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Schweiz Schweizer Konsum kennt keine Krise

Die Haushalte greifen der Schweizer Wirtschaft kräftig unter die Arme. Es wird konsumiert wie selten zuvor, obwohl die Löhne kaum steigen. Tiefe Zinsen und billige Kredite sind nur zwei Gründe für die wachsenden Ausgaben.

Ein Plakat an der Art Basel mit dem Motto «Ich shoppe, also bin ich».
Legende: Konsum als Lebensmotto: Ein Plakat an der Art Basel. Reuters

In der Schweiz wird so viel konsumiert wie kaum je zuvor. Und dafür gibt es einen ganz entscheidenden Treiber: die Einwanderung.

Michael Grass von der Forschungsstelle BAK Basel sagt: Gut Qualifizierte mit entsprechendem Einkommen kurbeln den Konsum an. Aber nicht nur das: «Die Leute brauchen erst einmal eine Grundausstattung, wenn sie in die Schweiz kommen.»

Gesundheit ist Trumpf

Seit Jahren geben zudem Schweizerinnen und Schweizer mehr Geld für ihr körperliches Wohlergehen aus: «Man hat relativ starke Trendausgaben im Bereich Gesundheit. Die schlagen seit Jahren stark zu Buche», stellt der Konjunkturexperte fest.

Nicht zu vergessen sind die weiteren Lohnbestandteile, die oft im Reallohn nicht einbezogen sind. Das können Nacht- oder Akkordzuschläge oder Boni von Managern sein. Auch aus Vermögen fliesst nach den Worten von Grass Geld ins Portemonnaie – in Form von Zinsen oder Kapitalerträgen: «Die Vermögenseinkommen sind 2012 sehr stark angestiegen.»

Sichere Arbeitsplätze

Auch Sybille Duss von der UBS bestätigt den positiven Konsumtrend. Entscheidend sei zudem, dass die Stimmung in der Schweiz stabil sei – trotz Krise in den Nachbarländern.

«Die Arbeitsplatzsicherheit in der Schweiz ist immer noch sehr hoch. Das könnte den Konsum zusätzlich noch gefördert haben», sagt sie. Mit dieser Sicherheit greife man mutiger auch einmal tiefer in die Tasche.

Kredite sind begehrt

Mutiger sind Konsumentinnen und Konsumenten wohl auch, wenn es um Kredite geht. Denn diese sind zurzeit relativ günstig zu haben. Das könne durchaus zu den hohen Konsumausgaben beitragen, sagt Duss: «Man sah das auch im Hypothekarmarkt, wo die Zinsen auf historischen Tiefständen sind.»

Besonders die Leasingverträge für Autos haben laut der Zentralstelle für Kreditinformationen 2012 zugenommen. Tiefere Zinsen sind auch ein Grund für den steigenden Privatkonsum. Auch wenn sie klar weniger bedeutend ist als die Einwanderung.

Die UBS rechnet damit, dass die Menschen in der Schweiz auch 2013 überdurchschnittlich konsumieren. Der Konsum wird damit weiterhin eine tragende Säule der Wirtschaft sein.

prus;brut

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Lena Meier, Brugg
    Im Klartext sind das ganz schlechte Nachrichten: 1. Die Masseneinwanderung führt zu einem enormen Verschleiss von Ressourcen, nicht nur Konsumgüter sondern auch Strom, Land, Wasser. Etwas später auch ganz viel Kehricht. 2. Die Bevölkerung verschuldet sich zur Zeit massiv mit unerfreulichen Folgen für die Sozialhilfe. Fazit: Es ist ein Trugschluss, dass eine boomende Wirtschaft immer etwas tolles ist. Wächst sie immer weiter ruiniert sie unseren Lebensraum!
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Sie haben das Problem erfasst, es ist ein Trugschluss, die eigene Wirtschaft nur noch mit der sog. Einwanderung anzukurbeln. - Wenn's dann mal so weit ist, dass es über die Einwanderung nicht mehr läuft, sind so oder so wieder die anderen schuld. - Heute werden doch die Rahmenbedingungen geschaffen für eine (alsbald) kommende Krise bzw. Krisen. Das will offenbar keiner wahrhaben man ignoriert es einfach. (smile)
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    "Schweizer Konsum kennt keine Krise". "Ganz entscheidender Treiber: die Einwanderung". Und wie steht es mit der Bezahlung des fast grenzlosen Konsums? Dass der Konsum immer mehr steigt, wissen wir ja. Es ist ja heute auch so einfach, Schulden zu machen. Wir wissen aber auch, dass immer mehr ihren Konsum gar nicht mehr selber bezahlen und somit hat die Wirtschaft auch nichts davon.
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