Zum Inhalt springen

Schweiz Schweizer Armeepläne mit Österreich

Verstärkte Kooperation in der Sicherheitspolitik: Zusammen mit Österreich will die Schweiz einige neue Initiativen im militärischen Bereich auf den Weg bringen. Geprüft wird dabei eine gemeinsame Rekrutenausbildung und eine Zusammenarbeit beim Lufttransport.

Klug und Maurer
Legende: Verteidigungsminister Ueli Maurer (rechts) und Amtskollege Klug haben gemeinsame Projekte im Köcher. Keystone

Eine ausgeweitete militärische Kooperation haben die Verteidigungsminister beider Länder vereinbart. Bundesrat Ueli Maurer hatte seinen österreichischen Amtskollegen Gerald Klug auf dem Landsitz Lohn bei Bern zu einem offiziellen Besuch empfangen.

Beide lobten im Anschluss an das Treffen das ausgezeichnete Verhältnis beider Länder. «Die Schweiz und Österreich sind natürliche Partner», sagte Klug.

«Wir hängen da die Geigen nicht zu hoch»

Mit einem Pilotprojekt wollen die beiden Nachbarn 2016 eine gemeinsame Rekrutenausbildung testen. Dies soll in Form einer Übung am Ende der Grundausbildung geschehen und drei bis vier Wochen dauern. Klug verspricht sich davon «einen deutlichen Mehrwert für unsere Rekruten».

Gemäss Verteidigungsminister Maurer bietet dieser Pilotversuch eine gute Gelegenheit, «uns gegenseitig etwas zu testen und Verbesserungen zu erzielen, aufgrund der Lehren, die da entstanden sind. Ich glaube wir hängen die Geigen nicht zu hoch sondern machen da mal ein Pilot und schauen dann, was wir weiter lernen und verbessern können.»

«Win-win-Situation» beim Lufttransport?

Auch beim Lufttransport wollen Maurer und Klug eine gemeinsame Lösung prüfen. Die Verwaltung evaluiert derzeit im Auftrag des Ständerats die Beschaffung eines entsprechenden Flugzeugtyps. Vor der Presse verhehlte Maurer nicht, dass er einer «Pool-Lösung» mit Österreich einem Kauf den Vorzug geben würde.

Das österreichische Bundesheer besitzt drei Transportflugzeuge Hercules C-130, für Maurer genau «das, was wir eigentlich suchen im Bereich Lufttransport». «Das wäre eine Win-win-Situation», sagte er. Ein von Österreich unterbreitetes «konkretes Angebot» (Klug) soll nun geprüft und allenfalls einem Kauf gegenübergestellt werden.

Initiative für Gipfel neutraler Länder

Maurer und Klug kamen zudem überein, weitere Staaten im nächsten Jahr zu einem «Gipfel der Allianzfreien und Neutralen in Europa» einzuladen. Als Teilnehmer stünden dabei die skandinavischen Länder und Irland im Vordergrund. Ziel sei es, zu definieren, welche Rolle diese Länder mit ihrer aktiven Neutralität in verschiedenen Konflikten spielen könnten.

Klug (SPÖ) ist seit März 2013 österreichischer Bundesminister für Landesverteidigung und Sport. Am zweiten Tag seines offiziellen Aufenthalts in der Schweiz ist ein Besuch der Rettungstruppen in Wangen an der Aare und ein Mittagessen auf der Habsburg im Aargau vorgesehen.

28 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Elmar Hutter, Bad Ragaz
    Die beiden Nachbarn Österreich und Schweiz sollten vor allem in den Bereichen Luftüberwachung und bodengestützte Luftraumverteidigung (Anschaffung und Unterhalt von Boden-Luft-Abwehrsystemen) zusammenarbeiten, um gemeinsam die Neutralität besser abzusichern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Die Frage an alle Armee-Gegner hier sei erlaubt: Was würdet ihr tun, wenn die Schweiz von einem anderen Land angegriffen würde? Die Beine unter die Arme nehmen und fliehen? Wohin? Eine Garantie, dass es nie passieren wird gibt es leider keine. Schade gibt es bald keine Zeitzeugen mehr, die dieser Generation erzählen können, wie es gewesen ist, als sie im den beiden Weltkriegen an der Front gestanden sind & unsere Kampfjets gefürchtet wurden. In den Bergen sind sie unschlagbar. Auch heute noch!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      E.Waeden,das ist einfach: man geht dann heim in sein Heimatland.Und die paar Schweizer welche nur einen Pass haben sind es scheinbar gewohnt unter fremder Herrschaft zu dienen und sich alles gefallen zu lassen.Wobei, im Westen ist es heute scheinbar üblich nicht mit einer Armee ein Land zu besetzen,sondern sich dieses Land abhängig zu machen und sich die Wirtschaft aufzukaufen.Gehorcht es einem nicht,dann macht man ein paar Firmen dicht.Aber ich stimme ihnen zu;eine autonome Armee brauchts noch.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Das absurde daran finde ich, dass man seit dem Ukraine Konflikt zunehmend die Meinung vertritt, dass auch kleinere Länder sich verteidigen können müssen. Entsprechend werden sie auch durch uns unterstützt (IWF-Milliarden) Gleichzeitig wollen aber auch viele dieser Köpfe an unserer Selbstverteidigung sparen, oder eben die Armee ganz abschaffen. Unsere Väter & Grossväter, welche unser Land auch mit ihrem Leben verteidigt hätten, dürften sich bei dieser heutigen Moral im Grabe umdrehen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michael Ende, Zürich
    Falls Östereich im Sommer aus der EU austritt, kann diese Zusammenarbeit eine gute Sache werden. Wer hätte 1415 gedacht, dass Habsburg und die Eidgenossenschaft im Jahr 2015 Ihre Neutralität in freundschaftlicher Zusammenarbeit verteidigen und damit einen Gegepol zum Imperialismus der NATO bilden werden ? Kann es sein, dass Russland, China, Griechenland, Tschechien, Slovakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Weissrussland, Kasachstan dem Neutralitätsbündnis beitreten werden ? Geniale Vision !!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen