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Schweiz Schweizer Medienhäuser in ständigem Kontakt mit der Polizei

Vor einigen Medienhäusern patrouillieren Polizeibeamte. Die Sicherheitsmassnahmen werden aktualisiert. Gesamtschweizerisch werden allerdings keine grossen Massnahmen ergriffen, so ein hoher Polizeibeamter.

Legende: Video Staatsschutz in der Schweiz abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.01.2015.

Nach dem Attentat in Paris wird die Sicherheitslage der hiesigen Medienhäuser neu diskutiert. Hans-Jürg Käser, Präsident der Kantonalen Polizeidirektoren-Konferenz warnt allerdings vor einem Aktivismus. Gesamtschweizerisch seien bisher keine grossen Massnahmen ergriffen worden.

In der Schweiz herrsche im Moment keine andere Bedrohungslage als noch vor dem Attentat in Paris.

Polizeischutz für Axel Springer

Schon seit gestern Abend nach dem Anschlag in Paris steht das Axel Springer Gebäude in Zürich, in dem die «Weltwoche» untergebracht ist, unter verstärkter Beobachtung. Dies bestätigte die Stadtpolizei Zürich.

Man habe die Medienhäuser in eine Lagebeurteilung einbezogen, heisst es auf Anfrage. Satiriker Andreas Thiel hatte Ende November in der «Weltwoche» den Koran und Mohammed kritisiert und damit für Aufruhr gesorgt.

Bei der «NZZ» steht man ebenfalls in Kontakt mit der Stadtpolizei. Bis jetzt gebe es aber keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für NZZ-Mitarbeitende, sagte eine Unternehmenssprecherin.

«Ein Nullrisiko wird es nie geben»

Die SRG analysiere die Risiken und die Sicherheitsmassnahmen permanent, erklärte Sprecher Daniel Steiner auf Anfrage. Das sei aber bereits vor dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» der Fall gewesen.

Steiner möchte nicht sagen, welche konkreten Massnahmen getroffen wurden. Die Sicherheit in verschiedenen Redaktionen sei aber erhöht worden. «Wir sind uns bewusst, dass es ein Nullrisiko nie geben wird.»

Bedeckt hält sich auch Ringier. Man verfüge über ein umfassendes Sicherheitsdispositiv an seinen Standorten, heisst es auf Anfrage. «Zu den Details geben wir aus Sicherheitsgründen keine Auskunft.» Besonderes Augenmerk gelte exponierten Redaktionsräumlichkeiten. «Nach den gestrigen Ereignissen in Paris wurden intern sämtliche relevanten Stellen zusätzlich für das Thema sensibilisiert.»

Gemäss dem Onlineportal blick.ch sind auch vor dem Pressehaus von Ringier, wo sich die Blick-Redaktion befindet, «mehr Polizei-Patrouillen zu beobachten».

Genfer Kantonspolizei verstärkt ihre Präsenz

Nach dem Attentat auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo mit 12 Toten in Paris hat die Genfer Kantonspolizei das Sicherheitsniveau im Kanton verstärkt. Am Bahnhof, am Flughafen, bei religiösen Kultstätten und an den Grenzübergängen zirkulieren regelmässig uniformierte Polizeipatrouillen

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31 Kommentare

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  • Kommentar von George Berger, Zürich
    Wer Sicherheit über Freiheit stellt, hat keins von beidem verdient. Unsere Freiheit abschaffen um diese zu schützen? Nicht mit mir!
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  • Kommentar von Christa Wüstner, Reinach
    Einschränkung der Meinungsfreiheit und somit keine Kritik an anderen Gesellschaftsformen ,kann auch als ein Zeichen der Akzeptierbarkeit oder Machtlosigkeit gedeutet werden
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Was ich bei der Weltwoche hoch halte, Thiel hatte den Koran kritisiert und den Koran zitiert. Bei der nächsten Ausgabe der W.W. hatte jedoch auch die Gegnerseite, also diejenigen, die den Koran anders deuten, auch die Möglichkeit sich zu rechtfertigen. Dies wäre eine Möglichkeit, sich bei gegenseitigen Gesprächen zu erklären und zu evaluieren. Unterdrückter Stau kann sich in Extremität entwickeln. Man sollte heikle Themen ansprechen dürfen. Hoffe, dass der Moderate Islam uns dabei unterstützt.
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