Rolf Erb will sein Schloss nicht aufgeben

Der verurteilte ehemalige Firmenchef Rolf Erb hat gegen einen Entscheid des Winterthurer Bezirksgerichts Rekurs erhoben. Er will somit unter anderem sein Schloss, welches er seinen Zwillingssöhnen geschenkt hatte, nicht in die Konkursmasse fliessen lassen.

Totale auf Schloss Eugensberg.

Bildlegende: Das Streitobjekt: Rolf Erbs Schloss Eugensberg soll in Familienbesitz bleiben. Keystone

Rolf Erb, der verurteilte, letzte Konzernchef der Erb-Gruppe, will sein Schloss im Thurgau, seine Oldtimer-Sammlung und zahlreiche Liegenschaften nicht aufgeben. Der 62Jährige hat gegen einen Entscheid des Winterthurer Bezirksgerichts Rekurs erhoben.

Beim Berufungsprozess im September vor dem Zürcher Obergericht wird Erb somit nicht nur gegen seine Freiheitsstrafe von acht Jahren kämpfen, sondern auch um viel Geld. Konkret geht es um die Vermögenswerte, die Erb kurz vor dem Zusammenbruch der Erb-Gruppe seinen damals erst 10 Monate alten Zwillingssöhnen schenkte.

Dazu gehören das Schloss Eugensberg im Thurgau, eine Garage voller Oldtimer, Aktien, eine Immobilienfirma sowie zahlreiche Liegenschaften, darunter etwa das Hochhaus «Zentrum Töss» mit Hotelbetrieb in Winterthur.

Wie viel dieses Paket insgesamt wert ist, ist nicht abschliessend geklärt. Das Schloss alleine hat laut Staatsanwaltschaft einen Wert von 27 Millionen Franken, es wurde vor acht Jahren von einer Konkursverwalterin aber gar auf 40 Millionen Franken geschätzt.

Der Kollaps der Erb-Gruppe im Jahr 2003 war die zweitgrösste Firmenpleite der Schweizer Wirtschaftsgeschichte, nach dem Zusammenbruch der SAirGroup.