Mehr Milchschnäuze in der Armee

Armeeangehörige sollen zum Frühstück künftig in der Regel Frischmilch statt Pulvermilch erhalten. Der Nationalrat hat einem verbindlichen Vorstoss von SVP-Präsident Toni Brunner zugestimmt.

Ein Bauer schüttet Milch in einen Milchkessel.

Bildlegende: Frischmilch soll in der Armee Standard werden. Reuters/Archiv

Der Nationalrat will das Frühstück in der Armee regulieren. Er hat eine Motion von Toni Brunner angenommen. Der St. Galler SVP-Nationalrat fordert, dass Soldaten künftig in der Regel Frischmilch statt Pulvermilch zum Frühstück erhalten.

Er sei sich bewusst, dass nicht alle Geschäfte gleich wichtig seien, sagte Brunner. «Aber das hier ist nicht zu unterschätzen.» Viele Armeeangehörige seien enttäuscht, wenn sie zum Frühstück statt frischer Schweizer Milch wässrige Pulvermilch versetzt mit Kakao erhielten, argumentierte Brunner. «Wässrige Pulvermilch verdirbt einem den Tag.»

Frischmilch hebt die Truppenmoral

Wenn das Parlament dafür sorge, dass den Armeeangehörigen jeden Morgen frische Milch zur Verfügung stehe, trage es zur Anhebung der Truppenmoral bei, gab Brunner zu bedenken. Ausserdem möchte er einmal erleben, dass er für einen Vorstoss einhellige Unterstützung erhalte. Bei diesem Anliegen biete sich die Gelegenheit.

Einhellig war die Unterstützung nicht. Der Rat hiess die Motion aber mit 112 zu 68 Stimmen bei 10 Enthaltungen gut. Der Vorstoss geht nun an den Ständerat.

Einladung auf ein Glas Milch

Verteidigungsminister Guy Parmelin wies vergeblich darauf hin, dass die Armeeangehörigen bereits heute frische Schweizer Milch erhielten, solange die Truppe stationär untergebracht sei. Nur während Übungen im Feld werde zuweilen Schokoladenmilchpulver abgegeben. «Aus praktischen Gründen», erklärte Parmelin – und lud Brunner auf ein Glas Milch ein.