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Session So stark würde Ihre Rente gekürzt

Wer jünger ist als 50 Jahre, muss um seine künftige Rente bangen: Ab Montag debattiert der Nationalrat über die Altersreform 2020. Auf dem Tisch liegen höchst umstrittene Kürzungsvorschläge. Es geht um Hunderte von Franken. SRF zeigt, wer am stärksten betroffen wäre.

Legende: Video So könnte Altersvorsorge aussehen abspielen. Laufzeit 1:31 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.09.2016.

Es geht zur Hauptsache um die Pensionskassen-Renten: Sie sollen deutlich sinken. Konkret will die vorberatende Sozial- und Gesundheitskommission (SGK) des Nationalrats den so genannten Umwandlungssatz herabsetzen. Damit schrumpfen die Monatsrenten um zwölf Prozent.

Anders als zuvor Bundesrat und Ständerat will die Nationalrats-Kommission diese Einbussen nur zum Teil mit anderen Zuschüssen ausgleichen. Auf dem Tisch der Nationalräte liegt also ein Vorschlag für spürbar tiefere Altersrenten. Hunderttausende Menschen wären betroffen – es geht um Einbussen von bis zu 2‘000 Franken im Jahr.

  • Stark betroffen sind Menschen, die heute 40- bis 50-jährig sind. Ihre künftigen Renten wären deutlich kleiner als heute. Männer haben gemäss dem Vorschlag der Nationalrats-Kommission mit stärkeren Kürzungen zu rechnen als Frauen. Frauen nämlich erhalten einen Zuschlag zur AHV-Rente. Dieser Zuschlag soll nicht erklärbare Lohn-Diskriminierungen während des Erwerbslebens ausgleichen.
  • Wenig betroffen sind Menschen, die heute jünger sind als 40 Jahre. Sie erleiden keine Einbusse bei AHV und Pensionskasse, müssen aber während ihres Erwerbslebens einen grösseren Teil ihres Lohnes in die Pensionskasse einbezahlen.
  • Nicht betroffen von den Kürzungen sind Menschen über 50 Jahre: Ihnen werden die heute geltenden Renten garantiert.

Zu leiden hätten also vor allem die heute 40- bis 50-Jährigen. SRF zeigt anhand von Fallbeispielen, was das in Franken und Rappen heisst. In den letzten Stunden und Tagen ist einiges in Bewegung geraten: SVP und FDP hatten die umstrittenen Kürzungsvorschläge in der Nationalratskommission noch durchgeboxt – jetzt krebsen sie zurück: Die SVP will das heikle Thema Pensionskasse vorerst auf die lange Bank schieben. Die FDP wiederum hat ein neues Modell vorgelegt. Dieses soll Kürzungen bei den Monatsrenten möglichst vermeiden.

Alleinstehende mit tiefem Einkommen

Alleinstehende mit tiefem Einkommen
Lohn für alle Beispiele: 55'000 FrankenJährliche Rente ohne Reform: AHV und Pensionskasse
Veränderung der Rente nach Reform
Mann, 39-jährig (unverheiratet)
33'999 Franken
Minus 409 Franken pro Jahr
Frau, 39-jährig (unverheiratet)33'999 Franken
Plus 263 Franken pro Jahr
Mann, 44-jährig (unverheiratet)33'999 Franken
Minus 718 Franken pro Jahr
Frau, 44-jährig (unverheiratet)33'999 FrankenMinus 46 Franken pro Jahr
Mann, 49-jährig (unverheiratet)33'999 FrankenMinus 978 Franken pro Jahr
Frau, 49-jährig (unverheiratet)33'999 FrankenMinus 306 Franken pro Jahr

Alleinstehende mit mittlerem Einkommen

Alleinstehende mit mittlerem Einkommen
Lohn für alle Beispiele: 84'000 Franken
Jährliche Rente ohne Reform: AHV und Pensionskasse
Veränderung der Rente nach Reform
Mann, 39-jährig (unverheiratet)
48'372 Franken
Minus 1572 Franken pro Jahr
Frau, 39-jährig (unverheiratet)
48'372 FrankenMinus 1572 Franken pro Jahr
Mann, 44-jährig (unverheiratet)48'372 FrankenMinus 2052 Franken pro Jahr
Frau, 44-jährig (unverheiratet)48'372 FrankenMinus 2052 Franken pro Jahr
Mann, 49-jährig (unverheiratet)48'372 FrankenMinus 2400 Franken pro Jahr
Frau, 49-jährig (unverheiratet)48'372 FrankenMinus 2400 Franken pro Jahr

Ehepaar mit mittlerem Einkommen

Ehepaar mit mittlerem Einkommen
Lohn für alle Beispiele: 168'400 Franken
Jährliche Rente vor Reform: AHV und Pensionskasse
Veränderung der Rente nach Reform
Erwerbstätiges Ehepaar, 39-jährig
73'056 Franken
Minus 84 Franken pro Jahr
Erwerbstätiges Ehepaar, 44-jährig73'056 FrankenMinus 1188 Franken pro Jahr
Erwerbstätiges Ehepaar, 49-jährig73'056 FrankenMinus 2196 Franken pro Jahr

Debatte live aus Bern

SRF überträgt die Debatte über die «Altersvorsorge 2020» ab 15.30 Uhr auf SRF 1 und als Stream auf srf.ch/news

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70 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Soeben hat man die AHV Plus gebodigt und bringt dann sofort kalten Armes diese Botschaft... Haette der BR dieses Nachricht VOR der AHV Abstimmung gebracht.. potz .. dann haette es "gehagelt" und AHV Plus waere angenommen worden.
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  • Kommentar von Reto Meisser (Reto Meisser)
    Es ist traurig das hier zu lesen...und ich denke viele Mitbürger sind von unserer Regierung enttäuscht. Da diese andere Salärs haben als das einfache Volk. Es wird noch schlimm kommen. Aber solange der ach so liebe Schweizer sich das gefallen lässt wird es nicht besser kommen. Das ist der dank weil wir ein Volk sind das verlernt hat für seine Rechte und wünsche einzustehen.
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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Was die 'Alten' da in der Politik diskutieren geht als Gesamtes gar nicht auf. Weshalb sinkt der Nachwuchs? Weil der Platz (Sozial, Miete usw.) fehlt für Familien. Und was machen die?! Kulturland schützen... Verdichtetes (und extrem teures Wohnen...) Firmen lagern aus, weil sie nicht ausbauen können. Wenn mieten sinken und Boden günstiger wird, kompensiert das die Kosten für Junge (und alte). Die Brutto Beträge müssen sinken. Die Wirtschaft wird schrumpfen... Man kann kompensieren...
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nachgewiesen gibt es einen hohen Leerstand an teuren Wohnungen. Man müsste dort nur die Mieten senken, dann es hätte es genügend bezahlbaren Wohnraum für alle & Kulturland könnte endlich geschützt werden. Also, müsste das Bauen von teuren Wohnungen gestoppt werden. Aber die Bauherren können diese teuern Wohnungen ein Jahr lang leer stehen lassen, bevor sie Verluste haben. Aber das zu stoppen, ist nicht Sache des Bundes, sondern der Gemeinden, welche so reicheres Klientel anlocken wollen.
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