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Schweiz Sechs Lawinenopfer im Prättigau und im Berner Oberland

Ein Lawine hat an der Ostflanke des Vilan im Prättigau acht Skitourenfahrer mitgerissen und verschüttet. Drei Personen konnten nur noch tot geborgen werden. Vier Personen wurden schwer verletzt, eine davon starb später im Spital. Im Berner Oberland kamen zwei Männer in Schneebrettern ums Leben.

Legende: Video Lawinenunglück im Prättigau abspielen. Laufzeit 00:37 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 31.01.2015.

Im Prättigau befand sich eine neunköpfige Gruppe auf einer Skitour zum Vilan. Bei der Abfahrt Richtung Seewis (GR) löste sich in einer Höhe von rund 2200 m.ü.M. in der Ostflanke unter dem Gipfel des Vilan eine Lawine und riss acht der neun Tourengänger mit.

Eine Person konnte sich selbstständig aus den Schneemassen befreien, die anderen mussten von Rettungskräften und anderen Tourengängern im Unglücksgebiet gerettet werden, sagte Anita Senti, Mediensprecherin der Kantonspolizei Graubünden, gegenüber SRF News.

Zwei rot-weisse Rega-Helikopter auf einem Schneefeld.
Legende: Fünf Rettungshelikopter standen am Vilan im Einsatz, Kantonspolizei Graubünden , Link öffnet in einem neuen Fenster

Rettungsteam mit Lawinenhund

Sieben Personen mussten in den Schneemassen geortet und ausgegraben werden. Drei Skitourengänger konnten nur noch tot geborgen werden. Vier Personen wurden schwer verletzt in Spitäler nach St. Gallen, Zürich und Chur geflogen. Eine Person erlag am Abend ihren Verletzungen im Spital. Die beiden unverletzten Tourengänger wurde später von einem Care Team betreut.

Die Such- und Rettungsarbeiten dauerten laut Senti mehrere Stunden. Die Skitourenfahrer waren alle mit Lawinenverschütteten-Suchgeräten (LVS) ausgerüstet. Am Unglücksort standen ein Rettungsteam der SAC-Sektion Prättigau mit acht Helfern und einem Lawinenhund im Einsatz. Fünf Rettungshelikopter waren aufgeboten, drei Ambulanzhelikopter der Rega, einer der Heli Bernina und einer von Swiss Helicopter.

Für die Abklärung der Unfallursache begaben sich am Nachmittag ein Staatsanwalt und Alpin-Spezialisten der Kantonspolizei zusammen mit Experten des WSL-Instituts für Lawinenforschung ins Unfallgebiet.

Zwei Lawinentote auch im Berner Oberland

Auch im Berner Oberland kamen bei zwei Lawinenniedergängen zwei Männer ums Leben. In Adelboden konnte am Mittag ein Mann im Skigebiet Hahnenmoos aus einer Lawine geborgen werden. Er wurde von einem Rega-Helikopter ins Spital geflogen, wo er aber am Abend verstarb, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte.

In Mürren, Gemeinde Lauterbrunnen, geriet ein Snowboard-Fahrer in der Region Schilthorn abseits der Pisten in ein Schneebrett und wurde verschüttet. Die Rettungskräfte konnten den Mann nur noch tot bergen.

Neben Gebirgsspezialisten der Kantonspolizei Bern waren auch Angehörige der
Alpinen Rettung Schweiz und des SAC sowie die Rega, die Air Glaciers und
Mitarbeiter der Bergbahnen im Einsatz.

Im gesamten Alpenraum gilt gemäss dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von u.felber, luzern
    Es hat denen keiner gesagt ``offroad`` zu gehen. Ich kapiere diese Ego süchtigen Hirnlosen auch überhaupt nicht. Hoffentlich hatten die Toten keine Kinder, das wären dann die richtigen leidtragenden. Man soll den Mist endlich verbieten, die Öffentlichkeit muss regelmässig für diese Ego's blechen, ich hab die schnauze voll!
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    1. Antwort von Thomas Zetzsche, Aristau
      Was soll genau verboten werden ? Ich denke Sie machen hier einen kapatialen Fehler zwischen vernünftig vorbereiten und gut ausgerüsteten Tourengänger und Waghalsigen OffPiste Rowdies... Nach Ihrer Meinung sind dann alle Verkehrsteilnehmer Hirnlose Egoisten, richtig.... ?
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    2. Antwort von P. Studer, Zug
      @Felber Es sterben wesentlich mehr Menschen im Strassenverkehr! Und zwar nicht nur absolut, sondern auch prozentual! Verbieten Sie das Autofahren zuerst! Die meisten Menschen sterben übrigens in einem Bett! Gute Nacht!
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    3. Antwort von René Kunze, Sisseln
      und mir stinkt es langsam, solche Antworten zu lesen. Sie haben anscheinend keine Ahnung von was Sie schreiben. Vermutlich sind Sie ein Stubenhocker welcher sich am Sonntag Autorennen im Ferneher ansieht und die Natur von innen betrachtet. Selber bin ich viel mit den Ski unterwegs. Und glauben Sie mir. Jeder von uns Türeler möchte am Abend wieder gesund nach Hause zu seiner Familie. Es würde mir nie einfallen, über die Leute und den Leiter zu urteilen. Und Danke fürs Hirnlos.
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  • Kommentar von M. Fausch, Seewis
    Traurig! Es war schon schlimm genug heute Nachtmittag die Helikopter zu hören und zu sehen. Und dennoch, dieser Osthang beim Vilan hätte ich nie befahren! Und schon gar nicht um diese Uhrzeit! Ich frage mich, ob die Truppe wirklich mit einem Bergler unterwegs waren.... Mein aufrichtiges Beileid den Hinterbliebenen. Gute Besserung an die, die im Spital sind. Offene Ohren und Herzen für die zwei Unverletzten. Und all den Helfern alles Gute! Ihr macht einen harten Job!
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  • Kommentar von M. Steurer, Luzern
    trauriger Unfall, wünsche in der schweren Situation allen Beteiligten und hinterblieben viel Kraft. An die Journalisten von SRF: Leider gibt es keine Lawinensuchgeräte, denn damit würde man ja Lawinen vorhersehen können! (LVS = LawinenVerschüttetenSuchgerät) häufig Barryvox genannt. Die Natur und der Neuschnee ist gewaltig schön, deshalb begeben sich Wintersportler ins freie Gelände. Mit der richtigen Ausrüstung und dem nötigen Wissen, sind Touren fast immer möglich, ein Restrisiko bleibt.
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    1. Antwort von SRF News
      Besten Dank für Ihre Bemerkung. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.
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    2. Antwort von Heidy Rüegg, Malleray
      Erhöhte Lawinengefahr! Und trotzdem Jahr für Jahr immer wieder diese sinnlosen Lawinenopfer, und das nur weil es immer wieder so Hirnlose Menschen gibt die glauben dass ihnen nichts passieren kann. Und das schlimmste an der ganzen Tragödie ist dass auch die Retter oft in Gefahr sind.
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