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Hampel: «Prep-Anwender können Medikamente für einen bezahlbaren Preis beziehen»
Aus News-Clip vom 09.10.2019.
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Schutz vor HIV Prep-Medikamente in der Schweiz endlich günstiger

Wer ein Prep-Medikament einnimmt, also eine so genannte Präexpositionsprophylaxe, schützt sich vor HIV genauso effektiv wie mit einem Kondom. Bis jetzt mussten diese Medikamente aus der Schweiz mühsam übers Internet besorgt werden – doch damit ist nun Schluss.

«Prep-Anwender können neu ein in der Schweiz zugelassenes Medikament für den Preis von 40 Franken beziehen», sagt Benjamin Hampel, Studienleiter von Swiss Prepared exklusiv gegenüber «10vor10». Gekoppelt ist die Abgabe an das Programm von Swiss Prepared. Darin werden Prep-User medizinisch betreut. Ausserdem entsteht eine wissenschaftliche Studie rund um den Gebrauch von Prep, welches vor allem in der Schwulenszene auf rege Nachfrage stösst.

Medikamente aus Swaziland oder Indien

Bis jetzt gab es bloss zwei Möglichkeiten für den Bezug von Prep: Entweder das einzige in der Schweiz zugelassene Medikament Truvada für 900 Franken pro Monatspackung kaufen. Das ist jedoch sehr teuer und kam für die allerwenigsten in Frage. Also wichen die Prep-Anwender auf Online-Apotheken aus und kauften das Medikament in Swaziland, Indien oder Thailand. Dort kostet eine Packung Prep rund 30-40 Franken.

Für die Verantwortlichen von Swiss Prepared eine unbefriedigende Situation. Sie haben deshalb mit dem US-Pharmakonzern Gilead einen Deal ausgehandelt. Dieser sponsert sein Medikament Truvada im Rahmen dieses Programms.

Kritik von Santésuisse am Preis

Dabei gibt es aber einen Schönheitsfehler. Denn dasselbe Medikament kostet für HIV-positive Personen weiterhin 900 Franken im Monat. Dies müssen die Krankenkassen berappen.

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Nold: «Zeigt, dass Margen bei diesen Medikamenten sehr hoch sind, dass eine private Firma sie gratis abgibt»
Aus News-Clip vom 09.10.2019.
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Verena Nold, Direktorin von Santésuisse, kritisiert: «Gegen die Gratisabgabe ist grundsätzlich nichts einzuwenden, es zeigt aber einfach, dass die Margen bei diesen Medikamenten sehr hoch sind.»

«Truvada nicht gratis»

Der US-Pharmakonzern Gilead äussert sich gegenüber «10vor10», dass in der Schweiz Truvada für die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) nicht zugelassen sei. Gilead habe das Gesuch für die Zulassung von Truvada für PrEP bei Swissmedic eingereicht. Im Rahmen des SwissPrEPared Programms würden Menschen monatlich Truvada erhalten, welche die Kriterien dieses Programms erfüllen. «Truvada wird nicht gratis, sondern für einen Betrag von Gilead zur Verfügung gestellt, der die Logistikkosten deckt.»

Für Gilead sei Truvada ein wichtiges HIV-Präventionstool, zumal erstmals in den letzten Jahren in diversen Ländern Europas 2016 ein Rückgang der HIV-Diagnosen festgestellt werden konnte.

Prep als Meilenstein?

Fakt ist: Die Nachfrage nach Prep steigt vor allem in der Schwulenszene auch in der Schweiz stetig an. Jan Fehr, Studienleiter von Swiss Prepard und Spezialist für Infektionskrankheiten an der Universität Zürich, sieht darin einen Meilenstein. «Prepmedikamente haben gezeigt, dass sie hocheffizient und unglaublich wirksam sind. Zahlen aus verschiedenen Ländern weltweit haben gezeigt, dass man damit die HIV-Epidemie in den Griff bekommen kann.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Prep ist Tatsaechlich kein Segen... aber notwendig... und hilft.. gibt es unterdessen in den Kliniken in SA gratis... ist billiger als HIV Behandlung! Und ist trotzdem ein Segen, fuer die Frau das Kind das vergewaltigt wurde... fuer den mit dem dummen unkontrollierten Seitensprung.. und schlussendlich dem der einem Verletzten hilft und Blut kontaktiert hat.. speziell wenn er selber eine kleine Wunde / Kratzer hat..
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Dieses Propaganda widerspricht allen Bestrebungen, um die Bevölkerung zum vernünftigen Umgang mit den Gesundheitskosten zu animieren und zum sorgfältigen Umgang mit der Gesundheit des Partners. Kondome sind in heterosexuellen Beziehungen auch "unbequem". Wenn wir das teure Prep vor Kondom propagieren, dann müssen wir auch andere Komfortartikel für andere Kranke empfehlen. Das Bequemlichkeitsargument inkludiert das Luxusdenken. Nogo für die Krankenkasse. Ergo: es darf teuer bleiben.
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  • Kommentar von Pascal Padrutt  (papa)
    HIV verliert durch Prep den Status einer letalen Krankheit. Dies ist ein zweischneidiges Schwert. Man(n) kann nun leichtfertig und freizügig Sex ohne Gummi praktizieren. Dumm nur, dass es noch sehr viel andere sexuell übertragbare Krankeheiten gibt, deren Folgen sehr einschneidend sind. Man denke da an Tripper, Syphilis oder Chlamydiose, deren Verbreitung wieder zunimmt. Prep ist also keinesfalls bloss ein Segen.
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    1. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Also letal ist AIDS schon lange nicht mehr. Mühsam, teuer und gefährlich, ja, aber nicht mehr tödlich.

      Ihre Argumentation ist nicht ganz korrekt, nur weil die REAKTION der Menschen auf ein Medikament schlecht ist, darf das Medikament selber nicht so zum Schuldigen gemacht werden.

      Wichtig ist jetzt, dass die Safer Sex Kampagnen sich vermehrt auf diese weiteren Krankheiten konzentriert. HIV kennt man. Zudem schützt man sich auch vor HIV wenn man sich vor andern Krankheiten schützt.
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