Zum Inhalt springen

Schweiz Rüstungsexporte weiter im Sinkflug

Im ersten Halbjahr 2014 hat die Schweiz weniger Kriegsmaterial ins Ausland verkauft als in der Vorjahresperiode. Der beste Kunde ist Deutschland – doch auch Krisengebiete wurden beliefert.

Legende: Video Rüstungsexporte gehen zurück abspielen. Laufzeit 0:21 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 29.07.2014.

Der Export von Kriegsmaterial aus der Schweiz ist im ersten Halbjahr 2014 erneut zurückgegangen: Schweizer Rüstungsfirmen lieferten von Januar bis Juni Güter im Wert von 182 Millionen Franken ins Ausland. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres betrug der Wert 195 Millionen, so die Eidgenössische Zollverwaltung.

Exporte in die Ukraine

2013 waren die Ausfuhren auf 461 Millionen Franken gesunken. Im Vorjahr waren es noch 700 Millionen Franken.

Grösster Abnehmer war im ersten Halbjahr 2014 mit fast 40 Prozent der Gesamtmenge erneut Deutschland (72,4 Millionen Franken). Auch die USA (15,5 Millionen), Italien (14,3 Millionen) und Bahrain (13,2 Millionen) gehören zu den grösseren Kunden.

Ins Krisenland Ukraine wurde ebenfalls Kriegsmaterial geliefert – allerdings in geringen Mengen (11'000 Franken). Die Ausfuhren nach Russland betrugen rund 536'000 Franken.

Parlament lockert Exportregeln

Das Parlament reagierte auf die angespannte wirtschaftliche Situation der Schweizer Rüstungsindustrie im März 2014 mit einer umstrittenen Lockerung der Kriegsmaterialverordnung. In Zukunft soll Schweizer Kriegsmaterial auch in Länder geliefert werden, in denen Menschenrechte verletzt werden.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Auf eine Art ist es gut, wenn die neutrale Schweiz weniger Rüstungsgüter exportiert an nicht-neutrale Länder. Nur im Hinblick auf die zunehmende Konfrontation zwischen EU und GUS und dem hemmlungslosen Waffeneinsatz, sowie den ungelösten Differenzen zwischen der EU und der Türkei stellt sich die Frage wie die Schweiz glaubwürdig ihre Neutralität durchsetzen will ohne eigene Rüstungsgüter?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von kari huber, surin
    Eine "eche" Demokratie gibt es auf dieser Welt nicht. Denn überall herrschen Formen von Korruption. Und der überwiegende Teil der Menschheit wünscht sich nichts so sehr, wie jemanden, er für ihr zukünftiges Wohl sorgt. Also einen "guten" Alleinherrscher. Man denkt an "Le Petit Prince". Ich verstehe das sehr gut, denn wer kann schon Machtgier, Geldgier und kriminelle Lust, Andere zu quälen alleine oder im Verbund mit machtlosen Anderen im Schach halten? Deshalb hält das Böse die Oberhand.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    Die parlamentarische Doppelmoral ist unglaublich. Volksabstimmungen verstossen gegen Menschenrechte und nahezu Zeitgleich bekommt die Tötungsindustrie die Chance für mehr Exporte welche nicht gegen die Menschenrechte verstossen. Unsere menschlichen Errungenschaften beschränken sich auf das schnelle Geld, das Parlament organisiert zu allen moralisch fragwürdigen Geschäften eine gesetzliche Legitimation. Wenn gleich handelnden Nationen zurück schiessen, werden die Risiken sozialisiert. Pervers!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen