, dass jemand ausser ihnen auch von einem Filz profitiert. Die Undurchsichtigsten sind Politiker, die nebenher via ihre Privatfirmen von Staatsaufträgen üppigst leben, speziell im Linken Spektrum; warum wohl hofieren diese Kreise so bei Staatsangestellten und Beamten…
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