Zum Inhalt springen
Inhalt

Demos in Städten Schüler protestieren gegen Sparmassnahmen

Legende: Video Schweizer Schüler protestieren auf der Strasse abspielen. Laufzeit 02:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Insgesamt über tausend Schüler gingen am Mittwochnachmittag in mehreren Kantonen auf die Strasse, um gegen Kürzungen in der Bildung zu demonstrieren unter dem Motto #KeLoscht.
  • Auslöser war eine Zwangsferienwoche, die letztes Jahr an den kantonalen Schulen in Luzern durchgeführt wurde, um Kosten zu sparen.
  • Proteste fanden auch in Zürich, Basel und Aarau statt.

«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut», hiess es in Luzern, wo die Schüler-Protestaktion #KeLoscht ihren Ursprung hat. Nach Schätzungen der Polizei zogen rund 1000 Schüler im friedlichen Protest vom Helvetiaplatz zum Regierungsgebäude. Dort empfing sie der Präsident des Luzerner Kantonsparlaments, Andreas Hofer (Grüne).

Auch Jungpolitiker ergriffen an diesem Anlass das Wort. Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso Schweiz und Judith Schmutz, Co-Präsidentin der Jungen Grünen Schweiz, gaben im Kanton Luzern den tiefen Unternehmenssteuern die Schuld an die Situation.

Nach der Demonstration gab es ein Treffen zwischen dem Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss und einer Delegation des Verbandes Luzerner Schülerorganisationen. Wyss verteidigte das Bildungsangebot: Luzern investiere auch in neue Angebote wie Schulgebäude, Studiengänge und familien- und schulergänzende Tagesstrukturen.

Neben Luzern auch Zürich, Basel und Aarau

Auch in anderen grossen Städten taten Schüler ihre Unzufriedenheit kund: In Zürich versammelten sich einige hundert Jugendliche auf dem Bürkliplatz, während in Basel 80 Schüler lautstark vom Barfüsserplatz zum Marktplatz zogen. In Aarau trafen sich rund 100 Schüler auf dem Bahnhofsplatz zum Protest zusammen.

Kritisiert wurde in Aarau in verschiedenen Reden die bürgerliche Sparpolitik des Regierungsrates. Die Konsequenzen: Klassenzusammenlegungen, längere Arbeitszeiten für Lehrkräfte bei gleichem Lohn oder die Rückkehr zum Frontalunterricht. Das wirke sich negativ auf die Qualität des Unterrichts aus. Ein Schüler stellte fest: «Das Wort Ausbildung besteht zu 70 Prozent aus Bildung. Fallen diese 70 Prozent weg, bleibt nur noch das Aus.»

Auch wenn es in der Bildung in einzelnen Bereichen zu Sparmassnahmen gekommen ist, sind die Bildungsausgaben laut dem Bundesamt für Statistik zwischen 2010 und 2014 insgesamt gestiegen. Zudem stiegen die Bildungsausgaben pro Kopf seit dem 2000 vier Mal so stark an als die Zahl der Menschen in Ausbildung.

Legende: Video Schüler-Protest gegen Abbau in der Bildung abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.04.2017.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Das viele Geld allein macht noch keine gute Bildung. Es braucht motivierte Lehrpersonen und vorallem Jugendliche, welche bereit sind, beim Lernen mehr Einsatz zu zeigen und hie und da auf die Freizeit zu verzichten. Leider muss man heute feststellen, dass das Vergnügen vor dem Lernen kommt. Das Bild mit dem 1. Transparent "Hure seich" sagt schon alles über die Einstellung dieser Jugendlichen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      "Es braucht motivierte Lehrpersonen" Das war auch das Argument von Regierungsrat Wyss im Interview. Meinen Sie wirklich, die Motivation steige wenn die Löhne der Lehrer immer weiter sinken, die Lektionenzahl pro Woche immer weiter steigt, die Schülerzahlen pro Klasse steigen, die schwierigen Schüler mitintegriert werden müssen, ein Reformpaket das nächste jagt und jeder vom Politiker über die Eltern bis zum Stammtischler über faule Lehrer schimpfen und alles besser wissen wies zu laufen hat?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von robert mathis (veritas)
      HP.Müller die Löhne der Lehrer sinken? Wo haben Sie denn das gesehen? Zudem sollte für einen Lehrer nicht der Lohn allein die Motivation zum Beruf sein.Ich sehe in diesem Beruf immer noch ein grosser Teil Berufung,genau wie z.B. bei einem Arzt,der sogar einen Eid ablegt.Ich denke am Stammtisch wird jede Berufsgattung kritisiert,bes.wenn man keine Handwerker mehr ins Haus bekommt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von U.E. Romer (romeru)
    Das Gesundheits- und das Schulwesen krankt am gleichen Ort. Es wird Jahr für Jahr mehr Geld zur Verfügung gestellt. Was wurde daraus gemacht. Eine Monster von Administration. Das Geld versichert in den Etagen der Verwaltungen und kommt nicht dort an, wo es eigentlich bestimmt war. Für Ausbildner, Schüler, Patienten und Pflegende.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Vetterli (U.V.)
    Bildung ist definitiv der falsche Ort zum Sparen. Allerdings muss schon Acht gegeben werden, dass die Entwicklung nicht in eine Richtung läuft, wo immer mehr unnützes Papier produziert wird. Mir gefällt, dass die Jungen sich wieder zu organisieren beginnen und auf die Strasse gehen. Wann kommt die grosse Klimademo? Da ist mehr kaputt gemacht worden in den letzten Jahrzehnten, als in der Bildung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen