Sesselrücken im Nationalrat

Rund zwei Jahre vor den nächsten Eidgenössischen Wahlen hat der Bundesrat die Verteilung der 200 Sitze neu geregelt. Gestützt auf die Zahlen der ständigen Wohnbevölkerung von Ende 2012 verlieren Bern, Solothurn und Neuenburg je einen Sitz.

Leere Stühle im Nationalratssaal.

Bildlegende: Die 200 Nationalratssitze werden an den Wahlen 2015 neu verteilt. Keystone

Hinter Zürich mit derzeit 34 Sitzen stellt der Kanton Bern die zweitgrösste Fraktion in der grossen Kammer. Wenn am 18. Oktober 2015 die Sitze verteilt werden, muss der Hauptstadtkanton auf einen Sitz verzichten. Ebenfalls einen Platz abtreten müssen die Kantone Solothurn und Neuenburg.

Profitieren können Zürich, Aargau und Wallis. Die 200 Sitze im Nationalrat werden im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl auf die Kantone verteilt. Damit wird Bern künftig noch 25 Sitze haben, Solothurn 6 und Neuenburg 4. Zürich kann auf 35 aufstocken, Aargau auf 16 und das Wallis auf 8.

Künftig wird die Zuteilung alle vier Jahre neu vorgenommen. In der Vergangenheit galt sie jeweils für mehrere Legislaturen.

Listenverbindungen beibehalten

Parteiübergreifende Listenverbindungen sollen auch künftig möglich sein. Die Information der Wahlberechtigten, soll aber verbessert werden, schreibt der Bundesrat.

Vertreter von FDP und SVP kritisierten, dass wahltaktische Überlegungen ein stärkeres Gewicht hätten als programmatische Gemeinsamkeiten. Ausserdem seien sich die Stimmberechtigten nicht bewusst, wem die abgegebene Stimme letztlich zu Gute komme, wählerstarke Parteien würden um einen Sitz «geprellt».

Die problematischen Aspekte von Listenverbindungen könnten sich in Zukunft noch akzentuieren, schreibt auch der Bundesrat im Bericht. Denn die Anzahl der Listen- und Unterlistenverbindungen hat stark zugenommen und wird wohl weiter ansteigen.