Zum Inhalt springen

Schweiz Schadet der Gigantismus dem Eidgenössischen?

Das Schwing- und Älplerfest in Burgdorf hat am Wochenende besucher- wie auch aufwandmässig alle früheren Eidgenössischen in den Schatten gestellt. Der Schwingerverband ist sich bewusst, dass das urtümliche Fest unter dem Gigantismus leiden könnte.

Blick auf das Festgelände des Eidgenössischen in Burgdorf.
Legende: Das Eidgenössische 2013: 300'000 Besucher sind ein Riesenerfolg. Soll oder darf das Fest weiter wachsen? Keystone

Über drei Tage hinweg hat das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Burgdorf gegen 300'000 Besucher angelockt. Das Budget beträgt 25 Millionen Franken, rund einen Fünftel mehr als 2010 beim Schwingfest in Frauenfeld.

Nichts verkörpert die Wurzeln der Schweiz so populär wie der Schwingsport. Das hat auch Bundespräsident Ueli Maurer am Sonntag in Burgdorf erklärt. In der vom Sägemehl etwas angestaubten Sportart der 70er und 80er Jahre haben selbstbewusste, moderne Schwingerkönige wie Jörg Abderhalden oder Kilian Wenger eine Entwicklung angestossen, die Schwingen heute für Junge «cool» und für Sponsoren attraktiv macht.

Festcharakter in Gefahr?

Die Entwicklung des inzwischen grössten regelmässigen Sportanlasses der Schweiz wird beim Schwingerverband nicht nur mit Stolz, sondern auch etwas mit Sorge zur Kenntnis genommen: Grundsätzlich sei es erfreulich, dass Schwingen so gefragt sei, stellt Mario John, Obmann des Schwingerverbands gegenüber SRF fest. Aber natürlich ziehe eine solche Grossveranstaltung auch Menschen an, die nicht unbedingt am Schwingen interessiert seien.

Der Grossandrang müsse aber nichts Negatives bedeuten. Erst wenn die ausserordentlich friedliche, beinahe fürsorgliche Art des Zusammenseins gefährdet werde, müsse man zurückbuchstabieren. «Dafür gibt es jedoch noch keinen Anlass», sagte John und weiter: «Es ist bisher noch nie etwas passiert. Trotzdem stellt man uns immer die Frage, was wir tun, damit es nicht noch grösser wird.»

Nebenveranstaltungen könnten ausufern

Bei der provisorischen Sportarena ist mit 52'000 Zuschauern die statische Kapazitätsgrenze erreicht. Die Unterhaltungs- und Festzelte um die Arena herum bieten hingegen Gestaltungsspielraum gegen oben und unten.

Obmann John ist klar: «Wir müssen uns sicher überlegen und haben auch eine Studie bei der Hochschule in Luzern in Auftrag gegeben, wie es beim Eidgenössischen Schwingfest in Zukunft weitergehen soll.»

Estavayer-le-Lac macht sich Gedanken

Betroffen und beglückt vom nächsten Eidgenössischen wird in drei Jahren Estavayer-le-Lac. Die dortige Geschäftsführerin Isabelle Emmenegger hat sich Burgdorf genau angeschaut. Wohin die Reise führt, kann sie jedoch noch nicht sagen: «Ich bin in den letzten Tagen regelmässig darauf angesprochen worden, wie gross oder klein es weitergehen soll. Wir werden nach einem Rück- und Ausblick darüber informieren.»

Den Beteiligten im Schwingsport ist klar, dass die Entwicklung sorgsam beobachtet werden muss. Die friedliche und fürsorgliche Stimmung rund um den Schwingsport soll erhalten bleiben.

brut;lin

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Ich denke es war ein Vorzeigefest. Keine brennenden Autos, keine Petarden, keine Phyros usw. Was dem Schweingen aber sicher schaden wird, ist dass einige ganz schlaue Journalisten das Schwingen mit etwas "Bösem" in Verbindung setzen möchten. Ich hoffe, dass dies bereits heute abgestellt wird. Solchen Reportern sollte eine Anzeige und Bestrafung drohen. Die Schwinger haben nun einmal rein gar nichts mit etwas Bösem zu tun!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M.Bracher, Bern
    Ich finde es schon Interesssant, wenn die Linken zu einem Fest/Kundgebung rufen sind brennende Autos, eingeschlagene Fenster und schwerverletzte leider Normal. Wenn nun SVP-nahestehende Kreise ein Fest organisieren verläuft alles friedlich. 23:22 2.9.13 http://www.srf.ch/news/schweiz/schadet-der-gigantismus-dem-eidgenoessischen#main-comments
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Nin Guna, Zürich
    Hehe, ein Bauer sagte mir vor ein paar Tagen, warum er Schwinganlässe so schön finde: da gebe es keinen einzigen "Jugo". Unsere multikulti Linken sollten sich vielleicht fragen, ob nicht die Teilnahme von nicht-Eidgenossen mit Subventionen gefördert werden sollte (oder noch besser: Einführung eine Quote?). Natürlich nur zu Integrationszwecken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Was Sie da bringen, gibt schon zu denken: Sie bringen die Schwingeranlässe in Verbindung mit (braunem) rückwärts gerichteten konservativen Gedankengut, also genau dasjenige, was mit der Vereinnahmung dieser Anlässe durch die SVP geschieht. Nach dem rd. 75% NICHT SVP wählen, wird man davon ausgehen können, dass sich reichlich viele Schwinger bedanken werden, in die ultrarechtsnationale Ecke geschoben zu sehen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Gestern waren die Juden die Bösen, heute sind es die Jugos: Hoffen wir ,es werden nie die Schweizer die Bösen sein.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Nin Guna, Zürich
      Die Nazikeule ist schon sowas von abgenutzt, da kann man nur noch schmunzeln. Es schmerzt einem Linken natürlich das Herz, wenn er sieht wie problemlos und friedlich ein Anlass auch ohne Multikulti auskommt. Oder eben genau deswegen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen