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Schweiz Respekt für den Papst in der Schweiz

Der Entscheid des Papstes, Ende Februar sein Pontifikat abzugeben, wird reihum mit Respekt gewürdigt. Selbst Papst-Kritiker wie der Schweizer Theologe Hans Küng halten den Rücktritt von Benedikt XVI. für «verständlich». Die Schweizer Bischöfe sprechen von einem «mutigen Schritt».

Legende: Video Reaktionen auf den Rücktritt abspielen. Laufzeit 2:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.02.2013.

Der Theologe und Papst-Kritiker Hans Küng hat dem Papst für dessen Rücktritt Respekt gezollt. Dieser Schritt sei «aus vielen Gründen verständlich», sagte er in Tübingen. «Zu hoffen ist aber, dass Ratzinger nicht Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers nimmt», so der 84jährige. Benedikt XVI. habe in seiner Amtszeit so viele konservative Kardinäle berufen, dass unter ihnen kaum eine Person zu finden sei, «die die Kirche aus ihrer vielschichtigen Krise herausführen könnte». 

Diese Befürchtung teilt auch Klara Obermüller. Die Publizistin und Kirchenexpertin sagte im Interview mit SRF 4 News: «Er (Joseph Ratzinger) war zusammen mit Küng und anderen nach dem Konzil auf der eher progressiven Seite angetreten. Er ist dann – zumindest in der Wahrnehmung von aussen – immer konservativer geworden.»

Hans Küng und Joseph Ratzinger hatten als Theologieprofessoren in den 1960er Jahren an der Eberhard Karls Universität Tübingen zusammengearbeitet. Küng hatte Benedikt XVI. jahrelang vorgeworfen, die Kirche von den Menschen zu entfremden und dadurch eine Kirchenspaltung heraufzubeschwören.

Bischofskonferenz «enorm überrascht» 

Die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) zeigte sich in einer ersten Reaktion «enorm überrascht» von der Ankündigung des Papstes, das Amt am 28. Februar niederlegen zu wollen. Die Bischofskonferenz habe von der Entscheidung Benedikts XVI. über das offizielle Bulletin des Vatikans erfahren, das über Internet verbreitet wird, sagte der SBK-Informationsbeauftragte Walter Müller auf Anfrage der sda.

Nicolas Betticher, ebenfalls Pressebeauftragter der SBK, bezeichnete den Rücktritt des Papstes als «mutigen Schritt». Benedikt XVI. sei stets darum bemüht gewesen, dem Dienst an der Kirche die Priorität vor allem anderen einzuräumen.

Der Papst habe es vorgezogen zurückzutreten, weil «er die nötige physische und psychische Kraft nicht mehr aufbringe, um das Amt weiterhin zu führen», sagte Betticher. Dieser Entscheid zeige, welche Bedeutung er dem Amt einräume. Der Rücktritt von Benedikt XVI ist aus der Sicht Bettichers «eine weise Entscheidung, ein Akt der Nächstenliebe in der Absicht, in erster Linie der Kirche zu dienen».

Dass der abtretende Papst auf die Wahl des nächsten Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche Einfluss nehmen könnte, glaubt Betticher nicht. «Er ist ein Mensch mit Prinzipien, der gerade auch für die Strenge seiner Anschauungen bekannt ist. Es wird einen richtigen Rücktritt geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er (der Papst) die Nachfolge beeinflussen wird.»

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