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Schäden nach Wintersturm Förster bis Ende Winter mit Räumungsarbeiten beschäftigt

Es gibt noch viel zu tun für den Forstbetrieb Murtensee. 2500 bis 3000 Kubikmeter Holz hat «Burglind» zu Fall gebracht.

Da steht er, mitten im Lischerenwald: Ralph Malzach, stämmig, kräftig, rot-gelber Schutzhelm, knallige Leuchtweste. Dieser Mann ist auf dem Holzweg, könnte man sagen: «Es liegt Holz auf dem Weg vom Sturm ‹Burglind›. Wir sind jetzt gerade dabei, diese Rottanne zu zersägen, damit man den Weg wieder öffnen kann.» Der 48-Jährige ist Förster und Bereichsleiter beim Forstbetrieb Region Murtensee.

Er weiss noch genau, was ihm durch den Kopf gegangen ist, als die Meteorologen Anfang Jahr plötzlich vor Sturm «Burglind» warnten: «Hoffentlich kommt es nicht so stark, wie es angekündigt ist.» Doch es kam so. Das Schadensbild am Abend des 3. Januars: «In unserem Gebiet hat es rund 40 Prozent der Jahresnutzung umgelegt. Das sind rund 2500 bis 3000 Kubikmeter Holz. Wenn man einen Lastwagen von 20 Kubikmetern nimmt, wären das rund 150 Lastwagen.»

Zehnmal mehr Holz nach «Lothar»

Das klingt zwar nach viel, ist aber wenig im Vergleich mit den Schäden damals im Wald der Murtensee-Region nach «Lothar», dem Orkan von 1999. «Bei ‹Lothar› hatten wir rund zehnmal mehr Holz», erklärt Malzach. Komme hinzu: «Bei ‹Burglind› hatten wir Streuschäden. Bei ‹Lothar› hatten wir Flächenwürfe. Und bei ‹Lothar› hatten wir viel mehr zersplittertes Holz als jetzt bei ‹Burglind›.»

Malzach vergleicht «Burglind» denn auch mit einem «blauen Auge»: «Und so eines geht für gewöhnlich schnell vorbei.» Das bedeutet: «Bei der Menge, die wir jetzt haben, ist es absehbar, dass wir Ende Februar fertig werden.» Das sei quasi noch in der normalen Winterperiode. Und das heisst für Malzach und sein Team: «Wir sind nicht gestresst, wir müssen uns nicht beeilen.»

Baumstämme stehen unter Spannung

Ruhe bewahren ist denn auch die Losung bei der Arbeit in einem sturmgeschädigten Wald. «Es ist wichtig, dass man den Kopf jeden Tag beieinander hat. Wir wollen schliesslich alle wieder mit der Familie am Tisch sitzen am Abend», sagt Malzach, der überdies Sicherheitsbeauftragter in seinem Forstbetrieb ist.

Die umgelegten Bäume stehen zum Teil unter enormer Spannung: «Man muss die Stämme vom Stock lösen und Trennschnitte ausführen. Unter diesen erhöhten Spannungen ist das eine sehr schwierige Angelegenheit», erklärt der «Hölzige», wie sich Malzach selbst bezeichnet. Sein Motto: «Zuerst besinns, dann beginns.»

Prognosen von Förster Ralph Malzach

Stichwort Holzpreise
Stichwort Borkenkäfer
Nach «Lothar» war der Markt richtiggehend mit Holz überschwemmt worden. Die Preise brachen ein. Und heute, nach «Burglind»? «Wir glauben nicht, dass der Holzpreis deswegen zusammenbricht», sagt Malzach. «Wir sprechen von ungefähr einer halben Jahresnutzung. Eine ähnliche Menge wäre sowieso geschlagen worden. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass das kleine Übermass von der Holzindustrie geschluckt wird.»Der Wald in der Region Murtensee litt letzten Sommer unter grosser Trockenheit. «Die Borkenkäfer-Gefahr ist da, da es jetzt Anrissstellen hat», so Malzach. «Die Sonne kann an die nackten Stämme brennen. Zusammen mit dem Wassermangel und der Hitze, die nächsten Sommer droht, ist das ein grosses Risiko.» Das heisst für die Räumungsarbeiten: Möglichst alle herumliegenden Bäume zersägen und abtransportieren.

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