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Session Ständerat sagt: Keine Schlachtabfälle für Tiere

Anders als der Nationalrat will der Ständerat die Verfütterung von Schlachtabfällen an Tiere nicht wieder zulassen. Er hat sich einstimmig gegen eine Motion des Aargauer SVP-Nationalrats Hansjörg Knecht ausgesprochen.

Schlachtabfälle auf einem Fliessband.
Legende: Der Nationalrat hätte das Verfüttern von Schlachtabfällen an Tiere gerne wieder eingeführt. Keystone

Nach den Erfahrungen mit der Tierkrankheit BSE will er nicht riskieren, dass Rindviehfutter wieder verunreinigt wird. Eine strikte Trennung der Verarbeitungswege sei kaum praktikabel und sehr teuer, sagte Liliane Maury Pasquier (SP/GE) namens der Gesundheitskommission. Sie warnte davor, wieder in die katastrophale Situation der 1990er-Jahre zurückzufallen.

In der Schweiz gilt seit dem Jahr 2000 ein Tiermehl-Fütterungsverbot. Dieses war als Reaktion auf Fälle von Rinderwahnsinn (BSE) eingeführt worden. Knecht hatte argumentiert, angesichts der sich verteuernden Eiweiss-Preise auf dem Weltmarkt sei es sei an der Zeit, die einheimischen Eiweisse zu nutzen.

Lockerung der Bestimmungen möglich

Auch der Bundesrat warnte vor einer neuen Gefährdung der Tiergesundheit. Er sei aber nicht grundsätzlich gegen eine gewisse Lockerung, allerdings nur unter eingeschränkten Bedingungen, sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

Infrage kommen für den Bundesrat als Rohstoffe nur gesundheitlich unbedenkliche Schlachtnebenprodukte von Schweinen zur Fütterung von Geflügel und umgekehrt. Das Kannibalismusverbot soll aus wissenschaftlichen und ethischen Gründen in Kraft bleiben.

Der Bundesrat hatte aufgrund der nur noch sporadisch auftretenden BSE-Fälle bereits 2012 eine Lockerung des Tiermehl-Fütterungsverbots in Aussicht gestellt.

Legende: Video Alain Berset zu Schlachtabfälle (französisch) abspielen. Laufzeit 1:21 Minuten.
Vom 04.03.2014.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Th. Keiser, Luzern
    An Fritz Meier: Das "Geschäft" von Carnivoren - zu denen die meisten Menschen auch zählen - stinkt einfach mehr als von Säugetieren, die sich ausschliesslich pflanzlich ernähren. Zur Veranschaulichung versuchen Sie sich Hunde- oder Katzenkot vorzustellen und als Vergleich einen Pferdeapfel. Es mag in Ihren Augen ein Märchen sein. Mir ist es jedenfalls aufgefallen.
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  • Kommentar von D. Schelbert, Kt ZG
    Nur weil der Bauer alles frisst, heisst es nicht, dass sein Vieh das auch tut. Ein Rind ist ein Wiederkäuer und kein Fleischfresser. Landwirte sollten das wissen.
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  • Kommentar von Th. Keiser, Luzern
    Mehr und mehr Bewohner unseres Landes haben keine Ahnung mehr von Landwirtschaft. Da besteht auch keine Toleranz dafür, dass Gülle stinkt. Allein schon deshalb sollte man auf die Verfütterung von tierischen Abfällen verzichten. Denn seit dem Tiermehlverbot stinkt die Gülle merklich weniger. Für die Landwirtschaft wäre dies ein Zeichen von Rücksichtnahme gegenüber den nichtlandwirtschaftlichen Nachbarn. Und profitieren von der Lockerung würden bestimmt nicht die Bauern.
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    1. Antwort von M. steiner, ZH
      Und weil niemand mehr weiss, woher unsere Agrarerzeugnisse kommen, sollen wir -um der weniger stinkenden Gülle wegen- das Zeug nicht mehr verfüttern... Was für eine verschrobene Denke! Da vergären wir das Zeug lieber zu Biogas, damit wir mit dem Erdgasauto zum Supermarkt fahren könne, um Abgepacktes zu kaufen, gell? Mein Gott...
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    2. Antwort von fritz meier, zürich
      Keiser,das die Schweizer keine Ahnung mehr haben woher unsere Lebensmittel da stimme ich ihnen zu,Das aber Gülle mehr stinken werde mit Tiermehl das ist ein märchen,fakt ist ohne Tiermehl im futter werden jedes jahr 350000t soja aus Brasilien importtiert und das mit gravierenden folgen für die umwelt
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