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Probleme mit Security Schneider-Ammann am Zugang zum Tempelberg gehindert

Israelische Security hat den Zutritt zeitweise verweigert, da die Personenschützer des Bundesrats bewaffnet waren.

Legende: Video Schneider-Ammann in Israel abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.10.2017.
  • Bei der Nahostreise von Bundesrat Johann Schneider-Ammann ist es am Sonntag zu einem Zwischenfall am Tempelberg in Jerusalem gekommen.
  • Der Schweizer Wirtschaftsminister wurde am Eingang zum Tempelberg von israelischen Polizisten vorübergehend aufgehalten, weil seine Personenschützer bewaffnet waren.

Die Israelis verweigerten den bewaffneten Schweizer Personenschützern gegen 8 Uhr morgens den Eintritt, obwohl diese eine Erlaubnis der israelischen Behörden hatten, ihre Waffen zu tragen. Die Diskussionen zogen sich minutenlang hin, Verantwortliche kamen und gingen, wie ein anwesender Korrespondent der Nachrichtenagentur sda beobachten konnte.

Wartezeit: 15 Minuten

Handygespräche wurden geführt – erfolglos: Der Zuständige des israelischen Geheimdienstes Schin Bet war nicht erreichbar. Schneider-Ammann und die über 40-köpfige Schweizer Delegation warteten gut eine Viertelstunde vor dem Eingang zum Tempelberg nahe des Löwentors.

Zunächst war es ein «No-Go» für die Schweizer Sicherheitsleute, ohne Waffen den Tempelberg zu betreten. Doch die Israelis blieben hart: Schliesslich wurde ein Kompromiss gefunden. Zwei Schweizer Personenschützer begleiteten unbewaffnet den Bundesrat, während die anderen mit den Waffen ihrer Kollegen vor dem Eingang warteten.

Schneider-Ammann bleibt gelassen

Bundesrat Schneider-Ammann nahm den Vorfall gelassen: «Dieser Prozess hat mich nicht wirklich nervös gemacht», sagte er. «Es war für mich eine klärende Absprache – nicht mehr und nicht weniger.»

Die paar Minuten, die wir warten mussten, waren unerheblich.
Autor: Johann Schneider-AmmannBundesrat

So etwas sei ihm aber noch nie passiert. «Wenn Sie aber in einem Land, das nicht die gleichen Werte lebt, ausreisen wollen, schaut man Sie auch etwas genauer an. Hier wurde halt genau hingeschaut, wer kommt mit wem und mit welcher Entourage. Wir haben einen Kompromiss gefunden. Es ist alles in Ordnung», sagte Schneider-Ammann.

«Die paar Minuten, die wir warten mussten, waren unerheblich», sagte der Bundesrat. Bei seinen Gesprächen sei das kein Thema. «Mit dem Kompromiss ist das erledigt.»

Schneider-Ammann hatte nach dem Vorfall den Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee besucht, unter der Führung des Chefs der Tempelberg-Aufsichtsstiftung Waqf, Scheich Assam Al-Chatib. Dieser erklärte dem Bundesrat die Bedeutung des heiligen Ortes, von dem der Prophet Mohammed in den Himmel aufgefahren sein soll, und auf dem einst der jüdische Tempel gestanden hatte.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Fällt dieser Satz nur mir ins Auge: “in einem Land, das nicht die gleichen Werte lebt“? Ich finde ihn ja absolut korrekt, nur wird er aus Europa viel zu selten gesprochen gegenüber Israel. Warum wird das nicht stärker diskutiert?
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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Ich frage mich, weshalb unser Bundesrat Israel überhaupt besuchen muss ? Die Politik der Israeli ist ja nicht gerade ein Aushängeschild. Was hat die CH in diesem Land zu erhoffen ? Nichts !! Ausser Spesen - nichts gewesen.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Vielleicht sprechen sie über die Möglichkeit Israelische Elektronik im F35 Kampfflugzeug einzusetzen? ;-)) Spass beiseite: Er MUSS Israel natürlich nicht besuchen. Aber es macht durchaus Sinn, weil es ein wichtiger Handelpartner ist.
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    2. Antwort von Tom Duran (Tom Duran)
      Weil Israel viele Parallelen zu der Schweiz hat? Das Land ist klein aber technologisch stark, da liegt es nur auf der Hand, dass wir in Verbindung bleiben sollten. Dazu ist Israel das einzige Land im nahen Osten das funktioniert, Menschenrechte wie die Schweiz kennt und sehr geschichtsträchtig ist. Es gibt Ungereimtheiten im Land, aber haben wir diese nicht auch?
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  • Kommentar von Leonardo Fridman (Leonardo E. Fridman)
    Titel "Schneider-Ammann am Zugang zum Tempelberg gehindert" vs. Inhalt: Man hat zwar seine bewaffneten Sicherheitsleute nicht auf den Tempelberg gelassen, BR Schneider-Ammann aber sehr wohl und zwar jederzeit. Zwar musste zuerst nach einem professionellen Austausch unter Sicherheitsleuten eine Lösung gefunden werden und sowas sollte man sicher vorab miteinander besprechen. Vom SRF wäre zu erwarten, dass sie 1. den Titel richtig setzen und 2. vielleicht zu recherchieren, wie es dazu kam.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Da habe Sie aber unrealistische Erwartungen an die heutige Sensationspresse.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Gesinnungsgeprägte Presse, davon ist natürlich auch nicht SRF gefeit!!! Leider haben wir nun so einen medialen Missstand schon seit geraumer Zeit.
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    3. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Haller - Bingo! Allerdings wurde gerade bei diesem Artikel noch kein Jota falsifiziert. JSAs Bodyguards verfuegten ueber eine Bewilligung zum Waffentragen in Israel. Und diese wurde von den israelischen Sicherheitskraeften selektiv missachtet....
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