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Session Nationalrat sagt Nein zum zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub

Es bleibt wie es ist: Väter dürfen keinen zweiwöchigen Urlaub nach der Geburt eines Kindes beanspruchen. Der Nationalrat hat dies knapp abgelehnt. Nun plant die Gewerkschaft Travail.Suisse eine Volksinitiative.

Legende: Video Vaterschaftsurlaub scheitert erneut abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.04.2016.

Der Nationalrat ist gegen die Einführung eines zweiwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaubs. Er hat eine parlamentarische Initiative von CVP-Nationalrat Martin Candinas (GR) mit 97 zu 90 Stimmen bei 5 Enthaltungen abgelehnt. Diese ist damit vom Tisch.

Vaterschaftsurlaub heute normal

Candinas hatte vorgeschlagen, den Vaterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO) zu finanzieren. Väter sollten während des Urlaubs 80 Prozent des Erwerbseinkommens erhalten, maximal 196 Franken am Tag. Die Kosten von rund 200 Millionen Franken würden von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam finanziert. Nach dem gleichen Modell haben Mütter seit Juli 2005 Anspruch auf einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub.

Nach Ansicht von Candinas ist die Präsenz der Väter nach der Geburt unerlässlich für einen guten Start ins Familienleben. Ein Vaterschaftsurlaub trage auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei. «Er ist für die Familie und die ganze Gesellschaft sinnvoll», sagte Candinas. Bei vielen grossen Unternehmen sei der ein Vaterschaftsurlaub heute normal. Viele KMU könnten sich das aber nicht leisten.

Familie soll sich selber organisieren

Maja Ingold (CVP/ZH) kritisierte, dass die hängige Reform der Altersvorsorge gegen den Vaterschaftsurlaub ausgespielt werde. Wenn man so argumentiere, werde ein solcher nie eingeführt. Der EO-Satz spielt in dem Zusammenhang eine Rolle, weil eine Senkung des EO-Beitragssatzes höhere AHV-Beiträge teilweise kompensieren könnte. Der Bundesrat hat den EO-Satz letzten Herbst von 0,5 auf 0,45 Lohnprozente gesenkt.

Es sei wichtig, dass die Väter von Anfang an ihren Beitrag ans Familienleben leisteten, sagte Kommissionssprecherin Regine Sauter (FDP/ZH). Darum gewährten viele Unternehmen ihren Mitarbeitenden zusätzliche Freitage. Der Ausbau der Sozialversicherungen liege hingegen «quer in der Landschaft», sagte Sauter. Sie sprach von einer «teuren Geste, die wir uns nicht leisten können». Es liege in der Eigenverantwortung der Familien, sich zu organisieren.

Initiative geplant

Die Gewerkschaft Travail.Suisse will noch diesen Frühling eine Initiative für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub lancieren. Ein Vaterschaftsurlaub, der diesen Namen verdiene, sei ein dringendes Anliegen, dem endlich zum Durchbruch verholfen werden müsse, schreibt Travail.Suisse.

40 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (Future)
    Nationalrat - Nein zu Vaterschaftsurlaub: Die NEIN-SagerInnen sind egoistisch, weltfremd, wirtschaftshörig (lukrative VR--Mandate in der Wirtschaft) und absolut rückständig!! Das Schweizer VOLK muss endlich handeln und nicht wie bisher, die "Faust im Sack" machen!!
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  • Kommentar von Puli Massiv (Puli massiv)
    Es ist schon traurig wie das schweizer Volk jammert speziell die Waschlappen Männer die frei wollen wenn sie ein Kind machen wollen aber einen riesen Lohn schoenes leben Autos ect.sollen sie mal zu uns nach Rumänien jammern kommen dann wurden sie lernen was arbeiten heißt und richtiges Geld verdienen!
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    1. Antwort von Felice Limacher (Felimas)
      Jetzt nehmen Sie den Mund aber ziemlich voll, vorallem was "arbeiten heißt und richtiges Geld verdienen". Diesbezüglich würde die Schweiz wohl jedem Vergleich mit Rumänin standhalten, obwohl sich die beiden Länder überhaupt nicht vergleichen lassen. Wo Sie das Problem mit einem absolut gerechtfertigten Vaterschaftsurlaub sehen, lassen Sie völlig offen und setzten anstelle dessen zu einem unverständlichen Rundumschlag aus. Weswegen sind Sie so frustriert? Oder ist es gar Neid?
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    2. Antwort von Puli Massiv (Puli massiv)
      Also erstens mal denke ich nicht dass sie ein grosser Kenner sind von Rumänien denn dass schweizer alle Vorurteile haben gegenüber einem anderen Land und selber immer denken dass sie besser sind als alle anderen das ist ja bekannt.was das Geld verdienen angeht wurde ich mal vorschlagen sie kommen einmal schauen was es heißt hier zu arbeiten, Zeiten, Sozialwesen ect.es gibt noch Länder in Europa die Arbeitnehmer sind und es danken zu arbeiten nicht so wie der schweizer der immer jammert!
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  • Kommentar von Laurent Frick (LFR)
    Bürgerliche Familienpolitik: Die Frau an den Herd,der Mann geht auswärts anschaffen. Köppel machts vor. Die SVP: rückständiger und reaktionärer gehts nicht mehr.Die FDP folgt, die CVP schweigt.Die SVP-Frauen wehren sich nur kurz,dann wird gekuscht-oder frau gründet eine neue Partei.
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