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Schweiz Schwieriger Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen

Antibiotika sollten nicht missbräuchlich verwendet werden. Denn der unangemessene Einsatz könnte bei bestimmten bakteriellen Erkrankungen in eine therapeutische Sackgasse führen. Das Bundesamt für Gesundheit stellt fest: Das Problem nimmt zu – und die Ärzte müssen besser beraten werden.

Ein Arzt hält ein Medikament in der Hand
Legende: Antibiotika zu häufig im Einsatz? Eine Resistenz erschwert teilweise Behandlungen oder verunmöglicht sie. Colourbox

Antibiotika-Resistenzen stellen weltweit, sowohl in Industrie- wie auch in Entwicklungsländern, ein zunehmendes Problem dar. Sie gefährden die Behandlung von schweren Infektionen.

Mehrere Bundesämter arbeiten seit diesem Sommer an einer umfassenden Strategie, um Resistenzen einzudämmen oder gar zu verhindern. Nach einer ersten Bilanz zeigt sich: Es braucht bessere Empfehlungen an die Ärzte zum Gebrauch der hochpotenten Medikamente.

Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) betont in der «Tagesschau»: «Es ist nicht so, dass wir plötzlich keine Antibiotika mehr hätten für alle krankmachenden Keime. Wir haben glücklicherweise noch vieles, das funktioniert.» Doch die Probleme nehmen zu und man müsse diese vorausschauend in den Griff bekommen.

Schweiz schneidet international gut ab

Zudem muss der Verbrauch von Antibiotika besser überwacht werden, wie das BAG weiter mitteilt. Mit der Website SEARCH, Link öffnet in einem neuen Fenster (Sentinel Surveillance of Antibiotic Resistance in Switzerland) verfügt die Schweiz zum ersten Mal über ein nationales Überwachungsprogramm für Antibiotika-Resistenzen und Antibiotika-Konsum.

Im internationalen Vergleich gehört die Schweiz zu den Ländern, in denen am wenigsten Antibiotika verabreicht werden. Trotzdem sieht sich die Medizin auch hier mit einer zunehmenden Zahl von bakteriellen Erkrankungen konfrontiert, gegen die Antibiotika immer weniger wirken.

Resistente Keime über Dünger im Boden

Es ist unklar, ob resistente Keime auch von Tieren auf Menschen übertragen werden. Der Bund will deshalb in Zukunft enger mit der Landwirtschaft und den Tierärzten zusammenarbeiten. Ein Forschungsfeld ist dabei der Mist, der auf die Wiese gelangt.

Laut Markus Hardegger, Fachbereichsleiter Dünger beim Bundesamt für Landwirtschaft, sind Gülle und Mist reich an resistenten Keimen. Denn: «Wenn man im Stall Antibiotika einsetzt, dann werden diese über den Kot ausgeschieden.»

Diese Keime seien lebensfähig im Mist. Dieser wiederum werde auf die Felder als Dünger ausgetragen, erklärt Hardegger. «Die entscheidende Frage ist, ob die Übertragung resistenter Keime im Boden stoppt, oder ob sie über die Nahrungskette weiterverbreitet werden.» Dazu fehlten bisher eindeutige Forschungsergebnisse.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    So ein Mist! Werden unsere Nachkommen in 100 Jahren noch gegen diese und jene Grippeart geimpft, sowie gegen Infektionskrankheiten behandelt werden können?
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  • Kommentar von Silvia Hagen, Maur
    Danke für den Bericht. Bitte hört auf um den heissen Brei zu reden und packt das Uebel an der Wurzel. Vor Monaten schon hat z.B. Kassensturz und Rundschau über die un-artgerechte Haltung von Schlachtieren berichtet welche dazu führt, dass Schlachttiere das Schlachtalter nur dank der flächendeckenden Verarbreichung von Antibiotika erreichen, was bei artgerecht gehaltenen Tieren nicht nötig ist. Kassensturz zeigte, dass von 20 in CH gekauften Fleischproben 11 resistente Bakterien aufwiesen!
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  • Kommentar von R. Pöber, Basel
    Das Problem ist doch dies, dass im chirurgischen Sektor immer für fast jeden Eingriff eine Antibiotikaprophylaxe autoritär und ohne Evidenz gefordert wird; natürlich aus Angst vor den Juristen...... Ganz zu schweigen vor dem unreflektierten Verschreiben von Antibiotika im Hausarztmedizinbereich, weil nur ein guter Doktor ist, wer möglichst viele Medikamente verabreicht (womöglich zu kurz angewendet und zu niedrig dosiert)
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