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Schweiz SBB baut 1400 Stellen ab

Die SBB baut im Rahmen ihres Sparprogramms weit mehr Arbeitsplätze ab als bisher erwartet: Bis 2020 sollen 1400 Stellen wegfallen. Die Angestellten müssen zudem Lohnkürzungen hinnehmen.

Legende: Video SBB trimmt sich fit abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.09.2016.
  • SBB baut bis 2020 1400 Stellen ab
  • Betroffen sind die Bereiche Administration, Verwaltung und Betrieb
  • Mit dem Sparprogramm will die Bahn bis 2020 1,2 Milliarden Franken einsparen
  • Gleichzeitig sollen 200 Stellen beim Zugs- und Reinigungspersonal geschaffen werden
  • Die Angestellten müssen künftig ihren Teil der Risikobeiträge der Pensionskasse selber zahlen

Ab 2020 will die SBB ihre Kosten um 1,2 Milliarden Franken gesenkt haben – nicht zuletzt, um die Preise im Personenverkehr stabil zu halten. Diesem Sparprogramm fallen in den nächsten gut drei Jahren insgesamt 1400 Stellen zum Opfer.

Die Stellen werden in den Bereichen Administration, Verwaltung und im Betrieb abgebaut. Weil die SBB jedoch im gleichen Zeitraum mit einer Zunahme des Verkehrs rechnet, sollen gleichzeitig 200 Stellen geschaffen werden – vorab beim Zugs- und Reinigungspersonal. Dies teilt die SBB mit.

Per Ende 2020 soll der Personalbestand bei rund 32'100 Vollzeitstellen liegen (Ende 2016: rund 33'200). Die SBB schreibt, der geplante Stellenabbau werde wenn immer möglich über natürliche Fluktuationen und Pensionierungen erfolgen. «In den betroffenen Berufsgruppen wechseln 500 Mitarbeitende pro Jahr die Stelle und es werden 1300 pensioniert», so die Bahn. Die Stellenreduktionen würden sozialverträglich gestaltet.

0,8 Prozent weniger Lohn

Sparen will die Bahn bei der Beschaffung, bei den Investitionen und bei den Personalkosten. Die Massnahmen sind die Folge des bereits im November 2015 lancierten Sparprogramms «Railfit20/30». Dieses betrachtet die SBB als «zentrales Programm zur Umsetzung der SBB Strategie 2020».

«Railfit20/30» beinhaltet zudem Anpassungen bei den Sozialleistungen. Die SBB verweist darauf, dass sie derzeit die Risikobeiträge der Pensionskasse alleine trage.

Ab Januar 2017 sollen diese Risikobeiträge nun zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden aufgeteilt werden. Deshalb werden allen Mitarbeitenden 0,8 Prozent Lohn abgezogen. Es würden dort Korrekturen vorgenommen, wo das Unternehmen eine «ausserordentlich grosszügige Praxis» habe, argumentiert die SBB.

Legende: Video SBB tritt auf die Bremse abspielen. Laufzeit 3:35 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.11.2015.

Mit den Massnahmen des Sparprogramms will die SBB sicherstellen, dass die Eisenbahn bezüglich Preis-Leistungs-Verhältnis ein attraktives Verkehrsmittel in der Mobilitätskette bleibt, wie sie schreibt. Die Preise im Personenverkehr sollen möglichst stabil bleiben – und langfristig möglicherweise gar sinken.

Obwohl die SBB darauf verweist, dass sie «dank gesteigerter Wettbewerbsfähigkeit eine sichere Arbeitgeberin» bleibe, bedeutet das Programm auch, dass die Interessen der Mitarbeitenden gegen jene der Bahnbenutz abgewogen werden.

29 Kommentare

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  • Kommentar von alfred maurer (zeitgeist)
    die sbb kommuniziert wie ein unternehmen an der börse. warum?
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Service-Public SBB: Dieses Managment, mit den utopischen, unverschämten "Salären", ist längst überfällig, durch wirklich adäquate, "geeignete", dem Volkswohl dienende Leute, ersetzt zu werden! Nur, wo sind die verantwortlichen in Bundesrat und Co, welche längstt hätten handeln müssten? Lobbyismus, Vetternwirtschaft = Schweizer Politik!!
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Vom ersten Tag an wo ich in die Pensionskasse einzahlen musste, bezahlte ich den Risikobeitrag zur Hälfte ein, ( jetzt nicht mehr IV-Rentner ), so soll es auch sein bei der SBB , dem sage ich eine gerechte Verteilung. Da kommt ein hübsches Sümmchen zusammen. Was höre ich da im Hindergrund, ein Aufschrei des Personals.
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