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Schweiz Polizei interessiert sich für Daten von Hotelgästen

Hotels geben die Daten ihrer Gäste direkt an die Polizei weiter, die Behörden gleichen die Informationen mit den Fahndungsregister ab. Dies ist Praxis in zwölf Kantonen. Nach EU-Standards ist dieses Vorgehen mehr als nur heikel.

In zwölf Kantonen werden Daten aller Hotelgäste automatisch an die Polizei weitergeleitet. Daraufhin werden die Daten systematisch mit den polizeilichen Fahndungssystemen Ripol (Schweiz) und SIS (Europa) abgeglichen. Dies schreibt die «NZZ am Sonntag».

Zu den zwölf Kantonen gehören unter anderen Zürich, Genf, Tessin, Wallis und Neuenburg. Jedes Jahr sammelt die Polizei so Daten von mindestens drei Millionen Hotelgästen, wie eine Umfrage in den Kantonen ergab.

Die Erfassung und der Abgleich der Daten ist kritisch: In einem EU-Bericht von April 2013 über das Sicherheits-Abkommen Schengen heisst es, dass ein solcher automatischer Abgleich von Hotelgast-Daten «nicht vereinbar» mit dem Schengen-Abkommen ist. Seit Ende 2008 gilt das Abkommen auch in der Schweiz.

19 Kommentare

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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Erstens, wir haben hier (noch) kein EU Recht, und Schengen funktioniert ja bis heute nicht richtig, also sollten die erst mal was machen, und nicht die Schweiz Kritisieren. Zweitens, die Hotels/Kantone die das machen, sind fuer mich per Sofort gestorben. Das ist eine verdamte Frechheit, und verletzt mein recht auf Privatsphare, egal ob ich Geschaeftlich oder Privat in einem Hotel bin, dass geht den Staats GAR NICHT AN!
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    1. Antwort von Thomas Koch, Stuttgart
      Wenn die CH dem Schengener Abkommen beigetreten ist, gilt in diesem Fall auch EU Recht! Davon abgesehen ist diese Bespitzelung und Datensammelwut unserer Staaten ein Unding und sehr beunruhigend! Daher ist es doch mal positiv, wenn ein solches Vorgehen mal als nicht rechtens gekennzeichnet wird!
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    2. Antwort von H.Moser, Basel
      Auch hier im Kt Bern ist das so, da kommt abend's die Polizei und holt die Anmeldungen der Gäste ab..!! Das ist aber schon seit so lange ich mich erinnern kann so ...!!! Und ich bn auch überzeugt, dass das überall so ist, und nicht nur in zwölf Kantonen ..!!
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  • Kommentar von sascha freitag, ermatingen
    Menschenhandel und Ausbeutung blühen schon dank Schengen. Müssen den noch mehr Kriminelle gefördert werden?
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Die Kontrollen waren in der Vergangenheit ueberall obligatorisch, man musste einen Meldeschein ausfuellen, der dann spaeter abgeholt wurde (Nach Mitternacht von der lokalen Polizei. ) Ich selber besitze noch solche Meldescheine....! Was H.Haller bemerkte war frueher Tatsache, so wurden auch Zimmer kontrolliert, vorab in Motels und wenn dann die angeblich eingetragene Gattin eine Gschbusi war, gabs einen Bussbescheid.. nach Hause..!!!
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